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Ausstellung mit Werken der Konrad Lutz-Preisträger in der Kreisveraltung eröffnet * Aidshilfe Marburg holte Wanderausstellung in den Landkreis
(Pressemeldung 40/2009 vom 28.01.2009)

Marburg-Biedenkopf – „Im Foyer der Kreisverwaltung in Marburg-Cappel sind bis zum 27. Februar 2009 künstlerische Arbeiten zu sehen, die im Rahmen des Konrad Lutz Preises prämiert worden sind.

Bei der Ausstellungseröffnung am 27.1.09 machte Landrat Fischbach deutlich, dass Ausstellungen in der Kreisverwaltung bereits bis Mitte 2012 geplant seien, diese Ausstellung habe die Kreisverwaltung aber gerne zusätzlich aufgenommen. Er verwies darauf, dass die Ausstellung auch dafür stehe, einen ganz normalen Umgang mit HIV-Positiven zu pflegen. Das sei auch eine gesellschaftliche Frage. Rita Süssmuth habe einmal gesagt, dass Aids eine Erkrankung sei, die unsere Gesellschaft mit ihren Werten und ihrer Politik grundlegend auf die Probe stelle. „Das stimmt und es liegt an uns, den richtigen Umgang mit den an Aids Erkrankten und den HIV-Positiven zu suchen und zu finden. Hier geht es zwar primär um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema ‚immer ist jetzt’, aber letztlich ist es auch eine Frage, wie wir uns selbst positionieren“, so Landrat Fischbach.

Diese Wanderausstellung konnte die Aidshilfe Marburg in den Landkreis holen, sie kam aus München hierher. „Die AIDS-Hilfe ermutigt Menschen mit HIV und deren Angehörige, sich am Konrad Lutz Preis zu beteiligen. Wir sorgen im Rahmen unserer begleitenden Arbeit für Gelegenheiten, dies auch gemeinsam in der Gruppe zu tun“, sagte Mario Ferranti von der Marburger Aidshilfe, der die Rahmenbedingungen des Konrad-Lutz-Preises darstellte. Die Motti wie ´Immer ist jetzt“ - ´Zeiträume´ - ´endgültig-vorläufig´ seien die typischen Themenstellungen der vergangenen Konrad Lutz Preise. „Sie vermitteln“, so Ferranti, „Enge und Begrenzung, die für viele Menschen mit HIV im Alltag sehr konkret sind, vor allem für jene, die schon lange mit der Infektion leben.“

Der Konrad-Lutz-Preis ist ein Kunst-Wettbewerb für Menschen mit HIV und AIDS. Im Jahr 1998 hat die Deutsche AIDS-Hilfe, darunter Uli Meurer, mit Unterstützung des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline (damals Glaxo Wellcome) den Wettbewerb ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, HIV-Positive und AIDS-Kranke sowie Menschen aus ihrem direkten Umfeld die Gelegenheit zu geben, ihre Gefühle, Ängste und Wünsche in Bezug auf das Leben mit HIV und AIDS in unserer heutigen Gesellschaft auszudrücken. Deshalb hat man sich für einen Gestaltungswettbewerb entschieden, der ohne Worte auskommen sollte. Mittlerweile liegt die Initiative „Konrad Lutz Preis“ in den Händen von „Netzwerk plus, das bundesweite Netzwerk der Menschen mit HIV und AIDS“, Berlin, und dem Unternehmen GlaxoSmithKline, München.

Anschließend führte der Kunsthistoriker Christian Setzepfandt (Vorstand AIDS-Hilfe Frankfurt) in die Ausstellung ein. Anhand von vier Exponaten erläuterte er beispielhaft die jeweilige Intention der Künstlerinnen und Künstler sowie eindrucksvoll auch die unterschiedlich eingesetzten Kunsttechniken. Die Prognose Aids oder HIV-positiv sei für die Betroffenen natürlich sehr schwerwiegend. Man müsse sich plötzlich mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Für ältere Menschen mit dieser Diagnose komme der Zeitpunkt der intensiven Auseinandersetzung mit dem Tod sicherlich früher als erwartet und bei jüngeren Menschen habe die schwierige Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben zum Zeitpunkt der Information über die Erkrankung oft noch gar nicht stattgefunden. Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema, sei auch eine Form der individuellen Beschäftigung damit. Setzepfand erläuterte den Besuchern der Ausstellungseröffnung zudem die Entwicklung der Krankheit Aids.

Die vierzehn prämierten Kunstwerke sowie ein weiteres Wettbewerbsbild wurden zum Motto „immer ist jetzt“ erstellt und sind bis zum 27. Februar in der Kreisverwaltung in Marburg-Cappel während der üblichen Öffnungszeiten (montags bis donnerstags: mindestens von 8 Uhr bis 16 Uhr und freitags: von 8 bis 14 Uhr) zu sehen.

In der Kreisverwaltung in Marburg-Cappel wurde die Wanderausstellung ´´immer ist jetzt´´ mit prämierten Werken im Rahmen des Konrad Lutz-Preises eröffnet: Landrat Robert Fischbach, Christian Setzepfandt, Mario Ferranti (beide AIDS-Hilfe) und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern. Vorschau - Foto: Landkreis
In der Kreisverwaltung in Marburg-Cappel wurde die Wanderausstellung "immer ist jetzt" mit prämierten Werken im Rahmen des Konrad Lutz-Preises eröffnet (v.l.n.r.): Landrat Robert Fischbach, Christian Setzepfandt, Mario Ferranti (beide AIDS-Hilfe) und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern. Foto: Landkreis
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