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Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf: Biologische Vielfalt – bedrohte Vielfalt: Was ist biologische Vielfalt bzw. Biodiversität und warum ist sie für uns wichtig?

(Pressemitteilung 147/2016 vom 08.04.2016)

Alle auf der Erde natürlicherweise vorkommenden sowie gezüchteten Tier- und Pflanzenarten, Mikroorganismen und Pilze werden als biologische Vielfalt bzw. Biodiversität bezeichnet. Dazu gehören die verschiedenen Landschaften und Lebensräume mit ihren komplexen ökologischen Wechselwirkungen, aber auch die genetische Vielfalt jeder einzelnen Art.

All diese verschiedenen Lebensformen und Lebensräume sind eng miteinander verflochten und tauschen sich untereinander aus. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist die Basis einer intakten Natur und Lebensgrundlage für uns Menschen.

Bereits im Jahr 1992 hat diese Erkenntnis die Vereinten Nationen dazu bewogen, ein Übereinkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) abzuschließen. Auch die Europäische Union wollte mit einem Aktionsplan zum Erhalt und zur Eindämmung des Verlusts der Biodiversität bis zum Jahr 2010 beitragen. Beides ist nicht gelungen, so dass die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2010 in Nagoya (Japan) einen strategischen Plan zur Rettung der Biodiversität beschloss (Nagoya-Protokoll). Die darin formulierten Ziele sollen bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden und sind die Grundlage für die Hessische Biodiversitätsstrategie.

Aktuell erleben wir aber weltweit das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Dass einige Arten aussterben ist ein natürliches Phänomen. Derzeit erfolgt allerdings ein Auslöschen der Gen- und Artenvielfalt mit erschreckender Schnelligkeit. Dies führt dazu, dass eine genetische Anpassung bestimmter Tier- und Pflanzenarten nicht mehr möglich ist, so dass diese für immer von unserem Planeten verschwinden. Primäre Ursache für das Artensterben ist der Mensch. Waldrodungen, intensivierte landwirtschaftliche Nutzung, Zerschneidung, Zersiedlung der Landschaft sowie immenser Flächenverbrauch, gestiegene Freizeitnutzung, Gewässerausbau und das Einschleppen invasiver Arten sind hier nur als einige Ursachen zu nennen.

Was können wir tun?

Unsere Region ist reich an erhaltenswerten Naturschätzen und verschiedenen, teilweise selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten. In den letzten Jahren ist, insbesondere in unserem Landkreis und in der Universitätsstadt Marburg, schon vieles zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt erreicht worden. Wichtige Ökosysteme und Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten wurden unter Schutz gestellt bzw. reaktiviert, Schutzgebiete ausgewiesen und entwickelt, neue Lebensräume geschaffen bzw. wiederhergestellt. So wurden z.B. Gewässer renaturiert, Magerrasen entbuscht, Streuobstwiesen angepflanzt oder gepflegt. Dies hat z.B. zur Rückkehr von Wildkatze, Weiß- und Schwarzstorch geführt.

Doch all diese Aktivitäten konnten den weiter voranschreitenden Artenschwund nicht wesentlich aufhalten, zumal die Eingriffe durch den Menschen weiter ansteigen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg haben ein großes Interesse daran, den Erhalt der Artenvielfalt durch weitere Maßnahmen aktiv und nachhaltig und unter Einbindung der Bürgerschaft auf den Weg zu bringen. Der Schutz unserer Tier- und Pflanzenwelt und deren Lebensräumen bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Daher sind wir auf Ihre Beteiligung in Form von Ideen, Anregungen und aktiver Mitarbeit angewiesen.

Am 2. Juni 2016 wird mit einer Kreiskonferenz zur Biodiversität der Startschuss zur Umsetzung der "Hessischen Biodiversitätsstrategie" in unserer Region gegeben. Die Konferenz bildet den Auftakt für weitere regionale Bürgerbeteiligungsprojekte im Landkreis Marburg-Biedenkopf und in der Universitätsstadt Marburg.

Weitere Informationen über die hessische Biodiversitätsstrategie befinden sich in Kürze auf den Homepages. Insbesondere auf der Bürgerbeteiligungsplattform des Landkreises „Mein Marburg-Biedenkopf“ (www.mein-marburg-biedenkopf.de) werden bald neben Veranstaltungshinweisen und Informationen über Bürgerkonferenzen vor Ort auch digitale Beteiligungsmöglichkeiten angeboten. Den Anfang macht eine kleine Umfrage zu diesem Thema, die vom 18.04. bis zum 06.05.2016 läuft. Über eine rege Beteiligung würden sich die Veranstalter sehr freuen.

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