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Neue Ausbrüche der Blauzungenkrankheit in den Nachbarlandkreisen haben erhebliche Auswirkungen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf
(Pressemeldung 31/2007 vom 26.01.2007)
Marburg-Biedenkopf – Aufgrund von jeweils neu bestätigten Fällen der Blauzungenkrankheit im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind die Restriktionsgebiete (Gebiete, in denen Beschränkungen des Viehverkehrs vorgegeben sind) angepasst worden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf. In das Gefährdungsgebiet (20 km-Zone) fallen jetzt der gesamte westliche Landkreis und große Teile des Nordkreises. Nach den Großgemeinden Angelburg, Steffenberg und Breidenbach sind nun auch die Gemeinden Bad Endbach, Gladenbach, Lohra, Biedenkopf, Dautphetal, Lahntal, Wetter, Münchhausen, Cölbe, Wohratal, Rauschenberg, Weimar und Fronhausen, in der Stadt Marburg die Stadtteile Dilschhausen, Haddamshausen, Michelbach, Dagobertshausen, Elnhausen, Cyriaxweimar und Hermershausen und in der Stadt Kirchhain die Stadtteile Betziesdorf, Sindersfeld, Burgholz, Himmelsberg und Anzefahr und in der Stadt Stadtallendorf der Stadtteil Wolferode betroffen.

Der derzeitige Winter gilt als so genannte vektorfreie Zeit, das heißt, aufgrund der kalten Jahreszeit findet kein Insektenflug mehr statt. Daher sind für den Zeitraum, in dem keine Insekten fliegen, die bisher geltenden Vorschriften für Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen, Kameliden), die in der Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Blauzungenkrankheit festgelegt worden sind, erheblich erleichtert worden.

Im Wesentlichen gilt für das Verbringen von Zucht- und Nutztieren aus der 20 km-Zone (Gefährdungsgebiet) in andere Betriebe innerhalb der 150 km-Zone (Beobachtungsgebiet) derzeit folgendes: Transporte bedürfen grundsätzlich der Genehmigung durch den Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Diese wird erteilt, wenn die zu verstellenden Tiere frühestens acht Tage vor dem Verbringen mittels Blutprobe auf das Vorliegen von Antikörpern gegen das Virus der Blauzungenkrankheit getestet wurden. Eine Blutuntersuchung entfällt, wenn die Tiere nach dem 1.12.2006 geboren wurden.

Praktisch analoge Vorgaben gelten für Wiederkäuer, die aus der 150 km-Zone – die Gebiete im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die oben nicht aufgeführt wurden – in freie Gebiete im Inland verbracht werden sollen. Frei von Einschränkungen infolge Auftretens der Blauzungenkrankheit sind derzeit noch weite Teile Bayerns, der südliche Teil Baden-Württembergs und östlich gelegene Bereiche der neuen Bundesländer. Ein direktes Verbringen von Tieren aus der 20 km-Zone in freie Gebiete ist nicht zulässig.

Ein Verstellen innerhalb gleicher Restriktionsgebiete ist ohne Auflagen sowohl für Nutz- als auch Schlachtvieh möglich. Schlachtvieh kann ohne Einschränkungen aus der 20-km-Zone in die 150 km-Zone verbracht werden. Nur für das Verbringen in freie Gebiete bestehen Auflagen.

Für sämtliche in der 20 km-Zone gelegenen Wiederkäuer haltenden Betriebe gelten darüber hinaus folgende Vorgaben: Alle Tiere unterliegen der behördlichen Beobachtung. Entsprechend einem vorgeschriebenem Schlüssel sind die Tierhaltungen amtstierärztlich in monatlichen Abständen klinisch zu untersuchen. Verendete Wiederkäuer sind der Veterinärbehörde zu melden. Das zu führende Bestandsregister ist täglich zu aktualisieren, sofern sich Veränderungen durch Geburt oder Todesfälle ergeben. Sämtliche empfänglichen Tiere sind regelmäßig mit zugelassenen Insektiziden zu behandeln. Der Abstand der Wiederholungsbehandlung ist abhängig vom eingesetzten Insektizid und ergibt sich aus der Produktbeschreibung. Die Vorschrift zur Insektizidbehandlung besteht nicht während der so genannten vektorfreien Zeit, das heißt während der Wintermonate. Die Veterinärbehörde wird öffentlich den Zeitpunkt bekannt geben, ab dem die vektorfreie Zeit beendet ist, da dann aufgrund der wieder wärmeren Witterung mit Insektenflug zu rechnen ist.

Weitere Informationen sind über die Internetseite des Landkreises Marburg-Biedenkopf (www.marburg-biedenkopf.de) abzurufen. Hier sind auch Vordrucke für Anträge hinterlegt, mit denen Tierhalter das Verbringen von Wiederkäuern bei dem Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz beantragen können.

Für Rückfragen steht die vorgenannte Dienststelle ebenfalls unter der Telefonnummer 06421/405-50 zur Verfügung.
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