Radabstellanlagen stellen einen zentralen Baustein der Alltagsradinfrastruktur dar. Besonders an Bahnhöfen tragen sie maßgeblich dazu bei, das Fahrrad mit dem Schienenverkehr (SPNV) zu verknüpfen und somit den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel zu erleichtern. Die Verfügbarkeit sicherer, geschützter Abstellflächen reduziert das Diebstahlrisiko und erhöht die Attraktivität hochwertiger Fahrräder. Zudem können wetterbeständige, gut konzipierte Abstellanlagen die Bereitschaft erhöhen, längere Wegstrecken zum Bahnhof in Kauf zu nehmen, wodurch die Integration von Fahrrad- und ÖPNV-Verkehrssystemen optimiert wird. Insgesamt trägt eine hochwertige Abstellinfrastruktur dazu bei, Barrieren für die Nutzung des Fahrrads im Kontext multimodaler Mobilität abzubauen und damit nachhaltige Mobilitätsoptionen in der Alltagslogistik zu stärken.
Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts arbeiten der Landkreis und mehrere Kommunen daran, an verschiedenen Bahnhöfen zeitgemäße Abstellanlagen zu errichten bzw. vorhandene Anlagen zu modernisieren und auszubauen. Die Standortfindung ist aufgrund zahlreicher sicherheitsrelevanter und technischer Faktoren komplex und zeitintensiv: Wesentliche Vorgaben betreffen die Einhaltung von Sicherheitsabständen zu Bahnanlagen sowie die Prüfung unterirdischer Versorgungsleitungen. Flächen, die nicht im Eigentum der Kommunen, sondern der Deutschen Bahn (DB) stehen, erfordern gestaltungs- bzw. gestattungsvertragliche Abstimmungen mit der DB.
Zu den identifizierten Standorten mit Potenzial gehören Stadtallendorf, Bürgeln, Fronhausen, Wetter und Buchenau, wo entsprechende Abstellanlagen geplant bzw. bestehende Anlagen modernisiert und erweitert werden sollen. Am Bahnhof Kirchhain steht der ursprünglich vorgesehene Platz derzeit kurzfristig nicht zur Verfügung; daher wird zeitnah eine alternative geeignetere Fläche identifiziert und geprüft. Am Bahnhof Friedensdorf läuft die Standortprüfung durch die DB noch; ein verbindlicher Abschlussbericht liegt bislang nicht vor.
In Niederkleiner Straße (Stadtallendorf) wurde im Januar 2026 die Abstellanlage modernisiert und die Kapazität verdoppelt, wodurch der künftige Bedarf besser gedeckt werden kann.
Zusätzlich arbeiten das Radverkehrsteam und der Fachbereich Schul- und Gebäudemanagement daran, kreiseigene Liegenschaften und Schulen mit sicheren und modernen Radabstellanlagen auszustatten bzw. bestehende Anlagen zu optimieren. Nach der Bedarfsermittlung werden dort zeitgemäße Lösungen umgesetzt, die den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden.
Für alle Maßnahmen gilt: Neben der baulichen Umsetzung sind auch Sicherheitskonzepte, der Schutz vor Diebstahl und eine eventuelle Beleuchtung zu berücksichtigen. Bei Flächen im DB-Eigentum erfolgen die weiteren Schritte in enger Abstimmung mit der DB, insbesondere die Erstellung bzw. der Abschluss von Gestattungsverträgen.
Die kommenden Schritte umfassen die abschließende Standortabstimmung und das Flächenmanagement (einschließlich eines primären Alternativstandorts für Kirchhain) und die Klärung offener DB-Belange in Friedensdorf. Technisch-rechtlich wird die Prüfung von Sicherheitsabständen, unterirdischen Leitungen und die Anpassung von Gestattungsverträgen fortgeführt, stets in Abstimmung mit Grundstückseigentümern. Parallel dazu werden Konzepte für den Radverkehr an kreiseigenen Liegenschaften und Schulen entwickelt, inklusive Sicherheits- und Wartungskonzepten.