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Fukushima-Hilfe

Landkreis Marburg-Biedenkopf will Schulkindern aus der Präfektur Fukushima helfen

Unterstützer für einen dreiwöchigen Aufenthalt von rund 25 japanischen Schülerinnen und Schülern im Landkreis gesucht

Marburg-Biedenkopf – „Viele Opfer von Katastrophen haben mit Spätfolgen zu kämpfen. Das gilt natürlich auch für Kinder, die aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden und ihren Lebensalltag neu meistern müssen. Die Menschen in und um Fukushima haben Schlimmstes erlebt und auch gesundheitliche Beeinträchtigungen davongetragen oder zu erwarten. Das war für uns Grund genug, eine Aktion zu starten, um wenigstens einigen Kindern einmal ein paar Wochen Abwechslung und Erholung zu gönnen“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern in der Kreisverwaltung.

Der Landkreis plant, circa 25 Kindern und Begleitpersonen einer ehemaligen Schule in Tomioka in der Präfektur Fukushima den dreiwöchigen Aufenthalt im Landkreis zu ermöglichen. Tomioka liegt direkt im Krisengebiet an der Ostküste Japans unweit des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1. Die gesamte Stadt Tomioka (16.000 Einwohner) wurde evakuiert und an eine Rückkehr ist nicht zu denken. Die Folgen der Strahlenbelastung für die Menschen in dieser Region sind noch nicht abzusehen, es ist jedoch davon auszugehen, dass auch die Kinder einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt waren. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Tomioka wurden inzwischen zum größten Teil im Ort Miharu untergebracht, wo nun auch die neue Übergangsschule eröffnet wurde. Einige Familien sind aber inzwischen auch aus dieser Region weggezogen.

Über die Japanerin Yasuku Tsuruki konnte die Kreisverwaltung Kontakt zu dem stellvertretenden Schulleiter der Mittelschule Tomioka-Eins knüpfen. Der Vizedirektor Herr Hoshi steht uns als Ansprechperson zur Verfügung und ist vor Ort an der Planung des Projekts beteiligt sein. Es werden Schulkinder der 7. und 8. Klasse teilnehmen (ca. 12 bis 14 Jahre alt).

Frau TsuIn einem Pressegespräch in der Kreisverwaltung in Marburg warb der Landkreis für Spenden zu einer Aktion, um Schulkindern aus der Präfektur Fukushima einen Aufenthalt im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu ermöglichen (v.l.n.r.): Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, Yasuko Tsuruki, Verena Vögl und Uwe Pöppler (beide Fachbereich Familie, Jugend und Soziales). Foto: Landkreisruki stellte aus ihrer Sicht noch einmal die Situation in der Präfektur Fukushima dar: „Gleich am 11. März mussten die Bewohner in Tomioka vor dem Tsunami fliehen und wurden in die Sporthallen der Grundschule evakuiert. Dort wurden sie am nächsten Morgen wegen des Vorfalls am Atomkraft evakuiert“. Über mehrere Stationen sind sie inzwischen in der Stadt Miharu, circa 50 Kilometer vom havarierten Reaktor entfernt, untergebracht worden.

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte diesen Schulkindern sowie deren Betreuern aus der Präfektur Fukushima drei erholsame Wochen im Landkreis ermöglichen. Um das realisieren zu können, benötigen wir aber auch die Hilfe von weiteren Menschen und Firmen“, betonte Dr. McGovern. Die Kinder und Jugendlichen aus Japan sollen im Rahmen des Aufenthalts im Landkreis in erster Linie Ruhe und Erholung finden. Ihnen soll fernab vom Krisengebiet die Möglichkeit gegeben werden, das Erlebte ein Stück weit zu verarbeiten und aufzuarbeiten. Eine psychologische Betreuung soll möglich werden, da davon ausgegangen werden muss, dass die Kinder durch die Erlebnisse traumatisiert sind.

Stand Anfang März 2012 werden nur noch rund 20.000 Euro benötigt, dann sind die Kosten für den Aufenthalt der Schulkinder gedeckt. Durch Vergünstigungen und bisherige Spenden konnte der größte Teil der Gesamtkosten von ursprünglich kalkulierten 76.000 Euro schon gedeckt werden. Unter anderem ein Benefizkonzert mit dem hoch talentierten Musiker Julian Sauer an einem interessanten Veranstaltungsort in Marburg sowie weitere Aktionen sind geplant, die dazu beitragen sollen, die fehlende Summe zu sammeln.

 

Der Erste Kreisbeigeordnete bedankte sich bei allen, die sich für die Aktion durch Geldspenden und Vergünstigungen engagiert haben, um jungen Menschen aus Fukushima eine unbeschwerte Zeit im Landkreis zu ermöglichen. „Mit dieser Aktion wollen wir wenigstens einigen Schulkindern aus der Katastrophenregion Fukushima die Möglichkeit bieten, interessante Wochen zu erleben. Wenn es auch nur eine Hilfe für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung darstellt, so zeigt es doch, dass wir den Menschen in Fukushima helfen können und Anteil an deren hartem Schicksal nehmen“, so Dr. McGovern.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ruft zu Spenden auf.

Diese werden erbeten an:

Landkreis Marburg-Biedenkopf, Konto-Nr. 19, bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, BLZ 533 500 00,
Stichwort: "Fukushima" (bitte unbedingt angeben).

Weitere Informationen dazu finden Interessierte auf der Homepage des Landkreises (www.marburg-biedenkopf.de) unter „Hilfe für Schulkinder aus Fukushima“.

Ansprechpartner:

Uwe Pöppler
Tel.: 06421 405-1344
E-Mail: E-Mail

Verena Vögl
Tel.: 06421 405-1683
E-Mail: E-Mail

 

Die Pressemitteilungen zur Fukushima-Hilfe können Sie auch hier als PDF herunterladen:

02. Dezember 2011

09. Dezember 2011

22. Dezember 2011

29. Dezember 2011

27. Januar 2012

09. März 2012

12. März 2012
 

 


Schüler und Lehrer der Schule Tomioka in Miharu


Eingang der Schule Tomioka 1 in Miharu


Klassenzimmer


Schulgebäude


Seitenansicht

(Fotos: Hideyoshi Hoshi)