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Kreis bietet Vortragsreihe über die Zukunft der Pflegeheime - Mit Prof. Dr. Dörner aus Hamburg konnte ein Spitzenreferent gewonnen werden
(Pressemeldung 20/2003 vom 24.01.2003) Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern zeigte sich sehr erfreut darüber, dass mit Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner ein anerkannter Fachmann die Vortragsreihe über die Zukunft der Pflegeheime am 12. Februar um 20 Uhr im Kreistagssitzungssaal der Kreisverwaltung in Marburg eröffnen wird. Der Mitinitiator der Initiative zur Einrichtung einer „Enquête der Heime“ wird zum Generellthema der Vortragsreihe:
Ist das traditionelle Pflegeheim ein ‚Auslaufmodell‘?
referieren. Mit der Forderung einer Enquête-Kommission, die über grundsätzliche Weichenstellungen der Heimversorgung beraten soll, hat er gemeinsam mit vielen weiteren Fachleuten bundesweit einen grundsätzlichen Diskussionsprozess in Gang gesetzt. Bei seinem Vortrag wird Prof. Dörner auf vier Aspekte näher eingehen:
 Können alte Menschen in Pflegeeinrichtungen individuell und menschenwürdig versorgt werden?
 Droht der finanzielle Kollaps unseres Sozialsystems?
 Gibt es ausreichend Alternativen zu einer Heimunterbringung?
 Brauchen wir einen Paradigmenwechsel und ist der Umbau des Sorgesystems heute nicht dringend geboten, damit das Leben für pflegebedürftige Menschen in Zukunft menschenwürdiger und finanzierbar ist?

In der Veranstaltungsreihe geht es nach dem generellen Themenaufriss im weiteren Verlauf um den im Untertitel: „Wohngruppenkonzepte für Menschen mit Demenz – eine realistische Alternative zum Pflegeheim!? formulierten spezielleren Aspekt der Hilfen für Menschen mit Demenzerkrankungen. Dabei werden Konzeptionen, Finanzierungen und Erfahrungen unterschiedlicher Modelle der Pflege vorgestellt.
Mit der Vortragsreihe soll, so Dr. Karsten McGovern, darauf aufmerksam gemacht werden, dass die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft tiefgreifende Auswirkungen auf die Bedingungen der Pflege in der Zukunft haben wird. Die Zahl hilfe- und pflegebedürftiger alter Menschen steigt stetig. Die Familie, die traditionell den Hauptanteil aller Pflegeleistungen trägt, wird mit dieser Aufgabe zunehmend überfordert.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung hat allein für den Bereich der stationären Pflege einen Zuwachs von über 50 % bis zum Jahr 2020 errechnet. Es erscheint fraglich, ob die traditionelle Form der Institution Pflegeheim zukunftsfähig ist. Schon heute haben Pflegeheime unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen große Probleme, den Persönlichkeitsrechten der Bewohner gerecht zu werden, erforderliche Rehabilitations- und Integrationsaufgaben zu erfüllen sowie desorientierten alten Menschen die erforderliche fachliche und individuelle Unterstützung zu geben. Hinzu kommt die schwierige finanzielle Lage in der sich viele Einrichtungen befinden.

Vor diesem Hintergrund fordern Experten einen Umbau des Heimsystems und die Entwicklung alternativer Versorgungsformen. Neue Angebote sollten das ambulante Hilfesystem und das privat-bürgerschaftliche Engagement in einem „Hilfe- und Sorgemix“ vereinen und eine Beteiligungskultur auf kommunaler Ebene fördern. Die vielerorts entstehenden Wohngruppen oder Hausgemeinschaften für demenzkranke Menschen erscheinen als Vorreiter solcher Entwicklungen. Sie gilt es in einer möglichst breiten konzeptionellen Vielfalt zu realisieren und zu erproben.

Die Einladung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenpflege, Leitungskräfte, Vertreter von Kostenträgern, Vereinen und Verbänden, Angehörige sowie alle Interessierten. Alle Vortrage sind kostenfrei. Voranmeldungen sind nicht erforderlich. Veranstalter ist der Gerontopsychiatrische Verbund Marburg-Biedenkopf, in dem die Stabsstelle Altenhilfe des Kreises und die Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V. gemeinsam wirken.

Das Programm der Veranstaltungsreihe:

Mittwoch, 12. Februar 2003, 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Ist das traditionelle Pflegeheim ein „Auslaufmodell“?
Referent: Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Hamburg
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Mittwoch, 12. März 2003, 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Zwischen Heim und Daheim - Bürgerengagement und Dienstleistung im Mix. Das Freiburger Modell
Referent: Thomas Pfundstein, Freiburg
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Mittwoch, 02. April 2003, 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Die ambulant betreute Hausgemeinschaft. Das Münsteraner Modell
Referent: Ulrich Beerwerth, Münster
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Mittwoch, 23. April 2003, 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Das Konzept der heimverbundenen Wohngruppe.
Referent: Ernst Boltner, Wetter
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