Link auf das Hauptmenü Link auf die Untermenüpunkte Link auf Inhaltsbereich

Gerontopsychiatrischer Verbund

 

Im Jahr 1999 verabschiedete der Kreisausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf Planungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der gerontopsychiatrischen Versorgungstruktur. Als Ziele wurden formuliert:

  • Unterstützung der Pflegeanbieter bei der Entwicklung gerontopsychiatrisch qualifizierter 
    Leistungsangebote (z.B. Fortbildungsangebote, Hospitationen).
  • Initiierung und Förderung innovativer Projekte zur Bereicherung und Ausdifferenzierung der
    bestehenden Angebotsstruktur (z.B. Wohngruppenmodelle).
  • Aufbau und Förderung von Selbsthilfestrukturen (z.B. Gründung einer Alzheimer Gesellschaft).
  • Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Ziel der Information, fachlichen Diskussion und Enttabuisierung
    des Themas "Demenz".
  • Aufbau und Sicherung von Rahmenbedingungen für Kommunikation und Abstimmung zwischen
    den relevanten Akteuren in den Bereichen Pflege, medizinische Versorgung und Selbsthilfe.


Anfang 2000 konstituierte sich der "Gerontopsychiatrische Verbund Marburg-Biedenkopf" (GPV) als ein freiwilliger Zusammenschluss von Einrichtungen, Diensten und Fachkräften zur Verbesserung der Situation psychisch kranker alter Menschen und ihrer Angehörigen.

Die Entwicklungsarbeit erfolgte in einem beteiligungsorientierten kooperativen Setting. Regelmäßig tagende Arbeitsgruppen boten den Beteiligten ein Forum für fachliche Diskussionen, gemeinsame Visionen, Abstimmung und Zielvereinbarungen. In allen Gremien erfolgte die Organisation und Moderation durch die Stabsstelle Altenhilfe. Die Moderationstätigkeit konzentrierte sich darauf, Rahmenbedingungen für eine kreative, motivierende und ergebnisorientierte Zusammenarbeit zu sichern.


Organisations- und Arbeitsstruktur des GPV
bei Gründung


Arbeitsgruppe Plaunung
Als übergeordnete "Steuerungsgruppe" trafen sich Vertreter der regionalen Fachkliniken, Kassenärztlichen Vereinigung, des Gesundheitsamtes, der Betreuungsvereine, der Heimaufsicht und des Seniorenrates in der Arbeitsgruppe "Planung".

Ihre Aufgabe war es, die Strukturentwicklungsmaßnahmen im Gesamtkontext fachlich zu begleiten und zu fördern. Dazu gehörten insbesondere

  • die Bearbeitung von Schnittstellen zwischen Altenhilfe, Gesundheitswesen und Selbsthilfe (z.B.
    Pflegeüberleitung, Demenzkranke in Kliniken, Schulung niedergelassener Ärzte),
  • Projektbegleitung (z.B. Beratung und Begleitung von Projektinitiativen und –anträgen),
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Politikberatung.
     

Das Gremium stellte im Jahr 2004 seine Arbeit ein, nachdem sich die Verbundstrukturen etabliert hatten. Zwei Arbeitsgruppen sind derzeit aktiv. 



1) Arbeitsgruppe "Stationäre Pflege"

Von den insgesamt 34 Pflegeheimen im Landkreis arbeiten zurzeit 10 Pflegeeinrichtungen in der AG "Stationäre Pflege" zusammen. 

Zu den verabredeten Arbeitszielen gehören:

  • Die Verabredung von Qualitätsstandards für ein spezielles Angebot für demenzkranke
    Heimbewohner
  • Konzeptentwicklung für eine Basisqualifizierung der Pflege- und Betreuungskräfte
  • Eine verbindliche fachliche und einzelfallbezogene Zusammenarbeit und Abstimmung mit
    anderen Pflegeanbietern.

Auf Wunsch der Arbeitsgruppen-Mitglieder konzentrieren sich die Themen zurzeit nicht mehr nur ausschließlich auf gerontopsychiatrische Frage- und Aufgabenstellungen, sondern behandeln auch aktuelle alten- und pflegepolitische Aspekte.

In dieser Arbeitsgruppe sind folgende Einrichtungen vertreten:
   - Tagespflege AurA, Marburg und Amöneburg-Roßdorf
   - DRK-Seniorenzentrum Biedenkopf Wallau
   - DRK-Seniorenzentrum Biedenkopf
   - Elisabethenhof, Marburg
   - Haus Maria, Breidenbach
   - Haus Waldesruh, Bad Endbach
   - Marburger Altenhilfe St. Jakob GmbH
   - Haus Tabor, Marburg
   - Haus Tannhäuser, Biedenkopf
   - Haus des Lebens, Herborn

Ob und in welchem Umfang die Arbeitsgruppe weiterhin aktiv sein wird, hängt von der Entwicklung des Netzwerktreffen Pflegestützpunkt ab, in dem die Teilnehmer sich ebenfalls einbringen können.

Ergänzend dazu gründete sich nach Abschluss des Bundesmodellprojektes "DCM-gestützte Qualitätsentwicklung der gerontopsychiatrischen Versorgung in Pflegeheimen des Landkreises Marburg-Biedenkopf" im Jahre 2004 eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Einrichtungen, die das DCM-Verfahren zur Qualitätssicherung regelhaft anwenden und sich dabei gegenseitig unterstützen.

 

2) Arbeitsgruppe "Ambulante Pflege"

Die Arbeitsgruppe startete mit sieben Pflegediensten, heute arbeiten in dem Gremium 14 Dienste zusammen.

Zu den verabredeten Arbeitszielen gehören:

  • Erarbeitung verbindlicher Qualitätsstandards für ein gerontopsychiatrisch qualifiziertes
    ambulantes Angebot;
  • Konzeptentwicklung für eine Basisqualifizierung der Pflege- und Betreuungskräfte;
  • Konzeptentwicklung und Aufbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten als Ergänzung
    zum "klassischen" Pflegeangebot.

Die Arbeitsgruppe entwickelte Qualitätsstandards für Leistungs- und Personalstruktur, Angehörigenarbeit, Kooperation und Netzwerkarbeit.

Um den Aufbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote voranzubringen, wurde mit der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V. eine Kooperationsvereinbarung ausgehandelt, so dass von dem Verein geschulte "Helferinnen für die Häuslichkeit" in Kooperation mit ambulanten Pflegediensten in Pflegehaushalte vermittelt werden können. 

In dieser Arbeitsgruppe sind folgende Einrichtungen vertreten:
   -
Tagespflege AurA, Marburg und Amöneburg-Roßdorf
   - DRK-Seniorenzentrum Biedenkopf Wallau
   - Altenhilfe Wetter
   - Has des Lebens, Herborn
   - Haus Maria, Breidenbach
   - Haus Waldesruh, Bad Endbach
   - Haus Tannhäuser, Biedenkopf

Ob und in welchem Umfang die Arbeitsgruppe weiterhin aktiv sein wird, hängt von der Entwicklung der Netzwerktreffen Pflegestützpunkt ab, in dem die Teilnehmer sich ebenfalls einbringen können.
 

 

3) Ergebnisse im Überblick

Bereich

Ergebnisse

In Planung / Perspektiven

Stationäre Versorgung

Erarbeitung von Qualitätsstandards zur Versorgung demenzkranker Heimbewohner.

Bundesmodellprojekt: Dementia Care Mapping- Qualitätsentwicklung in 12 Pflegeeinrichtungen (2001-2004)

Aufbau eines regionalen DCM-Qualitätsnetzwerkes.

Fortführung der AG Stationär

Ambulante Versorgung

Vereinbarung über Qualitätsstandards für die ambulante gerontopsychiatrische Versorgung in Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung.

Kooperationsvereinbarung zwischen ambulanten Diensten und Alzheimer Gesellschaft für niedrigschwellige Betreuungsangebote in der Häuslichkeit

Modellprojekt der Spitzenverbände der Pflegekassen: "Personengebundenes Pflegebudget" (2004-2008);

Weiterentwicklung der pflegerischen und betreuerischen Infrastruktur der häuslichen Versorgung.

 

Nach 10-jähriger Entwicklungsarbeit hat sich der Gerontopsychiatrische Verbund als ein institutionalisiertes Arbeitsbündnis von Pflegeanbietern und Fachkräften aus anderen Gesundheitseinrichtungen (Kliniken, Beratungsstellen etc.) in der Region etabliert.