Inhalt anspringen

Route der Arbeits- und Industriekultur Marburg-Biedenkopf

Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Landkreises Marburg-Biedenkopf und zur Förderung regionaler Identitäten ist die Präsentation und Vernetzung von Zeugnissen der Arbeits- und Industriekultur.

Schaltmeister telefoniert in Transformatorenhaus, um 1920

Es gibt eine klare politische Entscheidung für den Aufbau einer Route der Arbeits- und Industriekultur im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Nachdem die „Con Cultura GmbH“ aus Bonn eine grundsätzliche Machbarkeits- und eine Fortsetzungsstudie zu dieser Thematik erstellt hat, ist deutlich geworden, wo die Schwerpunkte dieser „Route“ liegen sollen.

Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Landkreises Marburg-Biedenkopf und zur Förderung regionaler Identitäten ist die Präsentation und Vernetzung von Zeugnissen der Arbeits- und Industriekultur. Es sollen zunächst fünf Anker- und weitere Informationspunkte erfasst werden. Diese Ankerpunkte sind neben dem Schlossmuseum Biedenkopf, die Carlshütte, die Von-Behring-Route in Marburg, die Brücker Mühle und das Dokumentations- und Informationszentrum / Stadtmuseum Stadtallendorf. Die Route ist jedoch so angelegt, dass weitere Orte der Arbeits- und Industriekultur problemlos ergänzt werden können. Dazu haben bereits einige Gespräche stattgefunden.

Ziele dieser Route sind es, für die Arbeits- und Industriegeschichte der Region zu sensibilisieren, die historische und aktuelle Leistungsfähigkeit der heimischen Betriebe aufzuzeigen, außerschulische Lernorte anzubieten, ein zusätzliches und interessantes touristisches Angebot aufzubauen, Angebote für die heimische Bevölkerung vorzuhalten und nicht zuletzt eine Vernetzung der hier aktiven Akteure voranzutreiben.

Zurzeit wird vor allem das Thema „Als der Strom in den Landkreis kam“ aufgearbeitet. Dazu haben freundlicherweise viele Bürgerinnen und Bürger Fotos, Dokumente, Materialien und Informationen zur Verfügung gestellt.

Eine Ausstellung dazu ist in Marburg für August 2018 angedacht! Weitere themenspezifische Schwerpunkte können sein: Die Geschichte der Wasserversorgung im Kreis, Verhüttung, Nebenerwerbstätigkeiten in der Industriearbeit (Zigarrenfabriken, Strümpfe stricken etc.), aber auch historische Betriebsdokumente, Hidden Champions und vieles andere mehr.

Die Arbeits- und Industriegeschichte im Landkreis Marburg-Biedenkopf und in Mittelhessen ist interessant und vielseitig. Die Informationsangebote sollen sich nicht immer nur auf den Landkreis reduzieren, sondern dort, wo es im Sinne von Vernetzung sinnvoll ist, Mittelhessen und in Teilen den Nachbarkreis Siegen-Wittgenstein im Blick haben.

Die Route der Arbeits- und Industriekultur Marburg-Biedenkopf ist ein eigenständiger Teil der insgesamt geplanten Route der Industriekultur Mittelhessens. Diese ergänzen sich gegenseitig. Viele Informationen zu Gebäuden und Objekten der Industriekultur in Mittelhessen hat Prof. Dr. Otto Volk gemeinsam mit seinen Studenten zusammengetragen, die einen vertiefenden Einblick in industriegeschichtliche Objekte der Region ermöglichen. 

www.industriekultur-mittelhessen.de

Im Zusammenhang mit dem 500-jährigen Jubiläum der Ludwigshütte will der Landkreis bis 2021 diese Route mit den Anker- und Informationspunkten fertigstellen. Folglich wird in den kommenden Jahren im Landkreis an einigen Stellen etwas entstehen, was diese spezielle Geschichte der Industrie- und Arbeitskultur in der Region erleb- und nachvollziehbar werden lassen soll.

Demontage eines Strommastes um 1960
Teilbelegschaft Ludwigshütte um 1925

Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf wird zum ersten Ankerpunkt

So wird derzeit ein Konzept zur Umgestaltung des Industriegeschichtlichen Raums im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf zum ersten Ankerpunkt der Route der Arbeits- und Industriekultur des Landkreises erstellt. Dieses kreiseigene Museum stellt einen thematischen Kristallisationspunkt im Verbund der Standorte im Landkreis dar. Alle Themen der Arbeits- und Industriekultur, die an den anderen Standorten auf unterschiedliche Weise dargestellt werden, finden sich auch hier wieder. Deshalb kann das Hinterlandmuseum mit Verweisen auf die anderen Ausstellungen eine Schlüsselrolle im Routenverbund einnehmen. Auch die hohe Qualität der regional bedeutsamen Sammlung und der Ausstellungsexponate sowie die professionellen musealen Strukturen (Gestaltungskonzept, Infrastruktur, Museumsdidaktik, Museumspädagogik) sind wichtige Argumente für diesen ersten Ankerpunkt, wie die Fortsetzungsstudie belegt.

Im Schlossmuseum finden sich demnach nicht nur viele Exponate zur Industriekultur, sondern auch gerade zum im Landkreis besonders gewählten Zugang der Arbeitskultur im Zusammenhang mit der Industriekultur. Mittels Medienstationen und moderner Technik wird der Raum nicht nur das Thema auf die vorhandenen Exponate richten, sondern auch über die anderen Standorte in der Region informieren, also auch über den Landkreis hinaus. 2018 soll dieser erste Ankerpunkt fertiggestellt werden.

Projektbeschreibung als PDF-Download

Diese Maßnahme wird von der Europäischen Union und dem Land Hessen durch das LEADER-Programm unterstützt.

Vielen Dank fürs Teilen

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos ...