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Landkreis stärkt Ökolandbau - Marburg-Biedenkopf wird Ökomodellregion

29.06.2018

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hat den Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Ökomodellregion erklärt. Vernetzung zwischen Produzenten, Verarbeitern, Märkten und Verbrauchern soll Ökolandbau stärken.

Im Februar hatte sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Modellregion beworben, am vergangenen Dienstag überreichte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz die entsprechende Urkunde an die Leiterin des Fachbereichs Ländlicher Raum und Verbraucherschutz bei der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf, Heike Wagner.

Als Ökomodellregion wird der Landkreis insbesondere an der Entwicklung neuer Produkte und Vertriebswege arbeiten und auch für eine stärkere Zusammenarbeit mit Betrieben der konventionellen Landwirtschaft werben. Für diese Arbeit erhalten die ausgewählten Regionen eine jährliche finanzielle Förderung bis zu 50.000 Euro für die Stelle einer Projektmanagerin oder eines Projektmanagers. Mit dieser Unterstützung sollen nun die zahlreichen Fäden der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft zu einem Ökonetz zusammengeführt werden.

Das „Ökonetz“ soll den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten, also vom Produzenten über den Verarbeiter bis hin zum Verbraucher fördern und bereits bestehende Öko-Betriebe und Initiativen aber auch Neueinsteiger mit einer Hofpaten-Initiative unterstützen. Außerdem soll zu mehr Transparenz auf dem regionalen Öko-Markt beigetragen werden, indem die tatsächliche Produktion und Nachfrage ökologischer Produkte erfasst und ausgewertet wird.

Damit füge sich die Arbeitsweise als Ökomodellregion in eine Reihe bereits angelaufener Projekte und Maßnahmen zur Schaffung einer nachhaltigen Kreisentwicklung. Hierunter fallen unter anderem die Bürgerdialoge und Arbeitsgruppen zur gemeinsamen Entwicklung von Strategien zum Schutz der Biologischen Vielfalt, beispielsweise zu den Themen Biodiversität und Landwirtschaft, Streuobst und zum ökologischen Landbau.

Auch der Ausbau von Blühflächen als Maßnahme zum Artenschutz, die Unterstützung von Direktvermarktern im Landkreis mit dem Projekt „Prodkasten“ und der gemeinsamen Vermarktung über die „RegioApp“ sowie nicht zuletzt die Erstellung eines Nachhaltigkeitskonzepts für den Landkreis Marburg-Biedenkopf vor dem Hintergrund der Regionalentwicklung, Gemeinwohlorientierung und des Klimaschutzes gehören hierzu.

Neben dem Landkreis Marburg-Biedenkopf wurden die Landkreise Odenwald und Darmstadt-Dieburg mit den Partnern Landkreis Groß-Gerau und der Stadt Darmstadt als Modellregion Südhessen, der Landkreis Waldeck-Frankenberg, der Landkreis Vogelsberg sowie die Landkreise Lahn-Dill und Gießen als Modellregion Lahn-Dill-Gießen zur Ökomodellregion ernannt. Damit sind nun 12 von 21 hessischen Landkreisen Ökomodellregion in Hessen. Das entspricht fast zwei Drittel der gesamten Fläche des Bundeslandes.

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