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Shigellen

Shigellen sind weltweit verbreitete Bakterien. Die Infektion führt zu einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung (Shigellose, Shigellenruhr oder Shigellen-Dysenterie).

Die Erkrankung wird nahezu ausschließlich von Reisenden importiert (vor allem Tunesien, Türkei, Dominikanische Republik, asiatische Länder, Ägypten und Staatsgebiete des früheren Jugoslawien).

Wie kommt es zu der Infektion?

Die Übertragung erfolgt überwiegend als fäkal-orale Schmierinfektion bei direktem Kontakt von Mensch zu Mensch bzw. über Berührung entsprechend mit Keimen verunreinigter (kontaminierter) Flächen und Gegenstände. Infektionen durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel besitzen vor allem in wärmeren Ländern Bedeutung, hier ist auch mit einer Übertragung in kontaminierten Badegewässern zu rechnen.

S. sind sehr ansteckend. Bereits 10-200 aufgenommene Keime können zur Erkrankung führen.

Krankheitszeichen / Krankheitsverlauf

Die Infektion kann leicht (mit geringem wässrigem Durchfall) und als schwere Erkrankung mit Fieber, blutigem-eitrigem Durchfall („Shigellenruhr“) verlaufen. Krampfartige Bauchschmerzen sind typisch. Als seltene Komplikation kann es zu einer entzündlichen Zerstörung der Dickdarmwand bzw. zur Entwicklung eines sog. hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) – einer möglicherweise lebensbedrohlichen Beeinträchtigung der Nieren- und Blutgerinnungsfunktion – kommen.

Das zeitliche Intervall bis zum Auftreten der Symptomatik (Inkubationszeit) beträgt nur selten länger als 12-96 Stunden.

Eine Ansteckungsfähigkeit besteht während der akuten Infektion und solange der Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden wird, dies kann 1-4 Wochen nach der akuten Krankheitsphase der Fall sein.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gründliches Waschen der Hände mit Seife unter fließendem Wasser vor jeder Küchenarbeit, nach jedem Toilettenbesuch und vor dem Essen. In Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergarten) personenbezogene Benutzung von Handtüchern, alternativ Einmalhandtücher
  • In Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen nur abgekochtes Wasser trinken und den Verzehr ungekochter Speisen vermeiden
  • Kein Wasser trinken, welches nicht ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist

Maßnahmen bei Shigellen-Erkrankung

Hygienemaßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung

  • Gründliche Händewaschung und -desinfektion nach dem Toilettenbesuch, vor dem Essen und vor der Zubereitung von Mahlzeiten zwingend. Flüssigseife und Handtuch getrennt für den Erkrankten bereitstellen
  • Reinigung der Toilette mit Sanitärreinigern nach jeder Benutzung durch den Erkrankten / Ausscheider, tägl. Desinfektion
  • Fortlaufende Desinfektion aller Gegenstände und Flächen, die mit infektiösen Ausscheidungen in Berührung gekommen sind
  • Textilien mit Kochwaschgang, mind. jedoch bei 60° in der Maschine waschen. Andernfalls Utensilien zuvor 12 Std. In geeignete Desinfektionslösung einlegen

Information der Gemeinschaftseinrichtung / des Gesundheitsamtes / Besuchs- und Tätigkeitsverbot

  • Eltern sind verpflichtet, die Gemeinschaftseinrichtung unverzüglich zu informieren, wenn ihr Kind bzw. eine Person in dessen Wohngemeinschaft an Shigellose erkrankt ist oder wenn das Kind – ohne selbst krank zu sein – diese Krankheitserreger ausscheidet. Ziel ist, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Infektion und zum Schutz der anderen Kinder einleiten zu können. Wiederzulassung (auch von Ausscheidern) nur bei geformten Stuhl mit Nachweis dreier negativer (d.h. Erreger-freien) Stuhlproben im Abstand von jeweils 2 Tagen und ärztlichem Attest
  • Für Erkrankte und Ausscheider besteht ein Besuchsverbot von bzw. ein Tätigkeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen
  • Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung ist zur unverzüglichen namentlichen Meldung an das Gesundheitsamt verpflichtet

Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich

  • Personen, die an Shigellose erkrankt sind oder Shigellen ausscheiden dürfen beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln und in Küchen von Gaststätten und sonstiger Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung nicht tätig sein. (IfSG § 42, s. auch Informationen „Für Beschäftigte im Lebensmittelbereich“)
  • Vor Wiederaufnahme der Tätigkeit Nachweis dreier negativer Stuhlproben (vgl. oben), ärztliches Attest erforderlich.

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