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Wildkatzen sind im Naturkundehaus zu sehen

13.04.2018

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) zum Tier des Jahres 2018 ernannt. Im Naturkundehaus Lohra-Damm ist ein präpariertes Wildkatzen Geschwisterpaar zusehen.

Wildkatzen kommen auch im gesamten Landkreis vor. Eine genaue Anzahl und deren Reviere lassen sich nicht bestimmen. Im Burgwald oder in den strukturreichen Waldgebieten des Westkreises sind Vorkommen bereits dokumentiert worden.  

Die jungen Wildkatzen, die im Naturkundehaus ausgestellt sind, sind im Hinterland im Sommer 2015 dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Dem Fachdienst Naturschutz des Landkreises wurde der Tod der Wildkatzen an der K 73 zwischen Friedensdorf und Damshausen gemeldet. Nach Rücksprache mit den dortigen Jagdausübungsberechtigten wurden die Tiere vor Ort geborgen und konserviert.

Um sicher zu stellen, dass es sich bei den gefundenen Tieren tatsächlich um Wildkatzen handelte, wurden Haarproben entnommen und an die Abteilung Wildtiergenetik der Senckenberg-Gesellschaft  bzw. des Senckenberg-Instituts gesandt, um mit Hilfe eines Gentests die Echtheit der Tiere bestätigen zu lassen. Nach dem positiven Bescheid hat ein Fachmann die beiden Katzen, bei denen es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Geschwistertiere handelt, präpariert („ausgestopft“).

Die Präparate dienen jetzt als Anschauungsobjekte im Rahmen der Umweltbildung. Zu diesem Zweck hat der in Lohra-Damm ansässige Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra e.V. vom Fachdienst Naturschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf den Auftrag erhalten, diese Wildkatzen im Naturkundehaus auszustellen. Sie sind damit für die interessierte Bevölkerung, aber vor allem die Kinder- und Jugendbildung zugänglich.

Auch in Hessen gelten Wildkatzen als stark gefährdet und sind durch die Bundesartenschutzverordnung, die FFH-Richtlinie, die Berner Konvention und das CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) geschützt. Wildkatzen unterliegen zudem dem Jagdrecht. Diese haben aber ganzjährige Schonzeit.

Aufgrund der fortschreitenden Lebensraumverschlechterung, des Lebensraumverlust und die zunehmende Fragmentierung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und strukturarmes offenes Land sind die Wildkatzen im Bestand gefährdet. Vernetzende Elemente wie Hecken, mit dem Verbreitungsgebiete verbunden werden könnten, fehlen immer mehr. Nächtliche Streifzüge der Tiere enden oftmals mit dem Verkehrstod.

Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Sie unterscheiden sich durch ihre robustere Erscheinung, das beigebraun-grau-getigerte Fell, den buschigen und eher stumpf endenden geringelten Schwanz und ihre fleischfarbene Nase. Eine genetische Vermischung (Hybridisierung) von Haus- und Wildkatzen kommt nur sehr selten vor.

Die Tiere schlafen in der Regel tagsüber und sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Wildkatzen kommen in ganz Europa vor. Sie sind eher selten und leben meist relativ versteckt in eher naturnahen Laubwäldern. In Deutschland wird ihre Anzahl auf 1.500 bis 5.000 Tiere geschätzt.

Außerhalb der Paarungszeit sind sie Einzelgänger. Sie bringen in der Regel zwei bis vier Junge zur Welt, die Paarungszeit liegt im Februar bzw. März, die Jungenaufzucht erfolgt dann zwischen März und September.

Weitere Informationen beim www.naturkundehaus-damm.de

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