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Pressemitteilung 208/2019

24.05.2019

Die Gefahr fährt mit: Felix Wiemers ist Deutschlands bester Freerider

Felix Wiemers berichtet beim Campus-Gespräch von seiner großen Leidenschaft, dem Freeriding.

Marburg-Biedenkopf – Der Biedenkopfer Felix Wiemers ist Deutschlands erfolgreichster Freerider und der einzige Deutsche, der in diesem Sport bislang einen internationalen Podiumsplatz erreicht hat. Im Rahmen der Campus-Gespräche, zu dem der Landkreis regelmäßig an den Wirtschafts- und Wissenschaftscampus nach Biedenkopf einlädt, erklärte der 31-Jährige nun, was ihn dazu bringt, sich fast senkrechte Felswände auf Skiern hinunterzustürzen.

Skifahren sei schon immer seine große Leidenschaft gewesen – schon seit dem zarten Alter von acht Jahren. Irgendwann habe er dann angefangen, Tricks und Kunststücke auf den Brettern auszuprobieren und damit auch an Wettbewerben teilzunehmen. So kam eines zum anderen und „dann habe ich bei einem Contest eben die falschen Freunde kennengelernt“, grinste Wiemers. Die weckten ihn ihm das Feuer für das Freeriding – dem Fahren abseits der Piste im unberührten Schnee auf den höchsten Lagen der Berge.

„Dabei geht es darum, möglichst spektakulär den Berg runterzukommen“, brachte Wiemers die Wertungskriterien für den Sport auf den Punkt: Idealerweise auf einer Linie, die noch kein anderen Fahrer genutzt hat und mit Sprüngen, Saltos und Drehungen. Seine Erfahrungen als Kunstturner seien ihm dabei sicherlich zugutegekommen, sagte der 31-Jährige, der einer von nur 24 Teilnehmern weltweit an der Freeride World Tour ist – und das bei rund 10000 Fahrern, die den Sport auf der ganzen Welt ausüben. Und weil in den Ranglisten der Freerider immer auch deren heimische Skigebiet mit aufgeführt sind, taucht bei ihm immer die Sackpfeife auf. „Es ist schon ein bisschen kurios, die Sackpfeife neben den anderen großen Skigebieten wie Aspen, Chamonix oder Verbier zu sehen“, lachte er.

Neben der Körperbeherrschung sei ein gewisser Respekt vor dem Berg eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg im Freeriding, betonte Wiemers. Schließlich sind die Felsen, die aus dem Tiefschnee herausragen und im Falles eines Sturzes zu ernsten Verletzungen führen können, nicht die einzige Gefahr. Auch Gletscherspalten und Lawinen gehören für die Freerider zum Alltag in ihrem Sport dazu. „Deswegen haben wir auch immer ein Lawinenverschüttetensuchsystem (LVS) und einen Rucksack mit Lawinensonde und -schaufel dabei“, erklärte der Biedenkopfer. Damit können sie im Ernstfall nach verschütteten Kameraden suchen und diese unter den Schneemassen ausgraben.

Ebenso sollen Rückenprotektoren im Falle eines Sturzes schlimmere Verletzungen verhindern. „Respekt ja, aber wer Angst hat, der ist in diesem Sport fehl am Platz“, gestand Wiemers. Denn für die Freerider ist der Adrenalinkick, wenn sie sich den Berg hinunterstürzen, einer der großen Motivatoren, sich dieser Gefahr zu stellen. Der andere sei die Freiheit, die man dort auf den Bergspitzen abseits der Massen auf der Piste empfindet, betonte er. „Man fühlt sich dort der Natur viel näher“ und das verleihe zumindest ihm einen enormen Motiavtionsschub. Wie lange er den Sport noch ausüben könne, vermochte Wiemers auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum nicht zu sagen. Er sei heute mit 31 Jahren schon nicht mehr so risikobereit, wie er das noch mit 23 war, gab er zu. Und irgendwann gebe es natürlich auch körperliche Einschränkungen. „Aber es gibt auch Freerider, die noch mit 40 Jahren fahren“, erzählte Wiemers. So lange es geht, wolle der den Sport auf jeden Fall ausüben.

Wie es danach weitergeht, hat Felix Wiemers nach eigener Aussage noch nicht geplant. Heute ermöglichen ihm eine Reihe lukrativer Werbepartner, seine Leidenschaft ausleben zu können. Doch irgendwann wird er mit einem ganz normalen Job auf eigenen Beinen stehen müssen. Deswegen hat er auch ein Lehramtsstudium für Sport, Deutsch und Physik begonnen. Oder er knüpft auch nach seiner aktiven Zeit an den Sport an und baut das aus, womit er im vergangenen Jahr begonnen hat. Zusammen mit seiner Freundin bietet Wiemers unter dem Motto „Sail and Summit“ nämlich eigene Touren an, bei denen die Teilnehmer zunächst mit dem Segelschiff nach Norwegen fahren und auf den dortigen Gletschern das Freeriding genießen. Wofür auch immer er sich entscheidet: Felix Wiemers wird seinen Weg gehen – so, wie er es schon immer getan hat. Im Oktober werden die Campus-Gespräche in Biedenkopf fortgesetzt. Thema wird dann Künstliche Intelligenz sein.


Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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