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Landrat Robert Fischbach und Justizminister Dr. Christean Wagner händigten Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Wilhelm Henkel und seine Ehefrau Gretel aus Biedenkopf-Wallau aus
(Pressemeldung 3/2004 vom 09.01.2004) Landrat Robert Fischbach und Hessens Justizminister Dr. Christean Wagner händigten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“ an Wilhelm Henkel sowie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstmedaille“ an seine Ehefrau Gretel Henkel in ihrer Wohnung in Biedenkopf-Wallau aus.

Wilhelm Henkel besuchte von 1934 bis 1942 die Volksschule in Wallau und absolvierte anschließend bis 1945 eine Lehre als Modelltischler bei der Firma Meissner & Co. in Wallau. Er war bis zu seinem Renteneintritt in 1995 dort als Modelltischler tätig.

Henkel ist seit 1949 eingetragenes Mitglied der Freien evangelischen Gemeinde Wallau. Vor und insbesondere seit diesem Zeitpunkt arbeitete er ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen wie Jugendarbeit, Gemeindechor und als Hausmeister mit. Bis zu seinem Ausscheiden auf persönlichen Wunsch war Henkel von 1978 bis 2002 ununterbrochen gewähltes Mitglied der Gemeindeleitung. Während dieser Zeit hat er das Gemeindeleben wesentlich mitgeprägt.

Am Umbau und der Renovierung des alten Gemeindesaales im Jahre 1957 war er mit seiner Ehefrau maßgeblich beteiligt. Das Gleiche gilt für den Erwerb eines Grundstücks, auf dem von 1988 bis 1990 ein großes modernes Gemeindezentrum größtenteils in Eigenleistung erbaut wurde.

Henkel war in 1988 Mitbegründer des Heimatvereins Wallau. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass aus dem Heimatverein ein erfolgreicher Verein entstand. Bei dem Kauf des Gebäudes zur Einrichtung des Dorfmuseums hat er maßgeblich mitgewirkt. Durch seinen Beitrag und Einsatz kam es rasch zu einem Abschluss der Kaufverhandlungen, die auch aus finanzieller Sicht für den noch jungen Verein in einer relativ kurzen Zeit abgewickelt werden konnten.

In der Backhausgenossenschaft „Hinterland“ war er in den Jahren 1961 bis 2002 als Vorsitzender und Kassierer tätig und hat mit dazu beigetragen, dass eine alte Tradition bis heute aufrechterhalten werden konnte. Alle vier Wochen wird hier noch Brot gebacken. Die Backhausgenossenschaft umfasst circa 55 Mitglieder.

Seine jahrzehntelange Erfahrung in der Landwirtschaft brachte er auch in seine Tätigkeit bei der Viehkasse Wallau ein, zu deren Vorstand er von 1968 bis zur Auflösung in 2002 gehörte sowie zum Vorstand der Jagdgenossenschaft. Hier war er von 1960 bis 1972 als Schriftführer und anschließend bis Frühjahr 2003 als Vorsitzender tätig. In dieser Tätigkeit hatte er großen Anteil daran, die Wallauer und Weifenbacher zu einer gemeinsamen Jagdgenossenschaft zu vereinen. Darüber hinaus war er von 1989 bis 2000 in der Hegegemeinschaft Biedenkopf I im Vorstand tätig.

Gretel Henkel besuchte von 1940 bis 1948 die Volksschule in Wallau. Im Anschluss daran hat sie bis zur Heirat in 1953 als Haushaltshilfe in mehreren Familien gearbeitet.

Sie ist seit 1966 Mitglied der Freien evangelischen Gemeinde. Neben der Erziehung ihrer fünf Kinder und später der Pflege ihrer Eltern und Schwiegereltern kümmerte sie sich durch unzählige Besuche in Altersheimen und Seniorentagesstätten um kranke und verwirrte Menschen. Auch in ihrer Gemeinde und darüber hinaus besuchte sie zusammen mit ihrem gesundheitlich angeschlagenen Ehemann regelmäßig alte und kranke Menschen. Sie erledigten deren Einkäufe, fuhren sie zum Arzt und begleiteten sie zu verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen. Neben all den sonstigen Pflichten im Haus, an der Arbeitsstelle oder in Ehrenämtern nahmen sich die Eltern Henkel immer Zeit für die Familie. Sie erfüllten ihren Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion, was die Vermittlung von Wertmaßstäben in unserer Gesellschaft betrifft.

Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten haben die Eheleute Henkel stets mit großem persönlichen Einsatz und unter Zurückstellung eigener Interessen vorbildlich und beispielhaft ausgeübt. Dabei standen Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeitssinn an vorderster Stelle.

Durch die Besuche von alten und kranken Menschen und die Hilfe und Betreuung, die sie diesem Personenkreis zukommen ließen, leisteten die Eheleute Henkel einen nicht unerheblichen sozialgesellschaftlichen Beitrag, der diesen Menschen half, ihre Selbständigkeit weitestgehend zu erhalten und am kulturellen Leben teilzunehmen.
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