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Campylobacter

Campylobacter jejuni bzw. coli sind weltweit vorkommende Bakterien, die als Verursacher von infektiösen Magen-Darm-Erkrankungen (infektiöse Gastroenteritis) eine bedeutende Rolle spielen.

Wie kommt es zu der Infektion?

Der Verzehr mit Campylobacter-Bakterien verunreinigter (kontaminierter) Nahrungsmittel tierischen Ursprungs (unzureichend erhitztes oder kontaminierte Geflügelprodukte [nicht aber Eier], nicht pasteurisierte Milch, unzureichend gekochtes oder rohes Fleisch) stellt die maßgebliche Infektionsquelle dar (Lebensmittelinfektion). Darüber hinaus kann die Infektion auch über kontaminiertes, nicht aufbereitetes Trinkwasser übertragen werden.

Auch Infektionen über direkten Tierkontakt zu durchfallerkrankten Hundewelpen und Katzen, sowie zu anderen Heim- und Nutztieren (Goldhamster, Vögel, Schweine, Rinder, Mäuse) kommen vor. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (als fäkal-orale Schmierinfektion bei Kontakt zu Campylobacter-Ausscheidern) ist möglich und spielt vor allem bei Kindern eine Rolle.

Krankheitszeichen / Krankheitsverlauf Krankheitszeichen (Symptome) einer Campylobacter-Infektion sind krampfartige Bauchschmerzen und breiig bis wässriger, teilweise auch blutiger Durchfall und Fieber.

Häufig gehen diesen Symptomen im Abstand von 12-24 Stunden Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen voran. Die Erkrankung dauert in der Regel bis zu einer Woche, Rückfälle sind möglich (5-10%). Selten kommt es – insbesondere bei abwehrgeschwächten Menschen zu einem chronischen Verlauf der Erkrankung.

Das zeitliche Intervall bis zum Auftreten der Beschwerden (Inkubationszeit) beträgt 2-5 Tage, in Einzelfällen 1-10 Tage. Erkrankte gelten, solange sie Campylobacter mit dem Stuhl ausscheiden (im Mittel 2-4 Wochen), als infektiös.

Vorbeugende Maßnahmen

Grundlagen der Hygiene beachten (s. hierzu auch Textkasten rechts) Lebensmittel möglichst umgehend in den Kühl- oder Gefrierschrank verbringen (Kühlkette erhalten)

Rohes Fleisch und Geflügel immer getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten. Bei Zubereitung benutzte Flächen, Bestecke und Geräte reinigen (insbesondere bei Zubereitung von frischem oder tiefgefrorenem Geflügel Abkochen roher Milch, die direkt vom Erzeuger abgegeben wird Insbesondere abwehrgeschwächte Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sollten auf Verzehr roher Lebensmittel tierischer Herkunft grundsätzlich verzichten Eingefrorene Nahrungsmittel langsam im Kühlschrank oder schnell im Mikrowellenherd und nicht bei Raumtemperatur auftauen

Beim Kochen in der Mikrowelle sind genügend lange Garzeiten zu wählen, damit die Speisen auch im Inneren ausreichend erhitzt werden (>70° C) Kein Wasser trinken, welches nicht ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben: 06421/405-40

Maßnahmen bei Campylobacter-Erkrankung

Hygienemaßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung

  • Gründliches Händewaschen nach dem Toilettenbesuch, vor dem Essen und vor der Zubereitung von Mahlzeiten zwingend, Desinfektion ratsam. Flüssigseife und Handtuch getrennt für den Erkrankten bereitstellen
  • Reinigung der Toilette mit haushaltsüblichen Sanitärreinigern nach jeder Benutzung durch den Erkrankten / Ausscheider.
  • Textilien mit Kochwaschgang, mind. Jedoch bei 60° in der Maschine waschen

Information der Gemeinschaftseinrichtung / des Gesundheitsamtes Regelungen zum Besuchsverbot

Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Eltern verpflichtet, die Campylobacter- Erkrankung ihres Kindes der Gemeinschaftseinrichtung (z.B: Kindergarten) zu melden. Ziel ist, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Infektion und zum Schutz der anderen Kinder einleiten zu können

Nur für Kinder bis zum 6. Lebensjahr gilt ein Besuchsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen.

Die Wiederzulassung nach Genesung kann bei geformten Stuhl erfolgen. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung ist zur unverzüglichen namentlichen Meldung an das Gesundheitsamt verpflichtet

Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich

Für gewerblich im Lebensmittelbereich beschäftigte, an Campylobacter erkrankte Personen greift gemäß §42 IfSG ein automatisches Tätigkeitsverbot (s. hierzu auch Infoblatt „Für Beschäftigte im Lebensmittelbereich“). Es wird empfohlen, nach Genesung und vor Wiederaufnahme der Tätigkeit drei negativ beprobte (d.h. Erreger-freie) Stuhlproben abzuwarten. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.

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