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Jahresbilanz des KreisJobCenters: Die Integrationsergebnisse sind so gut wie noch nie – Besonders bei der Integration von Frauen und Alleinerziehenden hervorragende Ergebnisse

Pressemitteilung Nr. 20/2012 vom 23.01.2012

Marburg-Biedenkopf – Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern präsentierte zusammen mit der Leitung des KreisJobCenters, Andrea Martin und Joachim Hikade sowie der Projektleiterin für das Bildungs- und Teilhabepaket Dr. Pia Hoppe, die Jahresbilanz 2011 des KreisJobCenters. Dr. McGovern bedankte sich auch im Namen von Landrat Robert Fischbach bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des KreisJobCenters für ihre erfolgreiche und engagierte Arbeit, die diese positive Jahresbilanz möglich gemacht haben. Er dankte aber auch den Firmen und Betrieben, die erfolgreich mit dem KreisJobCenter zusammenarbeiten.

„Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist auf Tiefststand. Insgesamt beträgt die Arbeitslosenquote nur noch 4,4 Prozent. Das KreisJobCenter steht mit einer Arbeitslosenquote für den ‚SGB-II-Bereich’ mit 2,9 Prozent im Bundes- und Hessenvergleich hervorragend da“, so Dr. McGovern. Er unterstrich, dass die Arbeitslosenquote für den Bereich der von den Jobcentern betreuten Menschen im Bundesdurchschnitt mit 4,7 Prozent und im Hessenschnitt mit 3,8 Prozent deutlich höher liege.

Gründe für den Rückgang der Arbeitslosenquote im Bereich des SGB II ist das sehr gute Ergebnis der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt, das mit 4.681 Integrationen so hoch ausfiel wie nie zuvor. Gegenüber dem schon sehr positiven Jahr 2010 konnte das Ergebnis noch um 94 Integrationen gesteigert werden. Berücksichtigt man dabei den Rückgang der Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 11,1 Prozent, so ergibt das eine Steigerung der Integrationen um 15 Prozent. In Ausbildung konnten im Jahr 2011 insgesamt 273 Personen integriert werden, auch dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent.

Auch in dem im Jahr 2011 erstmals eingeführten Leistungsvergleich aller Jobcenter sind diese Erfolge abzulesen. Da diese bundesweit vergleichbaren Daten jedoch mit jeweils viermonatiger Verzögerung veröffentlicht werden, ist es zwar für eine Jahresbilanz zu früh, aber auch die bislang vorliegenden Daten, die die Monate Januar bis September 2011 zusammenfasst, zeigen die sehr gute Arbeit des KreisJobCenters. So liegt das KreisJobCenter mit einer Integrationsquote von 35,5 Prozent weit über dem Hessenschnitt von 27,9 Prozent und dem Bundesdurchschnitt von 28,5 Prozent. Im Vergleich der 26 Grundsicherungsträger in Hessen ergibt dies derzeit den dritten Rang für die Arbeitsmarktintegration insgesamt; im Bezug auf die Frauen sogar Rang zwei.

Auch die rückläufige Entwicklung der Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten liegt nach diesen Zahlen im weit überdurchschnittlichen Bereich: So weist das KreisJobCenter im Jahresverlauf einen Rückgang von 9,1 Prozent auf; im Bundesdurchschnitt sind es dagegen nur sechs Prozent und in Hessen nur 5,7 Prozent (Datenstand September).

Kürzungen im Bereich der Eingliederung treffen den Landkreis hart
„Wir freuen uns sehr darüber, dass die positive Arbeitsmarktentwicklung nicht nur für arbeitmarktnahe Menschen gilt, sondern auch für langzeitarbeitslose Menschen Perspektiven bietet. Oftmals ist es aber notwendig, die Betroffenen vor einer Arbeitsmarktintegration durch unterstützende Maßnahmen zu stabilisieren und zu qualifizieren. Unsere Maßnahmen, die hier ansetzen, erweisen sich als erfolgreich. Als das Jobcenter, das den höchsten Anteil seiner zur Verfügung stehenden Mittel tatsächlich für die Qualifizierung der arbeitslosen Menschen ausgegeben hat, treffen uns die unverhältnismäßigen Kürzungen im Bereich des Eingliederungstitels von 25 Prozent im Übergang zum Jahr 2011 und die neuerliche Kürzung um 27 Prozent deshalb besonders hart“, erläuterte Dr. McGovern. 2010 waren es 12.026.183 Euro, 2011 waren es 8.900.000 und 2012 werden es nur noch 6.824.090 Euro sein. „Es wäre Ziel führender, die Kürzungen an die tatsächlich gesunkene Anzahl erwerbsfähiger Leistungsberechtigter anzupassen und die Chance des aufnahmebereiten Arbeitsmarktes zu einer weitergehenden Qualifizierung langzeitarbeitsloser Menschen zu nutzen. Es ist auch deshalb notwendig, um die heimischen Betriebe in Zeiten eines drohenden Fachkräftemangels mit Arbeitskräften versorgen zu können“, so der Erste Kreisbeigeordnete.

„Wir haben im vergangenen Jahr die bewährten Jobakademien weiter ausgebaut, indem wir ein Unterstützungsangebot für Menschen, die in ‚400-Euro-Jobs’ tätig sind, nach dem Prinzip der Jobakademie aufgebaut haben. Dort suchen nun 50 Betroffene mit unserer Unterstützung intensiv Stellen im sozialversicherungspflichtigen Bereich, die ihnen eine dauerhafte Perspektive bieten sollen. Auch die spezielle Jobakademie für Alleinerziehende war schnell erfolgreich und hat zu dem guten Ergebnis beigetragen“, so die Leiterin des KreisJobCenters, Andrea Martin. Die Integration Alleinerziehender durch das KreisJobCenter liegt mit 28,7 Prozent deutlich über dem Bundes- und Hessenschnitt von 21,9 Prozent.

Bildungs- und Teilhabepaket
Rasches und flexibles Handeln waren im März 2011 gefragt. Erst am 29.03.2011 wurde das Gesetz zum Bildungs- und Teilhabepaket verkündet, welches zum 1.04.2011 in Kraft trat. „Wir waren hier gefordert, in Kooperation mit anderen Fachbereichen der Kreisverwaltung und der Stadt Marburg aus dem Stand heraus eine funktionierende Einheit zur Information über die Leistungen und Auszahlung an geschätzt 6.000 potenziell Anspruchsberechtigte aufzubauen“, erläutert der stellvertretende Leiter des KreisJobCenters, Joachim Hikade. Dies gelang überraschend schnell: Noch vor dem 1. April wurde eine telefonische Hotline geschaltet, eine Internet-Seite konzipiert und die benötigten Formulare ins Internet zum Download gestellt. „Die Unabhängigkeit von zentralen Vorgaben und die gute Zusammenarbeit der Fachbereiche der Kreisverwaltung ist das besondere Merkmal der Option und hat diese schnelle Regelung überhaupt erst möglich gemacht“, so Hikade.

Dr. Pia Hoppe übernahm kommissarisch die Leitung des kurzfristig zusammengestellten Teams „Bildung- und Teilhabe“. „Dadurch, dass wir bereits Ende März alle Familien im SGB-II-Leistungsbezug angeschrieben und informiert hatten, konnten wir schnell eine Nutzung der Angebote des Bildungs- und Teilhabepaketes erzielen. Die doch recht komplizierten Regelungen haben wir unbürokratisch umgesetzt, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche von den Leistungen profitieren können. Auch den Kooperationspartnern, den Schulen und Anbietern für die Mittagsversorgung, haben wir schnell Informationsangebote unterbreiten und ein möglichst einfaches Verfahren vereinbaren können“, erläutert sie.

Derzeit haben im Landkreis Marburg-Biedenkopf circa 45 Prozent (2.913) aller potenziell Anspruchsberechtigten einen Antrag auf Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket gestellt. Mit dem umfangreichen Internetangebot zu Bildungs- und Teilhabepaket und einem eigens für die Anbieter der Mittagsversorgung programmierten System zur Abwicklung der Mittagsversorgung in den Schulen war das KreisJobCenter auf dem „Tag der Jobcenter 2011“ in Berlin mit einem Informationsstand als sogenanntes „best-practice-Beispiel“ vertreten.

Ziele für 2012:
Als Ziele für das Jahr 2012 nannte Dr. McGovern eine weitere Steigerung der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt – trotz des deutlich gesunkenen Budgets. „Wir werden weiter an der Optimierung unserer Vermittlungsstrategien arbeiten und uns daher auch ehrgeizige Ziele setzen. Wie die Budgetkürzungen sich hier auswirken werden, bleibt abzuwarten. Auch die weitere Steigerung der Nutzung des Bildungs- und Teilhabepaketes ist eine Herausforderung. Auch wenn die Konzeption des Bildungs- und Teilhabepaketes an sich durchaus kritikwürdig ist, setzen wir alles daran, die geltenden Regelungen gut umzusetzen, möglichst jedes Kind zu erreichen und in seinen Möglichkeiten zu fördern“, so der Erste Kreisbeigeordnete.
 

  Ein Beispiel von vielen erfolgreichen Vermittlungen: Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern (hinten, von links), Andrea Martin (Leiterin des KreisJobCenters), Joachim Hikade (stv. Leiter des KreisJobCenters) und Dr. Pia Hoppe (Projektleiterin Bildungs- und Teilhabepaket) freuen sich über die erfolgreiche Vermittlung von Sophia Budde (29/vorne links), die mit Hilfe des KreisJobCenters und ihrer Fallmanagerin Sabine Otto (vorne rechts) als allein erziehende Mutter einen Ausbildungsplatz bekommen hat.  (Foto: Landkreis)
Ein Beispiel von vielen erfolgreichen Vermittlungen: Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern (hinten, von links), Andrea Martin (Leiterin des KreisJobCenters), Joachim Hikade (stv. Leiter des KreisJobCenters) und Dr. Pia Hoppe (Projektleiterin Bildungs- und Teilhabepaket) freuen sich über die erfolgreiche Vermittlung von Sophia Budde (29/vorne links), die mit Hilfe des KreisJobCenters und ihrer Fallmanagerin Sabine Otto (vorne rechts) als allein erziehende Mutter einen Ausbildungsplatz bekommen hat. (Foto: Landkreis)

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