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Erstes Treffen analysierte die Unfallpunkte für den Bereich der Polizeistation Biedenkopf
(Pressemeldung 19/2003 vom 23.01.2003) In der Polizeistation Cölbe traf sich die Unfallkommission zum Thema Unfallpunkte. In dieser Kommission sitzen der Landrat, Vertreter der Straßenverkehrsbehörde, Vertreter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen, Vertreter der Straßenmeistereien und Vertreter der Polizei. Im Jahr 2002 gab es im Kreisgebiet die traurige Bilanz von 36 Toten (bei 33 Unfällen) gegenüber 23 tödlich Verletzten (bei 25 Unfällen) im Jahre 2001 zu beklagen. Für den Bereich der Polizeistation Biedenkopf wurden im Jahr 2002 zehn Unfallpunkte, für den Bereich der Polizeistation Stadtallendorf vier Unfallpunkte und für den Bereich der Polizeistation Marburg drei Unfallpunkte gemeldet. Unfallpunkte sind Stellen im Straßennetz, an denen sich Verkehrsunfälle häufen. Neben den Fahrunfällen ist im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme von Wildunfällen im gesamten Kreisgebiet festzustellen.

Landrat Robert Fischbach machte deutlich, dass diese Treffen dazu dienen sollen, Maßnahmen zur Bekämpfung des Unfallgeschehens zu ergreifen. Am 23. Januar 2003 fand die erste Unfallpunktbesprechung für den Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Biedenkopf statt. Eine weitere Unfallpunktbesprechung für den Zuständigkeitsbereich der Polizeistationen Marburg und Stadtallendorf ist für den 28. Januar 2003 vorgesehen. Allein für den Altkreis Biedenkopf wurden nach vorläufigen Zahlen für 2002 mehr als 1100 Unfälle gemeldet.

Die Vertreter der Straßenverkehrsbehörde erläuterten, dass Unfallpunkte im Sinne des Erlasses des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vom 27.12.2000 genau definiert sind. Dieses sind:

Knotenpunkte (Einmündungen, Kreuzungen) sowie
Straßenabschnitte von maximal 500 m Länge, in denen kein Knotenpunkt liegt,
auf denen sich im Laufe eines Kalenderjahres bei einer Verkehrsbelastung

bis 10.000 Kraftfahrzeuge pro Tag (Kfz/24 h) mindestens fünf Unfälle des gleichen Unfalltyps
von 10.000 bis 15.000 Kfz/24 h mindestens sechs Unfälle des gleichen Unfalltyps,
von 15.000 bis 20.000 Kfz/24 h mindestens sieben Unfälle des gleichen Unfalltyps und
bei über 20.000 Kfz/24 h mindestens acht Unfälle des gleichen Unfalltyps ereignet haben,
oder wenn bei einer Verkehrsbelastung

bis 10.000 Kfz/24 h mindestens zwei Unfälle des gleichen Unfalltyps mit schwerem Personenschaden,
bei über 10.000 Kfz/24 h mindestens drei Unfälle des gleichen Unfalltyps mit schwerem Personenschaden geschehen sind.
Anhand der vom Regionalen Verkehrsdienst Marburg geführten Unfalltypen-Steckkarte können diese Unfallpunkte erkannt werden. Es erfolgt anschließend eine entsprechende Meldung der Unfallpunkte an die Straßenverkehrsbehörde und das Amt für Straßen- und Verkehrswesen. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen wertet die übersandten Unfallanzeigen aus, fertigt von den einzelnen Unfallpunkten ein Unfalldiagramm und erstellt eine Liste mit den wesentlichen Unfallmerkmalen (Datum, Uhrzeit, Unfallfolgen, Lichtverhältnisse, Straßenzustand und Unfallursache). Je eine Ausfertigung dieser Unterlagen erhalten die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei.

Die Straßenverkehrsbehörde lädt dann zu einer Unfallpunktbesprechung das Amt für Straßen- und Verkehrswesen und die Polizei ein. In dieser Besprechung wird das Unfallgeschehen aller aktuellen Unfallpunkte anhand der oben genannten Unterlagen analysiert und beraten. Es wird erörtert, welche Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Frage kommen, gegebenenfalls werden Ortsbesichtigungen der einzelnen Unfallpunkte durchgeführt.

Für jeden Unfallpunkt erstellt die Straßenverkehrsbehörde ein Bewertungsprotokoll, das allen Beteiligten übersandt wird, so dass kurzfristig zu realisierende Maßnahmen möglichst zeitnah umgesetzt werden können.

Alle Beteiligten haben das Ziel, Maßnahmen zu ergreifen, die die Gefahrenstellen entschärfen, aber die Vertreter der Kommission appellierten auch nochmals eindringlich an die Autofahrer, dass sie die Geschwindigkeiten den Straßenverhältnissen anpassen sollten. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Wildwechselwarnungen sind mit Bedacht so gewählt worden.
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