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Erfolgreiche Teilnahme des KreisJobCenters am Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ bietet Chancen für 75 Beschäftigte – Weitere 25 Plätze wurden genehmigt

(Pressemitteilung 486/2016 vom 24.11.2016)

Marburg-Biedenkopf – Das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ wird seit Ende 2015 mit 75 öffentlich geförderten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen im Landkreis durch das KreisJobCenter (KJC) umgesetzt. Wie sieht es nach einem Jahr Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Menschen im Programm aus.

„Mitte 2015 rief das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu einem Teilnahmewettbewerb der Jobcenter im Rahmen des neuen Bundesprogramms ‚Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt‘ auf. Mit der Qualität der begleitenden Aktivitäten und der Einbindung kommunaler Leistungen überzeugte das KJC die Jury und führt seit Oktober 2015 als eines von bundesweit 105 Jobcentern das Arbeitsförderungsprogramm im Kreis durch. 75 öffentlich geförderte Beschäftigungsplätze konnten bei verschiedenen gemeinnützigen Trägern und Vereinen für langzeitarbeitslose Leistungsbezieher geschaffen werden. Bis Ende 2018 konnten so vom KJC zusätzlich Fördergelder von bis zu 3,4 Mio. Euro für die hiesigen Berechtigten eingeworben werden“, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow.

Gefördert werden Arbeitsverhältnisse, die zusätzlich, wettbewerbsneutral und im öffentlichen Interesse liegen. In Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden sind Beschäftigungen mit unterschiedlicher Wochenarbeitszeit geschaffen worden sowie die Möglichkeit einer stufenweisen Erhöhung der Wochenarbeitszeit über die gesamte Beschäftigungslaufzeit von maximal drei Jahren. Teilnahmevoraussetzung für SGB II - Bezieher war neben dem Langzeitleistungsbezug von mindestens vier Jahren entweder gesundheitliche Einschränkungen oder ein Zusammenleben mit minderjährigen Kindern. Die Teilnahme am Programm war ausschließlich freiwillig und die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, unter den unterschiedlichen Arbeitsangeboten und verschiedenen Arbeitgebern frei zu wählen.

Im ersten Beschäftigungsjahr wurden die Teilnehmenden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJC sowohl in Einzelgesprächen als auch durch Gruppenangebote begleitet. Themen wie Rollenverständnis, formale und informelle Regeln im Betrieb, Gesundheit am Arbeitsplatz wurden gemeinschaftlich erarbeitet und diskutiert. Jeder konnte seine Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen einbringen, sich austauschen und entscheiden, wie wichtig die Bereiche für die eigene Situation und den Arbeitsplatz sind.

Ziel der beschäftigungsbegleitenden Aktivitäten ist die Arbeitsfähigkeit der Teilnehmenden zu stabilisieren oder auszubauen und die Chancen auf eine Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt zum Ende des Programms zu verbessern. Die meisten der Beschäftigten sind mittlerweile seit einem Jahr erfolgreich in Arbeit. Für viele der Arbeitnehmer ist das Programm „die“ Chance am Arbeitsmarkt wieder teilzuhaben. In einigen Fällen konnten durch das Programm Arbeitsgelegenheiten in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden. Die Arbeitsaufgaben sind dann manchmal die gleichen geblieben, die eigene Wahrnehmung hat sich aber drastisch verändert. Es macht für jeden persönlich einen Unterschied, ob man einen „Ein-Euro-Job“ hat oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das diese öffentlich gefördert ist, ist dann nebensächlich, machte ein Teilnehmer bei den Gruppenveranstaltungen deutlich.

Als weitere Aufgabe hat sich das KJC in seinem Konzeptantrag die Entwicklung eines Gütesiegels zur Förderung psychosozialer Gesundheit für arbeitsmarktliche Maßnahmen zum Ziel gesetzt. Gesundheitliche Einschränkungen als Folge der Arbeitslosigkeit oder Arbeitslosigkeit als Folge von physischen und psychischen Einschränkungen ist ein wichtiges Thema, das sowohl Arbeitslose als auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des KJC zunehmend betrifft. Wie Fallmanager, Dienstleister von Arbeitsmarktmaßnahmen und direkt Betroffene mit psychosozialen Belastungssituationen umgehen können und welche Rahmenbedingungen oder Inhalte gesundheitsfördernd sind, soll mit allen Beteiligten diskutiert werden. „Wir möchten Betroffene und Mitarbeiter des KJCs bei der Auswahl sinnvoller individueller Arbeitsmarktmaßnahmen mit dem besonderen Augenmerk bei psychosozialen Belastungen unterstützen“, so Andrea Martin, Fachbereichsleiterin des KJC.

Mit dem Jahreswechsel 2016/2017 hat das BMAS eine Ausweitung des Programms auf weitere 90 Jobcenter beschlossen. „Aufgrund der positiven Erfahrungen, die wir bisher mit dem Programm machen konnten, freuen wir uns sehr, dass das KJC weitere 25 Beschäftigungsplätze vom BMAS aktuell genehmigt bekommen hat“, so Zachow und gab damit noch einen Ausblick auf die weitere Arbeit des Programms im Landkreis.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ befinden sich im Internet unter www.bva und auf den Seiten des BMAS unter Themen / Arbeitsmarkt / Modellprogramme / Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt.

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