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KreisJobCenter steigert 2006 seine Integrationsleistung um 57 Prozent gegenüber 2005 - Arbeit oder Ausbildung für 4.339 Menschen
(Pressemeldung 24/2007 vom 24.01.2007)
Marburg-Biedenkopf - Landrat Robert Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern stellten zusammen mit der Leiterin des KreisJobCenters, Andrea Martin und dem stellvertretenden Leiter, Uwe Pöppler, die positive Bilanz des Jahres 2006 vor.

„Ganz besonders freut uns natürlich, dass es uns im vergangenen Jahr gelungen ist, durch gute Vermittlungsarbeit des KreisJobCenters die Arbeitslosigkeit im Landkreis Marburg-Biedenkopf spürbar zu senken. 3.962 Integrationen in Arbeit und 377 in Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt sind ein stolzes Ergebnis und haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Arbeitslosenquote im Landkreis von 8,4 Prozent im Dezember 2005 auf 6,7 Prozent gesenkt werden konnte“, so Landrat Robert Fischbach. Dies gelte umso mehr, als dass man die Bilanz einer Behörde im zweiten Jahr ihrer Arbeit betrachte.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, zuständiger Dezernent für das KreisJobCenter, bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das gute Ergebnis. Er betonte, dass die Stärke des KreisJobCenters die Vernetzung in der Region und die Strategie der individuellen Qualifizierung langzeitarbeitsloser Menschen sei. „Die Erfahrung, etwas dazuzulernen, stärkt das Selbstvertrauen der Arbeit suchenden Menschen und schafft durch den Ausgleich individueller Qualifikationsdefizite die Grundvoraussetzung für den Eintritt in den Arbeitsmarkt.“

3.996 Einmündungen in qualifizierende Maßnahmen bilden somit eine Grundlage für den Integrationserfolg des KreisJobCenters. „Neben der Zahl der Qualifizierungen beobachten wir auch genau die Zahl der Vermittlungen, das heißt die Zahl der Einmündungen in Arbeit, die durch Auswahl und Vorschlag unserer Fallmanagerinnen und Fallmanager zustande gekommen sind. Sie gibt uns Aufschluss darüber, wie sehr wir uns im KreisJobCenter zum Personaldienstleister in der Region entwickelt haben“ erläuterte Andrea Martin und gab diese Zahl mit 1.459 an. Das sind 65 Prozent mehr als im Jahr 2005!

Auch die Zahl der aufgezeigten beruflichen Perspektiven, insgesamt 8.335 Integrationen in Arbeit, Ausbildung oder qualifizierenden Maßnahmen, hat sich gegenüber dem Jahr 2005 beeindruckend entwickelt; hier ist eine Steigerung von 48 Prozent zu verzeichnen.

„Wir haben schnell gelernt“, kommentierte Uwe Pöppler diese Steigerungsraten. „Nicht nur die Qualifikation unserer Kunden, sondern auch die unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein Schlüssel zum Erfolg. Unsere intensiven Schulungen haben sich in der Qualität der Arbeit niedergeschlagen.“

Die Qualität der Arbeit des KreisJobCenters wurde im ersten Halbjahr 2006 auch durch den ersten bundesweiten Vergleich der Optionskommunen durch die Bertelsmann-Stiftung deutlich. Dort wurde eine durchschnittliche Integrationsquote von 10,2 Prozent ermittelt; das KreisJobCenter erzielte dagegen eine Quote von 14,3 Prozent. „Noch deutlicher wurde die sehr gute Integrationsarbeit des KreisJobCenters durch den jüngsten Vergleich“, so Dr. McGovern: „Die Bertelsmann-Stiftung verglich die Integrationsergebnisse der Optionskommunen des III. Quartals 2006 und rechnete auf das Gesamtjahr hoch, dass durchschnittlich ein Viertel der erwerbsfähigen Hilfeberechtigten in Arbeit integriert werden konnte. Die tatsächliche Jahresquote des KreisJobCenters liegt bei 37 Prozent.“

„Wir hatten immer den Vorsatz, die Betreuung und Vermittlung langzeitarbeitsloser Menschen durch den Landkreis nicht nur irgendwie zu machen, sondern auch gut zu machen“, erinnerte Robert Fischbach an das Jahr 2004, in dem der Landkreis sich dazu entschloss, das so genannte Optionsmodell zu realisieren, in dem durch die ausschließliche Eigenverantwortung des Landkreises größere kommunale Flexibilität ermöglicht wurde. „Die Entscheidung für die Option war richtig, und bezüglich unseres Vorsatzes sind wir auf dem allerbesten Weg“, bekräftigte der Landrat. „Das Hilfsangebot für betroffene Bürger nach der Überschwemmung im Hinterland konnte mit der Koordination des KreisJobCenters durch Freiwillige in Arbeitsgelegenheiten schnell und unbürokratisch erfolgen“, erinnerte er an die Situation im September 2006.

Ein Vergleich zu den Arbeitsgemeinschaften (ARGE), in denen sich Landkreise und die zuständigen Agenturen für Arbeit zusammengeschlossen haben, ist für das Jahr 2006 noch ausgeschlossen, da ein für „ARGEN“ und Optionskommunen gemeinsames, verbindliches Kennzahlensystem ausstand. So wurden in den Integrationszahlen des KreisJobCenters beispielsweise Abgänge in Wehr- oder Zivildienst oder Arbeitsgelegenheiten nicht als Integration in Arbeit gezählt und betriebliche Umschulungen nicht als Ausbildungen.

Kennzeichnend für das Jahr 2006 waren laut Dr. McGovern unter anderem Unsicherheiten bezüglich des für die Eingliederungsleistungen zur Verfügung stehenden Budgets: „Eine vom Bund im Juli verhängte Haushaltssperre über mehr als eine Million Euro wurde erst im September wieder aufgehoben. Nur durch Kooperation und große Flexibilität der Maßnahmeträger der Region und eine schnelle Reaktion in den Planungen des KreisJobCenters konnte es gelingen, das gegen Ende des Jahres dann zur Verfügung stehende Budget zum Vorteil unserer Kunden voll auszuschöpfen. Das war längst nicht überall so.“

Für Andrea Martin war der Ausbildungstag des KreisJobCenters im Mai ein besonderes Erfolgserlebnis: „Es war schön zu sehen, welchen Anklang unser Angebot fand. Die Jugendlichen genießen im KreisJobCenter besonderes Augenmerk. Dabei ist natürlich wichtig, dass wir bei der Integration in Ausbildung eine gute Quote erzielen; aber es gibt auch Erfolge jenseits von Kennzahlen. Dazu gehört für mich, dass wir es durch den Ausbildungstag geschafft haben, bei den Jugendlichen etwas Schwellenangst abzubauen. Sie haben unser KreisJobCenter als kreativen Unterstützer bei der Suche nach einer Ausbildung erlebt.“

Als geschäftspolitische Schwerpunkte des KreisJobCenters für das Jahr 2007 nannte Dr. McGovern zunächst eine weitere Steigerung der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt. Perspektiven für Jugendliche in Ausbildung und Qualifizierung müssen, wie in 2006 sehr gut gelungen, auch weiterhin sichergestellt werden. Die Förderung der Beschäftigung von Frauen ist ein weiterer Schwerpunkt, ebenso wie die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Qualifizierungsangebotes. Auch die individuelle Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KreisJobCenters soll im Jahr 2007 hohe Priorität genießen.

Abschließend bedankten sich Landrat Fischbach und Dr. McGovern nochmals besonders bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KreisJobCenters für ihre engagierte Arbeit, ohne die diese weitere positive Entwicklung nicht möglich gewesen wäre.
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