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Wenn die Krankheit bremst: Gesundheits-Coach hilft Kunden des KreisJobCenters auch beim Bändigen des inneren Schweinehunds – Informationen, Tipps und Lösungsvorschläge für eine Änderung des Lebensstils

Pressemitteilung Nr. 39/2012 vom 02.02.2012

Marburg-Biedenkopf – Das Risiko, arbeitslos zu bleiben, wird durch gesundheitliche Einschränkungen, die im Laufe der Arbeitslosigkeit zunehmen oder erst auftreten, nachweisbar zusätzlich erhöht. Ein Problem, dem das Team von ComeBack@50 beim KreisJobCenter (KJC) des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Kundenkontakt täglich begegnet. Eine gezielte Gesundheitsförderung hilft deshalb dabei, diese Probleme zu meistern. Das Projekt ComeBack@50 kümmert sich gezielt und individuell um die Wiedereingliederung von über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt.

Im Rahmen eines Pressegesprächs stellte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern am Donnerstag in Marburg den ganzheitlichen Ansatz der Gesundheitsförderung vor. Die KJC-Kunden Annette Bethke (55) und Ralf Hildebrand (53) berichteten von ihren positiven Erfahrungen dieser Gesundheitsförderung.

Zuckerkrankheit und Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen oder schlechte Kondition des Herz-Kreislaufsystems bremsen viele Stellenvermittlungen von älteren Kunden des KJC regelrecht aus, was die Kunden schmerzlich trifft. „Viele Gesundheitsprobleme lassen sich durch eine Änderung des Lebensstils und tägliche Verhaltensänderungen deutlich mindern“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Rücken- und Gelenkbeschwerden ließen sich oft durch ein gezieltes Bewegungsprogramm reduzieren und die Kondition durch ein individuelles Sportangebot verbessern.

Doch nicht nur körperliche Beschwerden beeinträchtigen die Gesundheit, auch – und häufig begleitend – ist die Psyche betroffen. Äußerer Druck erzeugt oftmals dauerhaften inneren Druck, der sich wiederum in körperliche Beschwerden äußern kann. So „schlägt es einem auf den Magen“ oder man macht sich „ein schweres Herz“.

Auch Rehabilitationseinrichtungen kennen diese Zusammenhänge und setzen daher – neben der ärztlichen Behandlung – auch Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungstraining und Ernährungsberatung zur Gesundheitsstärkung ihrer Patienten ein.

Dr. McGovern weist darauf hin, dass das KreisJobCenter erfolgreich auf eine frühzeitige Gesundheitsförderung durch einen Sport- und Bewegungstherapeuten setzt: „Für alle Kunden von ComeBack@50 wird zu Beginn ein begleitender Arbeitskreis über vier Wochen angeboten. Dabei wird auch das Thema Gesundheit von verschiedenen Seiten betrachtet.“ Dabei solle den Teilnehmern nicht mit erhobenem Zeigefinger der richtige Weg gewiesen werden. „Ziel ist es vielmehr, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich und in der Lage ist, positiv darauf einzuwirken“, erläutert Dr. McGovern.

„Wenn wir die Themen Bewegung, Ernährung und Stress behandeln, dann so, dass die Teilnehmer sich dabei immer einbringen können, über persönliche Erfahrungen berichten oder ihre bisherigen Kenntnisse und Informationen wiedergeben können“, erklärt Personalvermittler Heinz Gebauer, der als ComeBack@50-Gesundheits-Coach die Workshops leitet. Es würde die Themen aufgegriffen, die den Teilnehmern besonders am Herzen liegen. „Aha-Erlebnisse sollen persönliche Betroffenheit auslösen und ein Umdenken fördern“, erläutert Gebauer. Die ComeBack@50-Kunden bekommen dabei nicht nur eine Fülle an gesundheitsfördernden Informationen, sondern auch praktische Lösungen und Tipps an die Hand, durch die sie Stressbelastungen besser bewältigen und dem „inneren Schweinehund“ besser Paroli bieten können.

Das Marburger Konzept des internen und externen Gesundheits-Coachings stößt über die Grenzen der Region hinaus auf Interesse und hat so etwas wie Vorbild-Charakter. Dies wird auch durch die anonymisierten Umfrageergebnisse von den Workshop-Teilnehmern bestätigt: 90 Prozent fanden den Workshop informativ, 80 Prozent bestätigten, dass die Inhalte auch hilfreich für ihren Alltag seien.

Gesundheitscoach Gebauer erklärt das gute Ergebnis so: „Man muss die Kunden da abholen, wo sie stehen. Durch gut gemeinte, aber lehrmeisterliche Ratschläge erreicht man sie nicht und verursacht eher Ablehnung.“
 

 

(v. li.) Heike Weiß (Fachdienstleiterin ComeBack@50), Gesundheitscoach Heinz Gebauer, die Kunden des KJC Annette Bethke (55) und Ralf Hildebrand (53) und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern freuen sich darüber, dass die Gesundheitsförderung erfolgreich verläuft.  (Foto: Landkreis)

Das KreisJobCenter stellt auch mit ComeBack@50 den Menschen in den Mittelpunkt und wählt einen ganzheitlichen Ansatz, um auch ältere Arbeitssuchende zu vermitteln, Dazu gehört auch eine Stabilisierung der Lebensumstände und der gesundheitlichen Situation. (v. li.) Heike Weiß (Fachdienstleiterin ComeBack@50), Gesundheitscoach Heinz Gebauer, die Kunden des KJC Annette Bethke (55) und Ralf Hildebrand (53) und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern freuen sich darüber, dass die Gesundheitsförderung erfolgreich verläuft. (Foto: Landkreis)
 

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