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Hepatitis A

Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine durch das Hepatitis A-Virus hervorgerufene ansteckende Leberentzündung. Weil die Hepatitis A in südlichen Ländern verbreitet ist, werden Infektionen oft bei Reisen im Ausland erworben.

Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollte daher rechtzeitig vor einer solchen Reise (mindestens zwei Wochen vorher) eine aktive Schutzimpfung erfolgen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal/oral: infizierte Personen scheiden das Virus mit dem Stuhl aus, das dann über den Mund (oral) durch verunreinigte Speisen und Getränke aufgenommen oder als Schmierinfektion direkt über die Hände oder verunreinigte Gegenstände weitergegeben wird. Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt ca. 30 Tage. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt 7 bis 14 Tage vor bis 14 Tage nach Auftreten der ersten Symptome bzw. bis 7 Tage nach Auftreten der Gelbfärbung (Ikterus).

Krankheitszeichen und Krankheitsverlauf

Die Erkrankung beginnt oftmals uncharakteristisch mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Magen-Darm-Beschwerden. Eine Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute (Ikterus), die aber nicht immer auftreten muss, zeigt die Leberschädigung an. Bei Kindern kann die Infektion häufig ohne wesentliche Symptome verlaufen: so erkranken nur etwa fünf Prozent der Kinder unter zehn Jahren und ca. 50 Prozent der über 10-Jährigen von allen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Deswegen wird bei vielen der akut infizierten Kinder die Krankheit nicht bemerkt. Trotzdem sind diese Kinder infektiös und können andere Personen anstecken, die dann unter Umständen schwer erkranken. In der Regel verläuft die Erkrankung komplikationslos (allerdings kann es bei Erwachsenen zu schweren Erkrankungen kommen) und heilt vollständig aus. Chronische Verlaufsformen werden nicht beobachtet. Die Diagnostik der Hepatitis A ist schnell und sicher möglich, sie erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut. Die Therapie besteht vorwiegend in körperlicher Schonung. Eine einmal durchgemachte Hepatitis A bewirkt meist eine lebenslange Immunität.

Was gilt für Kindergemeinschaftseinrichtungen/Schulen?

Nach § 34 Infektionsschutzgesetz dürfen Personen, bei denen der Verdacht auf eine Hepatitis A besteht oder bei denen die Diagnose bestätigt wurde, eine Gemeinschaftseinrichtung wie z. B. eine Kindertagesstätte oder Schule nicht besuchen bzw. nicht in ihr tätig sein. Eine Wiederzulassung nach Krankheit ist 14 Tage nach Auftreten der ersten Symptome bzw. 7 Tage nach Auftreten der Gelbfärbung der Haut (Ikterus) möglich.

Erkrankte dürfen frühestens 14 Tage nach Auftreten der ersten Symptome bzw. 7 Tage nach Auftreten des Ikterus die Einrichtung wieder besuchen.
Enge Kontaktpersonen (Geschwister, Eltern, Betreuungspersonen, Freunde und Spielkameraden mit engem körperlichem Kontakt, usw.) sollten sich umgehend bei ihrem Arzt untersuchen lassen (Impfausweis mitbringen!) und ggf. eine Schutzimpfung erhalten. Erfolgt die Impfung innerhalb von zehn Tagen nach Kontakt, ist es in ca. 80% der Fälle noch möglich, eine Infektion zu verhindern, aber auch später durchgeführte Impfungen können in vielen Fällen eine Erkrankung an Hepatitis A verhindern. Geimpfte Personen (eine Impfung, die weniger als ein Jahr zurück liegt oder zweimalige Impfung) oder Personen, die nachweislich bereits eine Hepatitis A durchgemacht haben, können die Einrichtung auch bei gehäuftem Auftreten von Hepatitis Aerkrankungen weiter besuchen.

Alle Kontaktpersonen (z. B. Klassenkameraden) sollten bei typischen Krankheitserscheinungen (Übelkeit, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit, Gelbfärbung der Haut, heller Stuhl, dunkler Urin) umgehend den Arzt aufsuchen und ggf. die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung, die sie besuchen, informieren. In Zweifelsfällen steht der Hausarzt oder das Gesundheitsamt gern beratend zur Seite.


Grundsätzlich empfehlen wir allen Kontaktpersonen, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen.


Hygienische Maßnahmen

Eine Isolation des/der Erkrankten ist nicht erforderlich, allerdings sollte in den ersten Tagen aus hygienischen Erwägungen eine eigene Toilette (falls vorhanden) benutzt werden. Zusätzlich ist eine gute Händehygiene erforderlich, da die Übertragung der Hepatitis A-Viren durch diese Händehygiene verhütet werden kann. Erkrankte und Kontaktpersonen sollten sich daher die Hände nach jedem Toilettenbesuch gründlich waschen und mit Einmal-Papierhandtüchern abtrocknen. Damit das Virus nicht durch Lebensmittel weiterverbreitet wird, muss auch der Küchenhygiene besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Die Übertragung von Hepatitis A erfolgt hauptsächlich fäkal/oral (s.o.). Um Ansteckungen zu verhüten sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Gründliches Händewaschen mit Seife nach jedem Toilettengang
  • Verwendung von Einmalhandtüchern
  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion des Sanitärbereichs unter Verwendung von Einwegwischlappen
  • Beim Umgang mit möglicherweise infektiösem Material sollten Handschuhe getragen werden (z.B. beim Windelnwechseln)
  • Alle möglicherweise mit Stuhl in Berührung gekommenen Gegenstände sind gründlich zu säubern
  • Gründliches Händewaschen vor dem Umgang mit Lebensmitteln

Zu beachtende Krankheitszeichen

Ist in Ihrem Umfeld eine Person an einer infektiösen Leberentzündung (Hepatitis A) erkrankt ist und/oder sollte Kontakt zu einer an Hepatitis A erkrankten Personen bestehen bzw. bestanden haben, sollten Sie bei sich/Ihrem Kind in der nächsten Zeit auf folgende Krankheitssymptome achten:

  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit und Bauchschmerzen
  • erhöhte Temperatur
  • Abgeschlagenheit
  • Gelbfärbung der Haut oder der Augen
  • Hautjucken
  • sehr heller Stuhl
  • brauner Urin

Falls eins oder mehrere dieser Krankheitssymptome bei Ihnen/Ihrem Kind auftreten, begeben Sie sich bitte umgehend in ärztliche Behandlung. Weisen Sie den Arzt/die Ärztin auf den Kontakt zu der an Hepatitis A erkrankten Person hin. Bitte informieren Sie außerdem das Gesundheitsamt!

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung.

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