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Heimische Gastronomen informieren sich über Allergien und Nahrungsmittel-UnverträglichkeitenLaktose-Intoleranz, Zöliakie und Co.: Allergiker willkommen! – Neue Zielgruppen gewinnen durch allergenfreie Speisen
(Pressemitteilung Nr. 427/2012 vom 29.10.2012)
Marburg-Biedenkopf –Gastronomen und Hoteliers aus dem Landkreis trafen sich Ende Oktober im Kur- und Bürgerhaus in Bad Endbach zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Barrierefreiheit für unsere Gäste!“. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Gastronomen-Netzwerkes der Qualifizierungsoffensive des Landkreises Marburg-Biedenkopf angeboten. Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Referentin Sigrid Siebert ist Diätassistentin und Ernährungstherapeutin und führt seit vielen Jahren Seminare zum Thema Allergien und Unverträglichkeiten durch. In ihrem Vortrag zeigte sie Gründe für Allergien und Unverträglichkeiten auf und gab Empfehlungen und praktische Tipps, wie Hoteliers und Gastwirte auf die betroffenen Gäste eingehen können. Siebert gab als generelle Handlungsempfehlung aus, dass Gastronomen sich im Vorfeld überlegen sollten, welche Zielgruppe sie ansprechen möchten und was sie tatsächlich in der Küche leisten können. Sie charakterisierte die Zielgruppe der Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien aus eigener Erfahrung als sehr dankbar und treu, wenn sie einmal gute Erfahrungen gemacht habe.

Siebert betonte: „Allergiker reagieren unabhängig von der Dosis immer auf den Stoff, der nicht vertragen wird. Bei einer Unverträglichkeit aufgrund eines Enzymproblems ist jedoch die Menge des aufgenommen Stoffes entscheidend für das Ausmaß der Symptome.“ Bei einer Laktose-Intoleranz, die bei Erwachsenen relativ häufig auftritt, wird beispielsweise der Milchzucker nicht vertragen. Bei Betroffenen ist die Fähigkeit zum Abbau des Milchzuckers eingeschränkt, da das zuständige Enzym (Laktase) fehlt. „Betroffene sollten den Milchzucker meiden oder alternativ gleichzeitig mit dem Essen Laktase zu sich nehmen“, empfahl Siebert. Hartkäseprodukte, Sahne und Butter würden jedoch recht gut vertragen. Auch Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Joghurt oder Kefir seien für diese Zielgruppe in der Regel gut verträglich. Bei der Fructose-Intoleranz ist dagegen der Abbau von Fruchtzucker behindert, der im Haushaltszucker sowie in vielen Fertigprodukten enthalten ist. Der Fruktose-Gehalt im Obst variiert je nach Sorte stark.
Als nächstes behandelte die Referentin die Zielgruppe der Personen mit einer Hühnerei-Eiweiß-Intoleranz, die Eier in ihrer Nahrung ersetzen müssen. Sie demonstrierte passende Ersatzprodukte und gab Tipps für die Küche.

Abschließend wendete sie sich der Autoimmunerkrankung Zöliakie zu, bei der das Gluten nicht vertragen wird. Die Betroffenen sind zum Teil auf Spezialprodukte angewiesen, da sie alle Getreidesorten mit hohem Glutengehalt strikt vermeiden müssen (zum Beispiel Weizen, Gerste, Roggen oder Dinkel). Gluten kommt in der Nahrungsmittelproduktion außerdem häufig als Emulgator, Aromaträger und Stabilisator vor und ist daher nicht immer leicht zu erkennen. Die Referentin, was beim glutenfreien Backen für ein gutes Gelingen zu beachten ist und vermittelte sehr lebendig Kleinigkeiten, die den Zöliakie-Betroffenen wichtig sind.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Teilnehmer viele verschiedene Spezialprodukte kennenlernen, die die Referentin zur Anschauung mitgebracht hatte. Außerdem haben Spezialanbieter Produkte zur Verkostung sowie Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.


Hintergrund:
Das Projekt „Qualifizierungsoffensive“ des Hessischen Wirtschaftsministeriums wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf seit 1999 innerhalb der Stabsstelle Wirtschaftsförderung umgesetzt und aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Mit den Aktivitäten sollen in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen für den Nutzen und die Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung sensibilisiert sowie dort beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine fundierte Unterstützung bei Fragen zum Thema Weiterbildung geboten werden.

  Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Referentin Sigrid Siebert gab Empfehlungen und praktische Tipps, wie Hoteliers und Gastwirte auf die betroffenen Gäste eingehen können. (Foto: Landkreis)
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Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Referentin Sigrid Siebert gab Empfehlungen und praktische Tipps, wie Hoteliers und Gastwirte auf die betroffenen Gäste eingehen können. (Foto: Landkreis)

 

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