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Pressemitteilung 254/2019

03.07.2019

Bestickte Stoffschürzen sind Exponate des Monats im Hinterlandmuseum – Mädchen aus Wallau bestickte die Schürzen Anfang 1940er Jahre

Eine der drei Schürzen, die als Exponate des Monats im Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf gezeigt werden, ist mit Blumenmustern bestickt.

Marburg-Biedenkopf – Die Exponate des Monats Juli im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf sind drei baumwollene Stoffschürzen in den Farben weiß und schwarz. Monika Strohmann aus Biedenkopf hat die Schürzen dem Museum gestiftet. Die beiden weißen Schürzen wurden vermutlich Anfang der 1940er Jahre von Elli Homrighausen von Hand bestickt. Die Schürzen erweitern die Museumssammlung von Gegenständen aus dem Frauenleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Die mit hell- und dunkelblauem Garn bestickte weiße Schürze ist mit Blumen-Verzierungen bestickt. Die rot und blau bestickte Schürze wurde mit geometrischen Mustern verziert. Beide Schürzen wurden darüber hinaus auch im Randbereich mit blauem Stickgarn gesäumt. Die Schürzen wurden von Elli Homrighausen für ihre Mutter bestickt, eventuell aber auch von der Schülerin für den Eigenbedarf verziert. Die schwarze unbestickte Halbschürze gehörte wohl Ellis Mutter Anna und wurde laut Stifterin bei Beerdigungskaffees getragen. 

Zur Schenkung der Schürzen zugehörig ist ein kleines Täschchen aus weißem Stoff, das ebenfalls mit blauem Garn mit Lochmuster verziert wurde und welches mit den Initialen „EH“ (Elli Homrighausen) bestickt wurde.

Elli Homrighausen wurde 1927 in Wallau an der Lahn geboren und besuchte 1943/44 die städtische Haushaltungs- und Gewerbeschule für Mädchen in Marburg. Sie starb im Alter von nur 17 Jahren im Oktober 1944 an den Folgen eines Bombenangriffes auf Wallau. 

In einer Mappe mit Näh- und Stickmusterproben, die von Elli Homrighausen während ihrer Ausbildung angefertigt wurde, sind Stickproben mit verschiedenen Zierstichen und Hohlsäumen, mit Kreuz-, Spann- und Vorstichen sowie Stickproben mit durchgezogenen Fäden enthalten. 

Die Schürze war vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der weiblichen bürgerlichen Alltagskleidung. Sie wurde in der Frauenkleidung auch als Zierschürze getragen. Heute wird sie geschlechterübergreifend meist als Kleidungsschutz genutzt und deckt dabei die Kleidung ab dem Brustbereich oder ab Hüfthöhe ab. In einigen Berufen, wie zum Beispiel dem Nahrungsmittelgewerbe und der Gastronomie, ist eine Schürze Teil der Arbeitskleidung. Je nach Funktion und Arbeitsbereich bestehen Schürzen, die dem Kleidungsschutz dienen, aus verschiedenen Stoffarten, Gummi, Leder oder aus einer Bleischicht. 

In der Trachtenkleidung haben Schürzen eine besondere Rolle. Sie wurden zum Teil aufwendig bestickt, anderweitig verziert, glänzend gemacht oder in Falten gelegt. Auch an ihnen, wie an den übrigen Kleidungsstücken einer Tracht kann man den emotionalen oder sozialen Status einer Trägerin ablesen. 

Monika Strohmann stiftete bereits einige Gegenstände an das Museum, die aus dem Besitz der seit den 1920er Jahren in Wallau ansässigen Familie Homrighausen stammen. Im Besitz des Museums befinden sich von Elli Homrighausen einige persönliche Dokumente, die genannte eine Mappe mit Näh- und Stickmusterproben und weitere bestickte Kleidungsstücke.


Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf:

Das Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf hat bis zum 15. November dienstags bis sonntags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise: Erwachsene: 2,50 Euro; Kinder bis 14 Jahre: 1,30 Euro; Gruppen pro Person jeweils: 2,00 Euro; Schulgruppen pro Person: 1,00 Euro. Für Inhaber der Ehrenamtscard ist der Eintritt frei.

Weitere Informationen beim Hinterlandmuseum im Landgrafenschloss in Biedenkopf; Telefon: 06461 924651, per E-Mail: Hinterlandmuseummarburg-biedenkopfde oder online unter www.marburg-biedenkopf.de.

 

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