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Erste Bilanz nach dem Orkantief „Kyrill“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf
(Pressemeldung 16/2007 vom 19.01.2007) Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises und des Kreisfeuerwehrverbandes

„Trotz vieler Schäden im Kreisgebiet, sind wir im Vergleich zu anderen Landkreisen noch mit einem blauen Auge davongekommen. Ich möchte an dieser Stelle vor allem allen Einsatzkräften danken, die während dieses Sturms eine sehr engagierte Arbeit geleistet haben und dabei zum Teil ihre eigene Gesundheit riskierten. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte hat sehr gut funktioniert“, erläuterte Landrat Robert Fischbach.

„Von großem Vorteil war es, dass wir die Leiter der örtlichen Feuerwehren frühzeitig informiert und beraten haben. Wir haben uns als Dienstleister für die Städte und Gemeinden gesehen, diese wurden von uns beraten und wir standen den gut organisierten örtlichen Führungsstellen die ganze Zeit über zur Seite, ergänzte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen musste bei uns glücklicherweise kein Katastrophenalarm-Alarm ausgelöst werden.

„Ein dickes Lob ist an dieser Stelle auch dem THW auszusprechen, mit dem wir hervorragend zusammengearbeitet haben. Gleiches gilt auch für die ausgezeichnete Leistung des Krisenstabs, der trotz erschwerter räumlicher Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet hat“, so Schäfer. Das Lob gelte aber auch für alle anderen Einsatzgruppen. Der enge Kontakt zu den Einsatzleitungen der Feuerwehren sei während des Sturms von großem Vorteil gewesen.

Der Krisenstab, der in der Hauptfeuerwache in Marburg arbeitete, hatte vom 18.1. ab 13:30 Uhr bis zum 19.01 um 2:16 Uhr pausenlos zu tun. Es gab weit über 400 Einsatzstellen im Kreisgebiet. Alleine über 820 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehren waren über Stunden und teilweise ohne Pausen im Einsatz. Hinzu kamen weitere 20 Einsatzkräfte des THW, 12 Einsatzkräfte der Informations- und Kommunikationsgruppe sowie 13 Personen im Krisenstab.

Vorläufige Schadensübersicht
In allen Städten und Gemeinden des Kreises gab es Einsatzstellen, die schwerpunktmäßig mit der Beseitigung von Sturmschäden zu tun hatten (Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, Freiräumen von Straßen etc.). Außerdem wurden wegen der erhöhten Pegelstände Sandsackverbaue errichtet. In sechs Städten und Gemeinden gab es teilweise einen kompletten Stromausfall. In Erksdorf musste über Notstrom die Wasserversorgung sichergestellt werden.

Insgesamt waren 39 Bundes-, Landes- und Kreisstraßen gesperrt. Zwischenzeitlich waren die Orte Neustadt, Bottenhorn und Wermertshausen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten dauern zur Stunde noch an.

Nachdem in der Nacht die Zufahrtsmöglichkeit zum Uniklinikum auf den Lahnbergen nicht mehr möglich war, organisierten der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Erich Wranze-Bielefeld und der Leitende Notarzt Dr. Alexander Sattler Ausweichmöglichkeiten. Um die medizinische Versorgung sicher zu stellen, wurde das Diakoniekrankenhaus in Marburg-Wehrda mit zusätzlichem Personal der Uniklinik verstärkt und eine zusätzliche Ambulanz in der HNO-Klinik in Marburg eingerichtet. Die rettungsdienstliche Versorgung war durch diese Maßnahmen jederzeit gesichert.

Die Pegelstände an der Lahn betrugen in Marburg am 18.1. um 9 Uhr 2, 64 Meter und am 19.1. gegen 12 Uhr 5,13 Meter. In Biedenkopf wies der Pegelstand der Lahn am 18. um 9 Uhr eine Höhe von 1 Meter auf und am 19.01 um 8 Uhr von 2,17 Meter, seitdem fallend.
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