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Geflügel muss jetzt kreisweit in den Stall – Geflügelausstellungen sind untersagt / Ausbreitung der Vogelgrippe soll verhindert werden

(Pressemitteilung 487/2016 vom 24.11.2016)

Marburg-Biedenkopf – Wegen der Gefahr, dass sich der Erreger der Vogelgrippe weiter ausbreitet, hat die Landrätin des Landkreis Marburg-Biedenkopf auf Weisung des Hessischen Landwirtschaftsministeriums eine Allgemeinverfügung erlassen, die eine sogenannte Aufstallung von Geflügel anordnet und Geflügelausstellungen untersagt. Dies gilt für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Pfauen, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse.

Demnach müssen ab sofort private oder gewerbliche Tierhalter gemäß der Geflügelpestverordnung ihre Tiere in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung halten, die eine nach oben gegen Einträge gesicherte dichte Abdeckung aufweist sowie das Eindringen von Wildvögeln von der Seite verhindert. So soll der Kontakt zu Wildvögeln und deren Ausscheidungen minimiert und wenn möglich verhindert werden.

Außerdem dürfen derzeit keine Veranstaltungen wie etwa Märkte oder Geflügelausstellungen stattfinden, bei denen Geflügel verkauft, gehandelt oder zur Schau gestellt wird. Dies gilt auch für Tauben.

Zwar ist im Landkreis Marburg-Biedenkopf noch kein Fall von Vogelgrippe auftreten, jedoch schätzen die Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts das Risiko der Einschleppung des Influenza-Virus H5N8 aus der Wildvogelpopulation in Hausgeflügelbestände als hoch ein. Dies soll durch die aktuelle Anordnung verhindert werden.

Die Übertragung von Influenzaviren bei Geflügel erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit Kot und anderen Materialien wie etwa Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk oder Schutzkleidung, die mit dem Erreger der Vogelgrippe verunreinigt sein können.

Die Anordnung, Geflügel aufzustallen, gilt landesweit. Dies ist nach Einschätzung des Hessischen Landwirtschaftsministeriums geboten, um ein Übergreifen der Vogelgrippe auf Bestände mit Nutzgeflügel zu verhindern und damit die Erzeugung von Eiern oder Geflügelfleisch – und damit von Lebensmitteln – nicht zu gefährden.

Die Anordnung ist angemessen, da die wirtschaftlichen Nachteile, die betroffene Tierhalter durch die Aufstallung erleiden können, im Vergleich zum gesamtwirtschaftlichen Schaden, der durch einen einzigen Geflügelpestausbruch für die gesamte Geflügel- und Lebensmittelwirtschaft in Hessen entstehen kann, nachrangig sind. Insofern überwiegt das öffentliche Interesse an der Aufstallung die privaten Interessen der betroffenen Tierhalter.

Weiter Informationen im Internet unter http://marburg-biedenkopf.de/laendlicher-raum/veterinaerwesen/aktuelles-zur-vogelgrippe/

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