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Momberg als Dorferneuerungsschwerpunkt anerkannt
(Pressemeldung 7/2004 vom 15.01.2004) Landrat Robert Fischbach freute sich, anlässlich eines Besuches in Neustadt ein Anerkennungsschreiben zur Aufnahme des Stadtteils Momberg in das Dorferneuerungsprogramm überreichen zu können.

Er betonte, dass das Dorferneuerungsprogramm ein Kernprogramm der Hessischen Landesregierung zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes sei. Es handele sich nicht nur ein umfassendes Strukturförderprogramm, das zielgerecht finanzielle Hilfe bei der Realisierung von Investitionen leiste und damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalte, es sei vielmehr auch ein Instrument, mit dem der Wille zur Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt werden solle. Insgesamt werden 36 Orte in Hessen im Jahr 2004 als neue Förderschwerpunkte anerkannt.

Der Neustädter Stadtteil Momberg ist der letzte von drei Stadtteilen, der in die Dorferneuerung aufgenommen wird. Mit 1.217 Einwohnern wurde Momberg 1226 erstmalig erwähnt, liegt an der alten Straße Leipzig-Frankfurt und hat einen großen Bestand an Fachwerkgebäuden und ein großes Neubaugebiet. Die Landwirtschaft hat nur noch mittlere Bedeutung. Es gibt zahlreiche Vereine, wie zum Beispiel Schützen-, Tennis-, Reiter- und Sportvereine sowie Feuerwehr, die zum Teil in Eigenleistung Vereinsräume oder Gebäude gebaut haben. Der Stadtteil hat eine befriedigende Grundversorgung und - abgesehen vom Schulbus – kein ÖPNV-Angebot.

Handlungsbedarf besteht bei folgenden Projekten: Sanierung und Umnutzung zahlreicher privater Fachwerkgebäude, Sanierung des alten Backhauses mit eventuellem Umbau zum Dorfmuseum, Gestaltungsmaßnahmen an öffentlichen Flächen wie zum Beispiel vor der Kirche, Dreschplatz, Schützenstraße, Teichumfeld und Sportplatz, Sanierung der ehemaligen Synagoge, bessere medizinische Betreuung und Seniorenbetreuung sowie Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Umweltqualität. 1999 nahm der Stadtteil an dem Wettbewerb „Unser Dorf“ teil.

Im Rahmen der Erarbeitung des Dorfentwicklungskonzeptes sind auch die nachfolgenden Inhalte an die Bürger des Stadtteils mit methodischer Kompetenz heranzutragen und über einen Diskussionsprozess zu nachvollziehbaren Ergebnissen zu führen.

1. Die Einbindung des Stadtteils in die gemeindliche und regionale Entwicklung
Die Auswirkungen der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft sind für Momberg von besonderer Bedeutung, da bereits heute ein erheblicher Gebäudeleerstand zu verzeichnen ist. Dazu ist der Stadtteil durch eine problematische, kleinstrukturierte und engmaschige Baustruktur gekennzeichnet. Der Gebäudeleerstand und die vorhandenen Bauflächen in den Neubaugebieten sind darzustellen und daraus Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Diese sind mit den kommunalen Entwicklungsabsichten – auch der Bauleitplanung der Stadt – abzustimmen.
Die Autobahn 49 befindet sich in Planung, so dass im Rahmen der Laufzeit der Dorferneuerung eine Realisierung der Baumaßnahme möglich ist. Die Auswirkungen, gegebenenfalls auch Chancen, insbesondere in Verbindung mit der geplanten Autobahnanschlussstelle bei Neustadt sind zu erarbeiten.

2. Erhaltung und Entwicklung standortgerechter Arbeitsplätze
Die Arbeitsplatzsituation im Stadtteil und in der Region ist darzustellen, dabei Potentiale im Rahmen der Dorferneuerung aufzuzeigen.

3. Entwicklung der Landwirtschaft
In Zusammenarbeit mit der Abteilung Landwirtschaft des Staatlichen Landrates Marburg-Biedenkopf ist die Situation der Landwirtschaft in Momberg aufzuarbeiten und die unter den zukünftigen Rahmenbedingungen denkbaren Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

4. Aktivierungspotenziale in der Bürgerschaft
Die Aktivitäten der Bürgerschaft im Stadtteil sind darzustellen. Die derzeitige Auslastung des Bürgerhauses sowie zukünftige Nutzungsmöglichkeiten sollten Grundlage für dortige Erweiterungsabsichten sein. Bei Veränderungen sind neben den Investitionskosten auch die Folgekosten abzuschätzen und sowohl die Investitionskosten- als auch die Folgekostenentlastung für die Kommune zu prüfen.
Es ist weiter zu prüfen, welche zusätzlichen Aktivierungspotenziale für soziale, kulturelle und ökologische Themenstellung vorhanden sind. Ebenso ist zu diskutieren, ob und gegebenenfalls wie aus dem Stadtteil heraus Aktivitäten in kommunalem und regionalem Interesse entwickelt werden können.

Zur Einführung in die Phase des Dorfentwicklungskonzeptes ist seitens des Amtes für den ländlichen Raum ein eintägiges Seminar und eine Tagesexkursion zu verschiedenen Projekten geplant. Der Moderator ist gehalten, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.
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