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Marburg, den 30.07.2010
www.marburg-biedenkopf.de
Senioren - Älteres Ehepaar
Pressemitteilungen zu ausgewählten Projekten

Nachfolgend finden Sie Pressemitteilungen zu ausgesuchten Projekten im Seniorenbereich.

Um auf die dazugehörige Pressemittelung des Hessischen Sozialministeriums zu gelangen, klicken Sie bitte hier. Um auf die dazugehörige Pressemitteilung der Pflegekassen zu gelangen klicken Sie bitte hier.

 

 Gemeinsame Pressemitteilung der Alzheimer Gesellschaft und des Landkreises Marburg-Biedenkopf

 

 

Die Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf startet eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

 

Ein Kooperationsprojekt von Profis, Angehörigen und Laien

 

 

Was wird aus mir, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, mein Leben selbständig zu gestalten?

Wie kann die erforderliche Hilfe für pflegebedürftige Menschen zukünftig sichergestellt werden?

Gibt es realistische Alternativen zu den traditionellen Versorgungsformen, die meinen Bedürfnissen im Alter entsprechen und dabei auch noch finanzierbar sind?

 

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Kooperationspartner für das Projekt der Alzheimer-Gesellschaft ist maßgeblich an der Planung und Umsetzung beteiligt und erwartet wichtige Impulse für die künftige Entwicklung der regionalen Pflegelandschaft“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern.

 

Als die wesentliche Voraussetzung für die Realisierung der Wohngruppe ist die beispielhafte Unterstützung durch das Hessische Sozialministerium, hier vertreten durch Dr. Marie-Luise Marx und die Verbände der Pflegekassen, vertreten durch Dr. Hubert Schindler anzusehen. Im Rahmen einer gemeinsamen Förderung wird das Projekt für die Dauer von drei Jahren finanziell unterstützt.

 

Vor dem Hintergrund der in den kommenden Jahren zu erwartenden demographischen Wandlungen und den damit einhergehenden Veränderungen für das Zusammenleben der Menschen in unserem Land, beschäftigt sich so mancher Mitbürger mit diesen und ähnlichen Fragen, denn die bewährten Versorgungsformen entsprechen häufig nicht mehr den Vorstellungen der heute mittleren und älteren Generationen und sind auch kaum mehr geeignet, dem in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden wachsenden Pflegebedarf tatsächlich Rechnung zu tragen.

 

Nicht nur die politisch Verantwortlichen in unserem Land bemühen sich um die Sicherstellung der Hilfen für pflegebedürftige Mitbürger in der Gegenwart und Zukunft, auch private Initiativen und Vereine haben die Problematik erkannt und arbeiten engagiert an konstruktiven Lösungen. Die Alzheimer-Gesellschaft Marburg-Biedenkopf ist eine Selbsthilfeorganisation und hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen für dementiell erkrankte Menschen und ihre Angehörigen nachhaltig zu verbessern. Neben den bereits bestehenden Angeboten wie Betreuungsgruppen, Angehörigengesprächskreise und Sorgentelefon, werden mit der Realisierung einer Wohngemeinschaft für demenzkranke Menschen neue Wege beschritten.

 

Ausgehend von der Überzeugung, dass demenzkranke Menschen eine möglichst kleinräumige Umgebung und eine sich an der Normalität des Alltags orientierende Lebensgestaltung benötigen, erscheinen ambulante Wohn- und Lebensformen am ehesten dafür geeignet. Nach intensiven und langwierigen Vorbereitungen wird nun eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz in der Gemeinde Ebsdorfergrund im Ortsteil Dreihausen realisiert werden.

 

Acht bis neun demenzkranke Menschen werden in den kommenden Monaten in einem zentral gelegenen Einfamilienwohnhaus in Dreihausen ihre neue Wohnung beziehen. Die erforderliche Alltagsbegleitung und Unterstützung soll durch ein Zusammenwirken von professionellen Helfern, geschulten Laien und Angehörigen sichergestellt werden. Die gewünschte Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements und ehrenamtlicher Hilfe soll die Einbindung in das Gemeinwesen unterstützen, soziale und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen sowie die Bereitschaft für die Übernahme von Verantwortung für hilfebedürftige Mitbürger fördern. Im Sinne einer geteilten Verantwortung sollen engagierte Mitbürger in das alltägliche Geschehen der Bewohnergemeinschaft einbezogen werden.

 

In Dreihausen finden sich sehr gute Bedingungen für die Realisierung dieser Wohngruppe. Neben gewachsenen und überschaubaren dörflichen Wohn- und Lebensstrukturen existiert auch eine ausgezeichnete Infrastruktur, die für ein gutes Gelingen der sich selbst versorgenden Wohngruppe erforderlich ist. Zudem ist die Verwaltung der Gemeinde Ebsdorfergrund dem Anliegen der Alzheimer-Gesellschaft und der entstehenden Wohngemeinschaft gegenüber sehr aufgeschlossen und unterstützt dieses Vorhaben.

 

Bei Interesse für den Einzug in die Wohngemeinschaft oder der aktiven Mitarbeit an der Gestaltung der Wohngruppe, wendet Sie sich bitte an den Projektleiter Ulrich Gerhard, Tel.: 06421/405-1635, E-Mail gerhardu@marburg-biedenkopf.de.

 

 

 

 

Ergänzende Informationen

 

 

Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V.

§         Gründung: April 2000

§         Mitglieder 162 natürliche und juristische Personen

§         Finanzierung: Mitgliedsbeiträge, Spenden, öffentliche Zuschüsse

 

Ziele:

·         Interessenvertretung von Menschen mit Demenz

·         Beratung und Unterstützung von Angehörigen

·         Aufbau von Selbsthilfestrukturen in der Region

·         Informations- und Öffentlichkeitsarbeit über dementielle Erkrankungen

 

Aktuelle Angebote:

·         Sorgentelefon

·         Stammtisch für Angehörige

·         Betreuungsgruppen in Biedenkopf, Gladenbach, Kirchhain, Dautphetal

·         Angehörigengesprächskreise in Wetter, Marburg, Biedenkopf, Stadtallendorf, Gladenbach

·         Helferinnen in der Häuslichkeit

·         Gewinnung und Schulung von LaienhelferInnen

 

Projekte in Planung:

·         Sitzwachen bei Aufenthalt in Krankenhäusern

·         Wohngruppe für Menschen mit Demenz

 

Demographische Daten und Fakten:

 

Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland beträgt       ca. 900 000 (7,2 % d. 65 J.u.ä.).

Die Zahl der dementiell erkrankten Personen im Landkreis beträgt ca. 3 200. Im Landkreis erkranken jährlich ca. 700 (1,61 %) der über 65jährigen an Demenz. Davon werden 60 % in Privathaushalten von Angehörigen gepflegt

 

Ambulante Pflegedienste werden zur Unterstützung der häuslichen Pflege von Demenzkranken sehr zurückhaltend in Anspruch genommen.

 

Demenzerkrankungen sind mit Abstand der wichtigste Grund für eine Heimunterbringung. Durchschnittlich leiden rund 60 % aller in Einrichtungen der Altenpflege versorgten Menschen an einer Demenz.