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Nachhaltig Kochen in Kindergärten

22.03.2018

Ein dutzend Kindergartenköchinnen ließen sich bei einem Workshop der Kampagne „Bio kann jeder“ in der Gansbachtalschule in Lixfeld in Sachen der gesunder und zugleich nachhaltiger Speisen inspirieren.

Während der vom Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf organisierten Veranstaltung zeigte Diplom-Ökotrophologin Hannelore Weise, wie sich Gemeinschaftsverpflegung und gesunde Ernährung vereinbaren lassen.

Gerade in der Gemeinschaftsverpflegung lohnt sich nachhaltiges Wirtschaften und kann ein Beispiel guter Praxis geben. Die Fachkräfte der Kita-Küchen im Landkreis, in denen das Mittagessen vor Ort frisch hergestellt wird, kochen schon jetzt nicht nur bedarfs- und kindgerecht, also „gesund“, sondern sie verwenden auch bevorzugt saisonale und regionale Lebensmittel und so oft wie möglich in Bioqualität.

Wie bei Vielem anderen, unterliege auch die Ernährung gewissen Trends, erklärte Weise den Teilnehmerinnen. Seit einigen Jahren etwa boome eine vegane Ernährungsweise und auch regionale Produkte drängten immer stärker in das Bewusstsein der Verbraucher. Das eine ist teilweise bedingt durch zunehmende Nahrungsmittelunverträglichkeiten etwa bei Milchprodukten, das andere Ausdruck dafür, dass mehr Wert auf Qualität und regionale Erzeugnisse gelegt wird. Beides lässt sich auch in der Gemeinschaftsverpflegung umsetzen, wie Weise anhand sieben ausgewählter Gerichte zeigte, die sie zusammen mit den Kindergartenköchinnen zubereitete.

Beispiel Möhrenfrischkost mit Sellerie – eine Speise, die sich schnell zubereiten lasse und die Kinder insbesondere wegen der unterschiedlichen Farben anspreche. Gerade bei Kindern gelte dass das Auge isst esse. Je ansprechender die Speisen zubereitet seien, desto eher würden sich auch die Kleinen daran wagen. Selbst wenn es sich ausschließlich um Gemüse handele.

Ein weiterer Tipp der Expertin: Ruhig die Kinder in die Praxis der Speisenzubereitung mit einzubeziehen. Relativ problemlos sei das etwa bei dem gebackenen Gemüse möglich. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Rote Beete, Möhren oder Sellerie – das alles lasse sich in Scheiben oder Formen schneiden, 15 bis 20 Minuten im Ofen backen und als gesunder Naschwerkersatz aus der Hand essen – wahlweise auch mit einem Dip.

Auch ein süßes Gericht durfte bei dem Kochworkshop nicht fehlen. Hier hatte sich Weise für ein Couscous-Gratin mit Apfeldicksaft entschieden. Das sei wie eine süße Quarkspeise, nur dass sie mit Seidentofu, Reismilch und Couscous zubereitet werde.

Den Vorteil einer pflanzenbetonten Kost stellte schließlich Anja Erhart von der Agentur für Ernährungsfragen in Frankfurt heraus: Pflanzliche Kost sei nicht nur gesund, sie könne auch leichter regional bezogen werden und trage damit zur Wertschöpfung in der Region bei. Pflanzenbetonte Kost sei Teil einer nachhaltigen Ernährung und lasse sich mit ihr ein tolles und vor allem gesundes Frühjahrsmenü zubereiten, das auch den Kindern schmeckt.

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