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Pressemitteilung 207/2019

27.05.2019

Wirtschaftsförderung bedient auch Gastronomen – Beratungsgruppe bietet Unterstützung: Know-how vermitteln und Netzwerke erschließen

Möchten in und für die Gastronomie Netzwerke erschließen und Know-how vermitteln: (am Tisch sitzend, v. li.) Hoteldirektorin Andrea Thomas (Parkhotel Stadtallendorf), der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Ulrich Pilz (Parkhotel Stadtallendorf) und Henrik Debelius (Hotel-Restaurant „Zur Burgruine Frauenberg“) sowie (stehend, v. li.) Dr. Frank Hüttemann (Fachdienst Wirtschaftsförderung des Kreises), Konrad Debelius (Hotel-Restaurant „Zur Burgruine Frauenberg“) und Hartmut Reiße (Geschäftsführer Hessischer Tourismusverband).

Marburg-Biedenkopf – Die gastronomische Versorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist in vielen Städten und Gemeinden in den vergangenen Jahren rückläufig. Auch drohen in vielen Fällen die Unternehmensnachfolgen auszubleiben. Eine Beratungsgruppe, koordiniert von der Wirtschaftsförderung des Kreises, soll Gastronomen jetzt Unterstützung anbieten – Wirtschaftsförderung im doppelten Sinne.

„Die rückläufige Tendenz in der Gastronomie bestätigen Gastronomen, DEHOGA-Verantwortliche der Region, das Gastronomen-Netzwerk, das von unserer Wirtschaftsförderung koordiniert wird, und weitere Akteure. Fachleute äußern sich sogar in der Form, dass gerade jetzt das große Gastronomiesterben im ländlichen Raum erst richtig beginnen wird“, schilderte der Erste Kreisbeigeordnete und Wirtschaftsdezernent Marian Zachow. Der ländliche Raum lebe aber mit und von einer attraktiven gastronomischen Versorgung, die viele positiven Kopplungswirkungen in der Region biete. Deshalb habe der Landkreis nun die Initiative ergriffen und die Idee mit einer Beratungsgruppe für Gastronomen entwickelt.

„Existenzgründungen in der Gastronomie, teilweise auch ohne eine besondere fachliche Vorbildung, führen oft zu keinem dauerhaften Erfolg. Doch gerade auch in der Gastronomie sind viele wichtige Aspekte zu beachten“, ergänzte Dr. Frank Hüttemann, Leiter des Fachdienstes Wirtschaftsförderung beim Kreis. Deshalb sei eine Beratungsgruppe mit vier erfahrenen Gastronomen aus unterschiedlichen Kreisteilen ins Leben gerufen worden. „Diese Fachleute sollen in erster Linie, unabhängig von der Frage der Nachfolgeregelung, Interessierten Hilfestellung bei der Gründungsentscheidung geben“, erläuterte Dr. Hüttemann. Dazu gehörten zum Beispiel Fragestellungen wie die Ausrichtung des Angebots, das Auffinden eines geeigneten Standorts, die Bewertung eines bestehenden Standorts, die Möglichkeiten im Bereich der Werbung sowie Aspekte der Lokalgestaltung und ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem noch Tipps, wie die wichtige und vielfach nicht einfache Zeit der Markteinführung von gastronomischen Angeboten geplant und umgesetzt werden könne.

In diesem Zusammenhang sprachen sich die Gastronomen Konrad und Henrik Debelius für eine Qualifikation für Gastronomen aus. Die „Frikadellen-Prüfung“, also eine Schulung zur Hackfleischverordnung, reiche nicht aus. „Qualifikation kann Qualität sichern“, waren sie sich einig. Für mehr Praxisbezug in der gastronomischen Ausbildung sprach sich zudem die Hoteldirektorin Andrea Thomas aus. Auch fundiertes kaufmännisches Wissen sei sehr wichtig, denn aus den Zahlen könne man erkennen, welche Fehlentscheidungen man in einem Betrieb getroffen hat.

„Um im Vorfeld nähere und aktuelle Informationen über die gastronomische Situation im Landkreis zu erhalten, hat die Wirtschaftsförderung eine Abfrage bei den Städten und Gemeinden gestartet“, so Marian Zachow. Dabei seien neben einigen Erfolgen insbesondere auch die aktuellen Herausforderungen und Wünsche von den Kommunen beschrieben worden.

„Viele Städte und Gemeinden halten das Thema gastronomische Versorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf für sehr wichtig und sehen darin auch einen nicht zu unterschätzenden Standortfaktor“, schilderte der Erste Kreisbeigeordnete Ergebnisse der Umfrage. Einige Bürgermeister könnten sich eine Kampagne für die Berufsbilder der Gastronomie in der Region vorstellen oder hoffen auch durch eine stärkere Diskussion über das Thema neue Interessenten zu finden. Dabei sei auch angemerkt worden, dass nicht selten Lokale mit gutbürgerlicher, heimischer Küche besondere Probleme hätten, eine Nachfolge in der Betreiberschaft zu finden.

„In der Gastronomie werden seit Jahren Nachwuchskräfte dringend gesucht, noch stärker als beispielsweise im Gesundheitssektor. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie für den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dabei haben die Berufsbilder in der Gastronomie eine häufig kreative und kommunikative Komponente mit der Perspektive der Selbstständigkeit“, schilderte Dr. Hüttemann einen weiteren Handlungsstrang, der bei der Entwicklung zukunftsfähiger Gastronomiekonzepte beachtet werden müsse. Die Qualifizierungsoffensive „ProAbschluss“, angesiedelt beim Fachdienst Wirtschaftsförderung des Kreises, bietet Weiterbildungs- und Fördermittelberatung für Unternehmen und Beschäftigte an und unterstützt dabei, den Berufsabschluss nachzuholen. Beratungen erhalten Interessierte direkt beim Bildungscoach der Wirtschaftsförderung des Landkreises.

„Die Unternehmensnachfolge ist ein sensibles Thema, sowohl für die übergebende Seite als auch für die übernehmende Partei. Eine Lösung innerhalb der Familie ist – wie bei der Familie Debelius im Ebsdorfergrund gelungen – leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr sondern eher die Ausnahme“, sagte Zachow. Wie auch in anderen Branchen werde das Thema Nachfolgeregelung häufig zu spät angegangen. „Deshalb möchten wir die Betriebe frühzeitig auf bestehende Angebote hinweisen und eine Erstberatung anbieten. Unsere Wirtschaftsförderung hat dabei eine Lotsenfunktion und kann weitere Angebote vermitteln“, erläuterten Zachow und Hüttemann. Hierzu sei ein Info-Schreiben an die Betriebe geplant, das Beratungsangebot gelte aber ab sofort, betonten Marian Zachow und Dr. Frank Hüttemann.

„Die Informationsmöglichkeiten der Gäste haben sich vor dem Hintergrund von Online-Bewertungsplattformen in der Hotellerie und Gastronomie erheblich verändert. Hierauf müssen sich die Betriebe einstellen. Auch hierzu werden Beratungsangebote entwickelt“, ergänzte Hartmut Reiße, Geschäftsführer vom Hessischen Tourismusverband e.V.

Mit dem Gastronomen-Netzwerk bieten der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Industrie- und Handelskammern (IHK) Lahn-Dill und Kassel-Marburg, der Naturpark Lahn-Dill-Bergland, die Hotel- und Touristikfachschule Marburg, die Qualifizierungsoffensiven aus Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf sowie die Gastronomen bereits eine Plattform zum Austausch. Das Netzwerk trifft sich ein bis zwei Mal im Jahr und organisiert jährlich eine Veranstaltung für Gastronomen. Ziel des Netzwerkes ist es in diesem Jahr wirtschaftliche Perspektiven und neue Strategien fürs Gastgewerbe auf unterschiedlichen Ebenen darzustellen.

„Dieses Netzwerk, in dem wir verschiedene Expertisen bündeln, ist eine wichtige Basis für weitere Schritte, den Negativ-Trend in der Gastronomie umzukehren, zumindest aber aufzuhalten“, ist sich Marian Zachow sicher.

Nähere Informationen unter:

Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Wirtschaftsförderung
Dr. Frank Hüttemann

Im Lichtenholz 60
35043 Marburg

Telefon 06421 405-1225
E-Mail: HuettemannFrmarburg-biedenkopfde


Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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