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Salmonellen

Salmonellen sind weltweit vorkommende Bakterien. S. enteritidis spielt als häufiger Verursacher von infektiösen Magen-Darm-Erkrankungen (infektiöse Gastroenteritis) eine bedeutende Rolle (Salmonellose oder Salmonellen-Enteritis).

S. typhi bzw. Paratyphi sind Erreger des Typhus bzw. Paratyphus. Auf diese schwerwiegenden, fieberhaften Erkrankungen mit Darmbeteiligung, die in warmen Ländern mit schlechten Lebens- und Hygienebedingungen vorkommen und die als Reiseerkrankung Bedeutung haben, wird im Weiteren nicht eingegangen.

Diese Seite befasst sich ausschließlich mit der Salmonellen-Enteritis.

Wie kommt es zu der Infektion?

Salmonellen stammen zumeist von Geflügel, Rindern und Schweinen, wobei diese Tiere in den seltensten Fällen selbst erkrankt sind. Der Mensch infiziert sich über den Verzehr mit Salmonellen verunreinigter Lebensmittel tierischen Ursprungs (Lebensmittelvergiftung): Rohes, nicht bzw. unzureichend erhitztes Fleisch (Schlachtgeflügel, Hackfleisch, Rohwurstsorten, besonders frische Mettwurst, Fleischsalate), Eier und Speisen, die Rohei enthalten (Eischäume, Cremes, Konditoreiware, Mayonnaise, Speiseeis, Eipulver).
Eine Infektion über direkten Kontakt mit infizierten Tieren ist sehr selten, die Übertragung von Mensch zu Mensch auf besondere Einzelfälle beschränkt.

Salmonellen wachsen im Temperaturbereich von 10-47°C, in einigen Fällen bereits ab 6-8°C. In der Umwelt und in oder auf verschiedenen Lebensmitteln sind sie bis zu mehreren Monaten überlebensfähig.

Krankheitszeichen / Krankheitsverlauf

Typische Krankheitszeichen (Symptome) einer Salmonellose sind plötzlich auftretende, häufig krampfartige Bauchschmerzen und wässriger Durchfall, teilweise auch Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.
Das zeitliche Intervall bis zum Auftreten der Beschwerden (Inkubationszeit) beträgt 5-72 Stunden, max. 7 Tage und ist abhängig von der aufgenommenen Erregermenge.
Abwehrschwache Menschen (Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen) sind besonders gefährdet. Erkrankte gelten, solange sie Salmonellen mit dem Stuhl ausscheiden (im Mittel 3-6 Wochen, bei Säuglingen auch länger), als infektiös.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Grundlagen der Hygiene beachten (siehe hierzu auch Textblock "Maßnahmen bei Salmonellen Erkrankung")
  • Lebensmittel möglichst umgehend in Kühl- oder Gefrierschrank lagern (Kühlkette erhalten)
  • Rohes Fleisch und Geflügel immer getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten. Bei Zubereitung benutzte Flächen, Bestecke und Geräte reinigen
  • Vorsicht bei roher Milch / Rohmilch-Produkten / Rohei-Produkten
  • Eingefrorene Nahrungsmittel langsam im Kühlschrank oder schnell im Mikrowellenherd und nicht bei Raumtemperatur auftauen
  • Beim Kochen in der Mikrowelle sind genügend lange Garzeiten zu wählen, damit die Speisen auch im Inneren ausreichend erhitzt werden (>70° C)
  • Kein Wasser trinken, welches nicht ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist

Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben: 06421/405-40

Maßnahmen bei Salmonellen Erkrankung

Hygienemaßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung

  • Gründliches Händewaschen nach dem Toilettenbesuch, vor dem Essen und vor der Zubereitung von Mahlzeiten zwingend, Desinfektion ratsam. Flüssigseife und Handtuch getrennt für den Erkrankten bereitstellen
  • Reinigung der Toilette mit haushaltsüblichen Sanitärreinigern nach jeder Benutzung durch den Erkrankten / Ausscheider.
  • Textilien mit Kochwaschgang, mind. Jedoch bei 60° in der Maschine waschen

Information der Gemeinschaftseinrichtung / des Gesundheitsamtes / Besuchsverbot

  • Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Eltern verpflichtet, die Salmonellose ihres Kindes der Gemeinschaftseinrichtung (z.B: Kindergarten) zu melden. Ziel ist, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Infektion und zum Schutz der anderen Kinder einleiten zu können.
  • Nur für Kinder bis zum 6. Lebensjahr gilt ein Besuchsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen. Die Wiederzulassung nach Genesung kann erfolgen, wenn wieder geformter Stuhl vorliegt. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
  • Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung ist zur unverzüglichen namentlichen Meldung an das Gesundheitsamt verpflichtet

Tätigkeitsverbote

  • Personen, die an Salmonellose erkrankt sind oder Salmonellen ausscheiden dürfen beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln und in Küchen von Gaststätten und sonstiger Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung nicht tätig sein. (IfSG § 42, s. auch Infoblatt „Für Beschäftigte im Lebensmittelbereich“).
  • Die Wiederaufnahme der Tätigkeit erfordert den Nachweis dreier negativer (d.h. Erreger-freien) Stuhlproben. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.

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