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Landrat Robert Fischbach händigte den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Erika Streitberger aus Bad Endbach-Schlierbach aus Bad Endbach-Schlierbach aus
(Pressemeldung 12/2004 vom 19.01.2004) Die Aushändigung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“ an Erika Streitberger aus Bad Endbach-Schlierbach erfolgte im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Kreishaus in Marburg-Cappel durch Landrat Robert Fischbach.

Erika Streitberger besuchte von 1949 bis 1957 die Volksschule in Schlierbach. Anschließend erfolgte eine einjährige Ausbildung im Kinderheim in Hartenrod. Von 1959 bis 1960 und von 1963 bis 1965 war sie im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern tätig. In der Zeit von 1961 bis 1962 war sie als Messgehilfin beim Kulturamt Dillenburg beschäftigt.

1965 heiratete sie und im gleichen Jahr kam ihr Sohn Hans-Peter zur Welt. Er war schwerst behindert, und zwar körperlich und geistig. Eine Abgabe in ein Heim kam für die Eheleute Streitberger jedoch nicht in Frage. Die Lebenserwartung des Sohnes lag damals bei 8 bis 12 Jahren. Inzwischen ist er 38 Jahre alt. Die Pflege und Erziehung der insgesamt sieben Kinder lag in den ersten beiden Jahrzehnten gänzlich in der Hand von Erika Streitberger. Ihr Ehemann war beruflich viel unterwegs.

Trotz der familiären Belastungen fand Erika Streitberger noch Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. In 1977 wurde sie zur Elternbeiratsvorsitzenden der Praktisch-Bildbaren-Schulen Gladenbach, Oberhörlen und Achenbach gewählt. Beim ersten Besuch an den drei Schulen erkannte sie, unter welch primitiven Zuständen die Behinderten lebten und auch das Personal arbeiten musste. Mit großem persönlichen Einsatz konnte sie bei dem damaligen Bürgermeister erreichen, dass unter anderem mit der Installierung eines Warmwasserspeichers Verbesserungen für die Kinder und das Personal erreicht wurden.

Weiterhin setzte sie sich engagiert für den Bau einer neuen Schule für Lernbehinderte beziehungsweise für praktisch bildbare Schüler ein. Anfang der neunziger Jahre wandte sie sich an verschiedene Bundespolitiker, um auf die Situation aufmerksam zu machen, dass für die Pflegenden zu Hause etwas getan werden müsse. Mit diesem Engagement leistete auch sie ihren Beitrag zu der zwei Jahre später eingeführten Pflegegeldleistung für geistig und körperlich behinderte Kinder und Anerkennung von Rentenansprüchen für die zu Hause pflegenden Mütter.

Im Jahre 1994 war sie Gründungsmitglied des Gesprächskreises für pflegende Angehörige und bis 2000 stellvertretende Vorsitzende. Bereits 1995 wurde aus dem Gesprächskreis ein eingetragener Verein.

Weiterhin nahm sie Kontakt zur Opferhilfe Limburg-Weilburg auf. Dies ist eine Organisation, die Angehörige und Hinterbliebene von Menschen, die Opfer von Gewalt und Straftaten wurden, betreut. Darüber hinaus war sie bei der Hospizbewegung Herborn-Wetzlar Mitglied und als ehrenamtliche Helferin tätig.

Von 1985 bis 1989 arbeitete sie als Schwesternhelferin im Haus Hinterland in Bad Endbach. Ihre Mutter pflegte sie von 1989 bis zu ihrem Tod in 1993. 1995 wurde ihr Vater zum Schwerstpflegefall. Auch ihn pflegte sie bis zu seinem Tod im Jahre 2000.
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