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Landkreis Marburg-Biedenkopf warnt vor einer Ausbreitung der Wildschweinepest auf heimische „Schwarzkittel“
(Pressemeldung 25/2009 vom 20.01.2009)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dem Fachbereich Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz warnt vor einer Ausbreitung der Wildschweinepest. Diese Krankheit ist, so teilte das hessische Ministerium für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit, im benachbarten Nordrhein-Westfalen festgestellt worden.

„Es ist nicht auszuschließen, dass sich diese Krankheit auch auf die heimische Wildschweinpopulation ausbreitet, zumal in weiten Teilen die Zahl der Schwarzkittel ernorm zugenommen hat“, teilte Landrat Robert Fischbach mit. Dr. Gregor Busse vom Fachbereich Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz ergänzt, dass insbesondere milde Winter und das reichliche Futterangebot in den vergangenen Jahren zu einer rapiden Zunahme der Schwarzwildbestände mit einer deutlichen Ausbreitungstendenz in bis dahin nicht oder selten besiedelte Gebiete geführt hätten. „Die Verringerung der Schwarzwildbestände ist somit eine der tragenden Säulen der vorbeugenden Schweinepestbekämpfung und der Jägerschaft kommt eine besondere Bedeutung bei der Bekämpfung dieser Seuche zu“, betonte Dr. Busse.

Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz weist darauf hin, dass bei der Bejagung und dem weiteren Verarbeiten von erlegten Stücken besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind. So dürfen kein Wildbret oder unbehandelten Trophäen (zum Beispiel die Hauer, also die Eckzähne der Wildschweine) aus den von der Wildschweinpest betroffenen Gebieten mitgenommen werden.

An Fütterungsplätzen für Dachse oder Füchse dürfen keine Eingeweide, Schwarten oder Knochen von Schwarzwild ausgelegt werden. „Diese Teile sollten in der Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt oder zumindest sicher vergraben werden“, rät Dr. Busse.

Um die Ausbreitung der Krankheit auf Bestände mit Hausschweinen zu verhindern, dürfen Wildbret oder sonstige Teile von Schwarzwild auf keinen Fall in schweinehaltende Betriebe gelangen. Jäger und andere an der Jagd auf Schwarzwild beteiligte Personen dürfen diese Betriebe auf keinen Fall in derselben Kleidung und demselben Schuhwerk betreten, die bei der Jagd auf Schwarzwild getragen wurden. Auch der Jagdhund darf keinen Kontakt zu Hausschweinen haben.

Nach er Jagd auf Schwarzwild, auch nach Revierarbeiten in unmittelbarer Nähe von Stellen, die stark von Schwarzwild frequentiert werden (Fütterungsstellen, Suhlen), sollte das Schuhwerk gründlich gereinigt und mit haushaltsüblichen Viren tötenden Mitteln desinfiziert werden.

„Jeder Fund von gefallenem Schwarzwild ist dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf zu melden“, teilt Dr. Gregor Busse mit. Zur nachhaltigen Verringerung der Schwarzwildpopulation gelte außerdem, Schwarzwild, insbesondere Frischlinge, unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu erlegen. Jeder Landkreis ist zudem verpflichtet, im Rahmen eines Überwachungsprogramms eine bestimmte Anzahl von Schwarzwild auf das Vorliegen der Schweinepest zu untersuchen. Es sind von möglichst vielen erlegten Wildschweinen Blutproben zu nehmen, um sie auf das Virus zu untersuchen.

„Je früher eine Infektion erkannt wird, desto geringer sind die wirtschaftlichen Folgen sowohl für die schweinehaltenden Betriebe, aber auch für die Jägerschaft“, betont Landrat Robert Fischbach. Die Erfahrung in anderen Bundesländern habe gezeigt, dass die Wildschweinepest schnell auf unsere Hausschweinbestände überspringen könne. „Daher tragen auch Landwirte eine besondere Verantwortung, um ihre Schweinebestände zu schützen“, so der, Landrat weiter. Ganz wesentlich sei es, die Anforderungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung einzuhalten, die Dr. Gregor Busse nochmals erläutert: Stallungen dürfen nur in entsprechender Schutzkleidung betreten werden. Futterlagerstätten müssen für Wildschweine unzugänglich sein. Alle Bereiche, die in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Schweinehaltung stehen, wie zum Beispiel Mistlagerplätze, Fahr- und Triebwege, Verladerampen und Standplätze, an denen Kadaverbehältnisse abgestellt sind, müssen gegen den Kontakt mit Wildschweinen sicher abgegrenzt werden. Betriebsfremde Personen sollten nach Möglichkeit Stallungen nicht betreten. Falls doch erforderlich, haben Besucher betriebseigene oder Einwegkleidung zu tragen. Speisereste aus der Küche dürfen auf keinen Fall an Hausschweine verfüttert werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz stehen für die Beantwortung von Fragen unter der Telefon-Nummer (0 64 21) 405-60 zur Verfügung.

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