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Pressemitteilung 218/2019

07.06.2019

Ubbelohde-Preise als Auszeichnung und Ansporn verliehen – Philipp Layer, das Rauschenale-Team und der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter erhielten begehrten Kulturpreis des Kreises

Nach der Preisverleihung im Innenhof des Schlosses (v.l.): Hans-Uffe Boerma, Gertraud Lenz, Heidrun Schlitter, Dr. Martina Kepper und Henning Kaiser (alle Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V.), Martha Henkel, Dr. Ulrich Hoerder, Dr. Anne Hoerder (alle Rauschenale-Team), Philipp Layer, Landrätin Kirsten Fründt und Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert. (Foto: Mark Adel)

Marburg-Biedenkopf – In würdigem Rahmen hat Landrätin Kirsten Fründt den Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises Marburg-Biedenkopf an Philipp Layer, an das Rauschenale-Team und an den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V verliehen. Das kreiseigene Schloss in Bidenkopf bildete die Kulisse für die feierliche Preisverleihung

Mit diesem begehrten und angesehenen Kulturpreis stärkt der Kreis das Bewusstsein für die Erhaltung und Pflege der heimischen Kunst, der Denkmalpflege, der Geschichte und des Brauchtums sowie der Beschäftigung mit dem Werk Otto Ubbelohdes. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro verbunden.

Landrätin Kirsten Fründt machte darauf aufmerksam, wie wichtig die Kulturarbeit für den Landkreis ist: „Als Kulturdezernentin erhalte ich viele interessante Einblicke in die Kulturarbeit im Landkreis und ich bin über diese Vielfalt, die Qualität und die Originalität immer wieder aufs Neue begeistert. Die Kulturangebote im Landkreis sind wertvoll für die Gemeinschaft, sie sind bunt, bewahrend, innovativ und belebend und vor allem sind sie auch identitätsstiftend.“ Je mehr man sich mit diesen vielfältigen Kulturangeboten im Kreis befasse, desto größer werde der Respekt vor der hier erbrachten Leistung, sagte sie auch im Namen der Jury. Als Landkreis wisse man deshalb auch insgesamt das große Engagement im Kulturbereich der vielen Initiativen, Vereine und Einzelpersonen, der Städte und Gemeinden und der Institutionen sehr zu schätzen.

Diese Vielfalt und Leistungsfähigkeit spiegelt sich auch in den starken Bewerbungen um den Ubbelohde-Preis wider. Über den hohen Anteil von hervorragenden Bewerbungen äußerten sich auch unisono die Jurymitglieder, die wieder einmal die Qual der Wahl hatten und aus 52 Vorschlägen lediglich drei Preisträger benennen durften. Ein großes Lob zollte Landrätin Fründt dann auch den Jurorinnen und Juroren für ihre spannende, aber auch intensive Arbeit, die sehr demokratisch und fair verlaufe und bei der immer die künstlerische oder kulturelle Leistung der Vorgeschlagenen im Mittelpunkt stehe.

Den Festvortrag hielt Kerstin Weigel von den Marburger Gästeführerinnen und Gästeführer, die 2015 den Otto-Ubbelohde-Preis erhielten. Der Vortrag war überschrieben mit dem Titel: „Unsere Begeisterung für eine außergewöhnliche Stadt“ und zeigte die große Anzahl und Vielfalt an unterschiedlichen, themenbezogenen Führungen auf. Es war gleichzeitig eine gute Werbung dafür, die scheinbar bekannte Stadt Marburg durch die Augen der Gästeführerinnen und Gästeführer einmal aus einer ganz anderen Perspektive aus zu erleben.

Das Duo Birgit Grebe-Jonas (Gesang) und Silvia Salzbauer (Piano) umrahmte die Preisverleihung musikalisch.

Landrätin Fründt gratulierte den Preisträgern und betonte, dass die Auszeichnung auch immer ein Ansporn sei, ihr Engagement weiter fortzuführen.

Kurzinformationen zu den Preisträgern 2019:

In Anerkennung seines Wirkens als Erzählkünstler, insbesondere im Zusammenhang mit den von Ubbelohde illustrierten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, erhielt Philipp Layer aus Münchhausen die begehrte Auszeichnung.

Dr. Anne Hoerder, Martha Henkel und Dr. Ulrich Hoerder aus Rauschenberg bekamen den Otto-Ubbelohde-Preis 2019 in Anerkennung des Engagements für das Kunst-Event Rauschenale verliehen.

Dem Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V. verlieh der Landkreis die hohe Auszeichnung für die engagierte Arbeit zum Erhalt und zur kulturellen Nutzung der ehemaligen Synagoge Wetter.

Hintergrund: Ausführliche Informationen zu den Preisträgern

Philipp Layer, Münchhausen:

Philipp Layer nennt sich selbst „Erzählkünstler“. Er steht mit seiner Arbeit für eine sehr alte Kulturform, der Erzählkultur. Dabei unterscheidet er drei Formen: Das Erzählen von „Märchen im Urtext“ mit dem Wunsch, beim Zuhörer innere Bilder zu erwecken, „Geschichten am roten Faden“ zu den Themen der Heimat, der Religion und Natur sowie „freie Improvisation“ mit Zuhörern und für Zuhörer.

Seine Darbietungen, manchmal in Kombination mit einer Sängerin, einem Schmied, einem künstlerisch gestalteten und im Rahmen einer Geschichte abzugehenden Geschichtenpfad oder auch nur in kreativem und ungewöhnlichem Outfit, sind etwas ganz Besonderes. Er besucht Schulklassen, Krankenhäuser sowie Hospize und bereichert Festveranstaltungen. Layer entführt die Zuhörer in seine Welt der Geschichten und zieht sie damit in seinen Bann. Er weckt mit seinen Erzählungen und der heute fast vergessenen Art der Vermittlung Begeisterung nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen. Das fördert zudem die Fantasie und das Interesse an Büchern und Geschichten fernab der Computerspiele und neuen Medien. Immer wieder stellt er einen Bezug zu Otto Ubbelohdes Märchenillustrationen sowie den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm her und baut Kunstwerke heimischer Künstlerinnen und Künstler in seine Geschichten gekonnt ein.

Hier wird eine der ältesten Kunstformen der Menschheit, nämlich das Geschichtenerzählen, in die heutige Zeit übertragen.

Rauschenale-Team mit Dr. Anne Hoerder, Martha Henkel und Dr. Ulrich Hoerder, Rauschenberg:

Die Rauschenale hat die Stadt Rauschenberg verändert. Die drei Personen haben gezeigt, dass eine kleine Stadt mit einem gut durchdachten Kunstprojekt sehr gut punkten und ihr Image verändern kann. Die Rauschenale ist eine über viele Stationen im Ort verteilte Kunstausstellung mit überwiegend regionalen Künstlerinnen und Künstler. Gemeinsam ist den drei Personen, dass ihnen in der kleinen, von Fachwerkhäusern geprägten Kleinstadt Rauschenberg mit der „Rauschenale“ eine Kombination von Kunst und Kultur und der Stärkung des Gemeinsinns gelungen ist. Das konnte nur durch sehr großen persönlichen Einsatz, dem Einbringen eigener finanzieller Mittel und einem sehr großen Organisationsaufwand gelingen. Diese Veranstaltungen haben sowohl bei der ersten Rauschenale 2016 als auch bei der zweiten Auflage im Folgejahr gezeigt, dass „große Kunst in der kleinen Stadt“, wie es die Presse bezeichnete, möglich ist. Die Vermittlung von Kunst und Kultur in ländlichen Räumen, die Nutzbarmachung leerstehender oder historisch bedeutender Gebäude sowie die intensive Förderung des gemeinschaftlichen Gedankens sind die Säulen der Rauschenale. Hier bringen sich neben den drei Geehrten viele weitere Menschen mit großem Engagement ein. Mit jeweils mehr als 2.000 Besucherinnen und Besuchern sowie 60 bzw. im Folgejahr rund 80 ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern hat die Rauschenale gezeigt, wie Rauschenberg in dieser Zeit zu einer von Kunst geprägten Stadt wurde. An verschiedenen Orten in der Stadt entstanden nicht nur temporär Galerien, sondern durch die vielfältigen Plattformen, die unterschiedlichen kulturellen Angebote und das außergewöhnliche Miteinander entwickelte sich auch ein ganz besonderes Kunst-Event im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Die Auszeichnung der drei Initiatoren und Organisatoren dient auch der Anerkennung für ein mutiges und Beispiel gebendes Herangehen an ein Kulturprojekt, das so viele positive Auswirkungen zeigt. Gleichzeitig soll es auch eine Anregung sein, dieses Projekt fortzusetzen. Es ist zudem mit der Hoffnung verknüpft, weitere Förderer und Unterstützer für die Rauschenale gewinnen zu können.

Vom 8. bis zum 10. Juni 2019 findet die nächste Rauschenale statt. Wieder sind 80 Kunstschaffende mit rund 600 Exponaten an 14 Standorten dabei.

Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V.:

Der am 3. Januar 2005 von 35 Personen gegründete „Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V.“ setzt sich für den Erhalt der ehemaligen Synagoge in Wetter und deren Nutzung als Gedenkstätte, Lernort und Stätte kultureller Begegnungen ein. Die Feierstunde zur Einweihung der Synagoge fand am 27. Januar 2005 unter großer Beteiligung von Ehrengästen, den an der Restaurierung unmittelbar Beteiligten und vielen weiteren Personen statt.

Der Verein will die Geschichte des Hauses im Speziellen und die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Wetters im Allgemeinen wach halten. Aber die vielfältigen Aktivitäten sind damit nicht allein beschrieben. Er will, dass das Haus offen ist für möglichst viele interessierte Menschen. Es hat sich zu einem kulturellen Zentrum in der Stadt Wetter entwickelt. Deshalb bietet der Träger- und Förderverein jedes Jahr ein vielseitiges, interessantes und abwechslungsreiches Kulturprogramm an.

Hervorzuheben ist, dass der Eintritt zu den Veranstaltungen in der Regel frei ist und die Aufwendungen durch Spenden finanziert werden. Dadurch gibt es auch beispielgebende Teilhabemöglichkeiten an den Angeboten für alle Interessierte.

Dr. Martina Kepper als Vorsitzende und ihre Mitstreiterinnen und Mitastreiter realisieren Lesungen, Musikveranstaltungen, Gesprächsrunden, Ausstellungen und vieles andere mehr in den beeindruckenden Räumlichkeiten der ehemaligen Synagoge. Sie beteiligen sich zudem an den Literaturveranstaltungen „Krimifestival Marburg“ und Literaturfrühling Marburg-Biedenkopf.

Der Erhalt und die Pflege der ehemaligen Synagoge in Wetter ist für sich genommen schon eine große Aufgabe. Das Bespielen mit einem so breit gefächerten Angebot und der soziale Teilhabeansatz sind hier ergänzend besonders hervorzuheben.


Kontakt

Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Presse- und Medienarbeit, Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, E-Mail: pressestellemarburg-biedenkopfde. Tel.: 06421 405-1350, Fax.: 06421 405-921350. www.facebook.com/landkreis.marburg.biedenkopf, alle Pressemitteilungen unter www.marburg-biedenkopf.de. Pressesprecher: Stephan Schienbein.

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