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Schutz für Tiere und Pflanzen am Otterbach

20.02.2018

Im Otterbachtal bei Neustadt werden Ufergehölze zurückgeschnitten. Ziel ist der Erhalt und Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten. Auch die Umwelt- und Naturschutzgruppe Momberg beteiligt sich.

Im FFH-Gebiet sind die seltenen Ameisen-Bläulinge (Maculinea) geschützt, die in anderen Gegenden selten geworden oder sogar schon verschwunden sind. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Das Gemeinschaftsprojekt von der Stadt Neustadt und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dem Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz umfasst einen kurzen rund 150 Meter langen Gewässerabschnitt am Otterbach bei Neustadt. Bis Ende Februar wird ein Teil der Erlen entfernt. Aus dem anfallenden Holz werden Hackschnitzel, die dann in den Bioenergiedörfern des Landkreises als regenerativer Brennstoff dienen sollen. Damit werden auch regionale Kreisläufe in der Energieversorgung mit unterstützt. Die Arbeiten werden von einem Forstunternehmen ausgeführt, wobei die Umwelt-und Naturschutzgruppe Momberg die Arbeiten tatkräftig unterstützt. 

Wenn die Erlen am Bach zu dicht und zu hoch werden, kommt es auf den angrenzenden Wiesen zu einer zu starken Beschattung und die Flächen können zu nass werden. Die Folge ist, dass die schützenswerten Tiere und Pflanzen verloren gehen. Meist entstehen relativ artenarme Pflanzengesellschaften aus Binsen, Mädesüß und Brennnesseln. 

Ziel am Otterbach ist ein Ufergehölzsaum mit Lücken um die angrenzenden Wiesen mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten. Die Bäume sollen auch eine unterschiedliche Altersstruktur mit Höhlen für Brutvögel erhalten. Dadurch wird auch die biologische Vielfalt (Biodiversität) des Gewässers und des ganzen Talraumes verbessert. 

Im FFH-Gebiet im Otterbachtal sind vor allem die seltenen Ameisen-Bläulinge (Maculinea) und die artenreichen mageren Flachlandmähwiesen geschützt, die in anderen Gegenden selten geworden oder verschwunden sind.

Die Landwirte erhalten über Pflegeverträge finanzielle Unterstützung um die Wiesen unter Naturschutzauflagen zu bewirtschaften und zu pflegen. Das schont die Insekten und ist gut für die Pflanzenvielfalt. 

Für das FFH-Gebiet gibt es einen Maßnahmenplan in dem verschiedene Projekte aufgeführt sind, die in den vergangenen Jahren mit den betroffenen Behörden, Landwirten und Naturschutzverbänden abgestimmt wurden.

Die Maßnahmen werden vom Gebietsbetreuer des FFH-Gebietes beim Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Fachdienst Agrarumwelt, Michael Zerbe, koordiniert und betreut. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können unter der Telefonnummer 06421 405-6214 weitere Informationen zum Schutzgebiet und zu den Projekten erhalten.

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