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Verschärfung des Waffengesetzes führt zu einer Flut von Waffenabgaben bei der Waffenbehörde des Landkreises - Landrat Fischbach lobt die gute Zusammenarbeit mit den Sportschützen und Jägern
(Pressemeldung 11/2010 vom 14.01.2010)

Marburg-Biedenkopf – Nach dem Amoklauf von Winnenden, bei dem ein 17-jähriger Schüler 15 Menschen und schließlich sich selbst erschoss, wurde das deutsche Waffengesetz im Juli 2009 zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre verschärft. Diese Gesetzesänderung führte zu einer wahren Flut von Waffenabgaben beim Landkreises Marburg-Biedenkopf.

„Im Jahr 2009 wurden insgesamt 520 Waffen abgegeben. Neben Schusswaffen und Munition zählten hierzu auch verschiedene Arten von Hieb- und Stichwaffen. Überwiegend handelte es sich jedoch um rechtmäßig besessene Schusswaffen und Munition“, erläuterte Landrat Robert Fischbach. Alle abgegebenen Waffen werden vernichtet.

Deren Besitzer begründen die Abgabe in erster Linie mit den verschärften Aufbewahrungsbestimmungen. „Wir stellen fest, dass aufgrund der Neuerungen im Waffenrecht die Akzeptanz und der Beratungsbedarf in der Bevölkerung gegenwärtig sehr hoch ist“, so Landrat Fischbach. Insbesondere die bis zum 31.12.2009 geltende Waffenamnestie habe für eine gewisse Verunsicherung gesorgt. Immerhin hätten 28 Bürger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre bisher illegalen Waffen innerhalb der Frist straffrei bei der Waffenbehörde abzugeben.

Eine der wesentlichen Neuerungen des Waffenrechtes verpflichtet die Besitzer erlaubnispflichtiger Schusswaffen seit Juli 2009 dazu, klassifizierte Waffenschränke gegenüber der zuständigen Waffenbehörde nachzuweisen. Seit Inkrafttreten der Regelung haben nach Aussage von Landrat Fischbach bereits circa 1.400 Waffenbesitzer freiwillig ihre vorschriftsmäßige Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition gegenüber der Waffenbehörde erklärt. Als Belege können die Waffenbesitzer eine Rechnungskopie und / oder Fotos von Ihren Waffenschränken vorlegen. Ohne diese Nachweise können die Mitarbeiter der Waffenbehörde nicht prüfen, ob die Behältnisse den Vorgaben des Waffengesetzes entsprechen.

Landrat Fischbach zeigte sich in diesem Zusammenhang mit dem Verhalten der Sportschützen und Jäger im Landkreis sehr zufrieden: „Man merkt deutlich, dass sich gerade diese Personen der besonderen Verantwortung bewusst sind, die der Besitz von Schusswaffen mit sich bringt. Ich möchte mich für diese gute Zusammenarbeit in einem sehr sensiblen Bereich ganz herzlich bedanken.“

In den nächsten Wochen werden die Mitarbeiter des Fachdienstes damit beginnen, auch die Waffenbesitzer anzuschreiben, die bisher noch keinen Aufbewahrungsnachweis erbracht haben. Dies sind in erster Linie „Waffenerben“ und Personen, die als sogenannte „Altbesitzer“ Schusswaffen nach Inkrafttreten des Waffengesetzes im Jahre 1973 angemeldet haben und diese seither legal besitzen. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Welle der Waffenabgaben noch eine ganze Weile anhalten wird“, erklärte der Landrat.

Deutlich angestiegene Zahlen verzeichnet die Kreisverwaltung auch im Bereich der polizeilich sichergestellten Messer und sonstigen Hieb- und Stichwaffen. Bereits seit April 2008 dürfen bestimmte Messer (z.B. sogenannte Einhandmesser und Messer mit einer feststehenden Klinge von über 12 cm) oder sonstige Hieb- und Stichwaffen (z.B. Schlagstöcke) nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden. Ausgenommen hiervon ist z. B. das Mitführen im Zusammenhang mit der Berufsausübung, Jagd oder Fischerei. Der Verstoß gegen dieses Verbot stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Waffenbehörde des Landrats hat diesbezüglich bereits circa 50 Bußgeldverfahren durchführen müssen.

Für erlaubnisfreie Schreckschusswaffen und Luftgewehre oder Luftpistolen ist keine Anmeldepflicht notwendig. Diese dürfen Personen ab 18 Jahren ohne besondere Erlaubnis der Waffenbehörde erwerben und besitzen.

Die Sachbearbeiter der Waffenbehörde beim Landkreis Marburg-Biedenkopf stehen allen Bürgern für entsprechende Anfragen unter den Telefonnummern: 06421/405-1556 oder -1582 oder per E-Mail unter waffenbehoerde@marburg-biedenkopf.de zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wurden beim Landkreis viele Waffen aufgrund des verschärften Waffengesetztes abgeben. Diese Waffen werden vernichtet. Vorschau - Foto: Landkreis
Im vergangenen Jahr wurden beim Landkreis viele Waffen aufgrund des verschärften Waffengesetztes abgeben. Diese Waffen werden vernichtet. Foto: Landkreis
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