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Gemeinsame Pressemitteilung der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf - Durch Fortbildung entstandenes Netzwerk verbessert Hilfestellung für junge Menschen - Universitätsstadt Marburg und Landkreis Marburg-Biedenkopf besiegeln Zusammenarbeit beim Übergang von Schule in den Beruf mit bsj und IB
(Pressemeldung 18/2008 vom 22.01.2008)

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg arbeiten im Bereich der Jugendberufshilfe schon seit vielen Jahren in immer wieder unterschiedlichen Projekten eng und vertrauensvoll zusammen. Seit Anfang 2007 geschieht dies im Rahmen der Kompetenzagentur Marburg-Biedenkopf, bei der die Stadt Marburg die formale Trägerschaft übernommen hat. Hierbei handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesjugendministeriums, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bezuschusst wird. Inhaltlich geht es bei dieser Agentur um eine passgenaue, an den jeweils spezifischen Biografien ansetzende, Kompetenzen aufgreifende und bei Bedarf aufsuchende, sowie intensive und längerfristige Unterstützung für besonders benachteiligte junge Menschen im Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt.

Die Koordinierungsstelle „Schulverweigerung – Die 2.Chance“ nahm ihre Arbeit bereits einige Monate früher auf. Auch bei diesem Projekt kooperieren Stadt und Landkreis sowie der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) aufs engste. Bei diesem Angebot, welches wie die Kompetenzagentur durch das Bundesjugendministerium mit ESF-Geldern mitfinanziert wird, steht die Reintegration jugendlicher Schulverweigerer/-innen in das Regelschulsystem im Mittelpunkt.

„Die Förderrichtlinien enthalten jeweils die naheliegende Forderung nach einer Zusammenarbeit zwischen den Kompetenzagenturen und den Koordinierungsstellen, sofern sie in einer Region – wie bei uns – auch beide vorhanden sind“, erläuterte anlässlich einer Pressekonferenz die Marburger Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach. „Im Sinne der Betroffenen, nämlich der besonders benachteiligten jungen Menschen im Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt, ist es sinnvoll und effektiv, dass hier die Stadt Marburg und der Landkreis eng zusammenarbeiten, um ein bestmögliches Angebot erstellen zu können“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete, Dr. Karsten McGovern, fest .

„Wir wollten es nun aber nicht nur bei Lippenbekenntnissen und gegenseitigen Beteuerungen bewenden lassen,“ ergänzte der Geschäftsführer des bsj, Jochem Schirp, „sondern Grundlagen und Prozessabläufe für diese Kooperation entwickeln, die auch wirklich die gemeinsame Arbeit mit einzelnen jungen Menschen verzahnen und insofern auch optimieren.“

„Bei dieser Erarbeitung waren wir als Internationaler Bund (IB) erfreulicherweise mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD) von Anfang an mit einbezogen.“ Mit diesen Worten erinnerte die Programmgeschäftsführerin des IB für Mittel- und Nordhessen, Christa Diehl-Kahl, daran, dass der auslösende Funke für die Ausarbeitung der nun zur Unterschrift vorliegenden Rahmenbedingungen während einer Fortbildung übersprang, die im Frühjahr 2007 aus Mitteln der Kompetenzagentur für alle Beschäftigten dieser Einrichtung, der Koordinierungsstelle „2.Chance“ und des regionalen JMD des IB durchgeführt werden konnte. Dieser Dienst wiederum hält schon seit vielen Jahren unterschiedliche Angebote für die gesellschaftliche Integration sowie für die sozialpädagogische Einzelbetreuung von jungen Menschen mit einem Migrationshintergrund vor.

Bereits auf Grund der knappen Skizzierung der drei Einrichtungen wird deutlich, dass es zwischen ihnen jeweils nicht unerhebliche Überschneidungen gibt. Ein Jugendlicher, der beispielweise über die Koordinierungsstelle „2.Chance“ wieder in das Schulsystem eingegliedert werden konnte und damit eine zweite Chance auf einen Schulabschluss erhalten hat, wird in den meisten Fällen nur dann letztendlich in eine Ausbildung einmünden können, wenn er (oder sie) auch weiterhin bei Bedarf eine intensive und weiterführende Unterstützung bekommen kann. Da andererseits junge Menschen mit einem Migrationshintergrund immer wieder auf besondere Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt stoßen, liegt es selbstverständlich nahe, ein auf diese Thematik spezialisiertes Angebot mit zu berücksichtigen.

Durch die Abstimmung und Verzahnung dieser drei Angebote setzen die Beteiligten den ständig postulierten Netzwerkgedanken vor Ort ganz praktisch und handlungsleitend in die Tat um. Sie sind sich sicher, dass dadurch den Zielgruppen eine insgesamt noch bessere Unterstützung angeboten werden kann. Frau Dr. Weinbach, Frau Diehl-Kahl, Herr Schirp und Herr Dr.McGovern betonten abschließend auch die Wichtigkeit der Tatsache, dass sich alle Beschäftigten der drei Einrichtungen durch die gemeinsame Fortbildung kennenlernen und auf ein breites gemeinsames Grundverständnis ihrer jeweiligen, erst einmal spezifischen Arbeitsbereiche verständigen konnten. Von daher war es ihnen ein ganz besonderes Anliegen, dass auch derartige Erfahrungsaustausche, Fortbildungen und natürlich auch gemeinsame Auswertungen in der Rahmenvereinbarung festgeschrieben sind.

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