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Pressemitteilung 213/2019

31.05.2019

Wie Inklusion gelingen kann – Kreis und Stadt veröffentlichen Leitfaden zur Inklusion in der Jugendarbeit

Sind sich sicher, dass die Erfahrungen von „Inklusion bewegt“ dabei helfen werden, mehr und mehr inklusive Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Nicht nur im Landkreis Marburg-Biedenkopf: (v.l.:) Landrätin Kirsten Fründt, Stadträtin Kirsten Dinnebier, Susanne Hofmann, Iris Demel, Monika Stein, Jessie Bosch, Stephan Landmann, Dominik Lefebvre und Wolfgang Urban.

Marburg-Biedenkopf – Wie Inklusion gelingen kann, erläutert ein aus dem Projekt „Inklusion bewegt“ hervorgegangener Leitfaden, den Landrätin Kirsten Fründt und Stadträtin Kirsten Dinnebier gemeinsam mit weiteren Projektpartnern am Freitag, 31. Mai 2019, im Kreishaus vorgestellt haben.

Zwischen 2015 und 2018 waren der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg mit dem Projekt „Inklusion bewegt!“ Modellregion des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention. Außerdem beteiligt waren der Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib e.V.) und der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj e.V.).

Zusammen wurden in dieser Zeit über 40 lokale Projekte in Kunst, Naturschutz, Sport und Freizeitaktivitäten sowie zahlreiche Fortbildungen umgesetzt. „Dabei konnte sehr konkret erprobt werden, wie Inklusion gelingen kann“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Wertvolle Erfahrungen, die zur Grundlage des heute veröffentlichten Leitfadens wurden“, ergänzte Stadträtin Kirsten Dinnebier die Entstehung des aktuellen Papiers.

Darin finden sich 17 Schlagworte, die jeweils ein Thema aus praktischer und aus wissenschaftlicher Sicht in den Blick nehmen. „Wir wünschen uns, dass wir damit die Freizeitanbieter der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe bei der eigenen Entwicklung und vor allem Öffnung, hin zur Inklusion, unterstützen können“, sind sich auch Stephan Landmann und Susanne Hofmann von der Jugendförderung des Landkreises und der Universitätsstadt einig.

Die Anregungen und Tipps für die Arbeit im Freizeitbereich gehen dabei von Freizeitassistenz und Fahrdiensten über Fragen der Zusammenarbeit mit Eltern und Angehörigen und Möglichkeiten von Fortbildungen und der Öffentlichkeitsarbeit bis zur Finanzierung von Projekten.

Der ebenfalls vorgestellte Projektbericht gibt neben Hintergrundinformationen zum Verlauf und Umfang der wissenschaftlichen Begleitung und Erarbeitung des Leitfadens vor allem einen Überblick, aber auch detaillierte Informationen zu den einzelnen Aktivitäten in der Region.

Dabei berichten die Vertreter von vielen positiven Erfahrungen im Zuge der Einzelprojekte. So habe man es im Grunde mit keinen Widerständen zu tun gehabt. Vielmehr hätten „Viele davon profitieren können“, sagte Dominic Lefebvre vom bsj. „Nicht zuletzt die Eltern“, ergänzte Wolfgang Urban vom fib. Denn wenn es Berührungsängste gebe, dann bei den Eltern, weniger bei den Kindern und Jugendlichen.

Fest stehe in jedem Fall, dass „vom Ergebnis betrachtet, Inklusion mittlerweile eine Selbstverständlichkeit in unserer gemeinsamen Kinder- und Jugendarbeit“ ist, sagte Stadträtin Dinnebier. Dabei sei es gelungen, eine gemeinsame Haltung zu entwickeln, vor deren Hintergrund diese Selbstverständlichkeit auch gelebt würde. Und dabei nicht nur in der Stadt. „Der Abschlussbericht zeigt vor allem auch, dass es uns gelungen ist, die verschiedenen Angebote mit einer Vielfalt und Buntheit auch in die Fläche zu kriegen.“, sagte Stephan Landmann von der Jugendförderung der Kreisverwaltung.

Mittlerweile sind die Fördermittel des Landes, Landkreises und der Universitätsstadt sowohl für das Projekt als auch eine begleitende Koordinationsstelle ausgelaufen. Für eine Fortführung sollte es „genauso gemeinschaftlich weitergehen, wie es gestartet ist“, sagte Landrätin Fründt. Auch bei anderen Modellprojekten des Landes sei es gelungen, eine Verstetigung zu erreichen. Es wäre aus Sicht des Landkreises und der Universitätsstadt „bemerkenswert“, wenn das Land „Inklusion bewegt“ lediglich als Modell verstünde. „Zumal die Landesregierung die Inklusion in ihrem Koalitionsvertrag genannt hat. Wenn Sie nun wirklich will, findet sie in unseren Ergebnissen des Modellprojekts die Grundlage, nämlich einen Werkzeugkasten, um inklusive Angebote an entsprechenden Stellen nachhaltig im ganzen Land etablieren zu können“, so Fründt.

Beide Dokumente, sowohl der Leitfaden als auch der Projektbericht, sind online auf den Seiten des Landkreises Marburg-Biedenkopf, www.marburg-biedenkopf.de, und des fib e.V. abrufbar.

Hintergrund

Gefördert wurde das Projekt „Inklusion bewegt“ durch das Land Hessen, den Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie die Universitätsstadt Marburg. Darüber hinaus hat die Aktion Mensch eine Koordinierungsstelle gefördert, die, angesiedelt beim fib e.V. für die Projektberatung, Fortbildungen und die Vernetzung zwischen der Jugendförderung und freier Träger aus der Behinderten- und Jugendhilfe zur Verfügung stand.

Die Steuerung des Projektes lag in Händen einer Steuerungsgruppe, der Mitarbeitende der Jugendförderungen von Stadt und Landkreis, sowie der Vereine bsj und fib und Vertreter des Kreisjugendparlaments und des Kinder- und Jugendparlamentes der Universitätsstadt angehörten. Professor Dr. Markowetz von der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat das Projekt aus wissenschaftlicher Perspektive begleitet.


Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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