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Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH gegründet – 96 Prozent der rund zehntausend Teilnehmenden meldeten im Rahmen der Befragung den Bedarf für schnelle Internetverbindungen an
(Pressemitteilung Nr. 483/2012 vom 30.11.2012)
Marburg-Biedenkopf – Im großen Tagungsraum im Landratsamt trafen sich Vertreter der 21 Städte und Gemeinden im Landkreis (ohne die Stadt Marburg), die zusammen mit dem Kreisausschuss die neue Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH gründeten. Durch die Unterzeichnung des Vertrages durch die Bürgermeister und Stadträte bzw. Gemeindevorstandsmitglieder sowie durch den Kreisausschuss wurde die neue GmbH ins Leben gerufen. Die Gründung der GmbH muss noch beim Regierungspräsidium angezeigt werden. Mit dem Eintrag ins Handelsregister tritt sie in Kraft.

„Mit dieser Gründung haben wir einen großen Schritt im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit des Landkreises getan. Besonders möchte ich mich für die gute und reibungslose Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden bedanken, denn nur gemeinsam kann man eine so große Aufgabe bewältigen. Es ist aber auch für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis ein Signal, dass wir uns im Landkreis gemeinsam der wichtigen Versorgung mit schnellem Internet annehmen und Strukturen schaffen werden, die sowohl für die Wirtschaft, als auch für Privatleute sehr wichtig sind“, sagte Landrat Robert Fischbach.

Als kommissarischer Geschäftsführer und damit sozusagen als erste Amtshandlung der GmbH wurde Dr. Frank Hüttemann bestimmt, der die Geschäfte aber nur solange leiten wird, bis eine hauptberufliche Geschäftsführung gefunden werden konnte. Nach Auskunft von Landrat Fischbach lägen für diese Tätigkeit 40 Bewerbungen vor. Nach erster Durchsicht seien unter den Bewerbungen sehr qualifizierte Kandidaten für die Geschäftsführung. Eine Entscheidung soll möglichst noch in diesem Jahr fallen.

Der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden benötigten die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an einer Umfrage. Nur wenn eine ausreichende Anzahl der Menschen im Landkreis bestätigen, dass sie einen Bedarf von mindestens 25 bis 50 Mbit/s in den nächsten Jahren haben, darf in den Breitbandausbau im Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge investiert werden. Genau das hat die Umfrage eindeutig belegt. „Im Gesamtergebnis liegt dieser Bedarfswert bei 95,66 Prozent. Dieser pendelt zwischen 88,71 Prozent in Cölbe und 98,79 Prozent in Steffenberg.“ Entscheidend ist genau diese Analyse der Bedarfsquote. Das bestätige, so Landrat Fischbach, genau die Vermutungen und Informationen, die dem Kreisausschuss vorlägen: „Das ist ein sehr eindeutiges Votum und macht deutlich, dass wir hier standortpolitisch handeln müssen.“

Die Versorgung mit schnellem Internet ist eine der bedeutendsten Aufgaben für unseren Landkreis“, sagte Landrat Fischbach. Da die großen Telekommunikationsanbieter bei uns im ländlichen Raum von sich aus diese Versorgungsstrukturen aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisieren wollen, werde der Landkreis dies zusammen mit den Kommunen mit eigenen Strukturen schaffen. Dazu gibt es aus Sicht von Landrat Fischbach keine Alternative!

An der Befragung hatten sich insgesamt 9.761 Personen aus dem gesamten Landkreis außerhalb der Stadt Marburg beteiligt. Bezogen auf die Anzahl der Haushalte hat in Münchhausen fast jeder vierte Einwohner geantwortet (23,11 %) und in den Gemeinden Angelburg, Ebsdorfergrund, Lahntal und Wohratal war es jeweils rund jeder Fünfte. Aber auch in Wetter, Lohra, Bad Endbach oder Steffenberg antworteten zwischen 15 und 18 Prozent.

Die Anzahl der Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Umfrage beteiligten und einen Bedarf von mehr als 25 Mbit/s angemeldet haben, beträgt 9.337. Lediglich 316 Personen gaben an, diesen Bedarf nicht zu haben.

Die Realisierung einer flächendeckenden Breitbandversorgung soll nun mittels der neu gegründeten Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH erfolgen. Dabei kommt dieser Gesellschaft nach der geplanten Betriebsstruktur ausschließlich die Finanzierung und Eigentümerschaft des passiven Netzes zu. Für die Herstellung des passiven Netzes ist ein Betrag von circa 43 Millionen Euro kalkuliert. Diese 43 Millionen Euro werden von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen zur Verfügung gestellt und durch eine einhundertprozentige Landesbürgschaft abgesichert. Darüber hinaus benötigt die Gesellschaft Eigenkapital und Betriebsmittelvorschuss in Höhe von rund zehn Millionen Euro.

Rund 550 Kilometer Glasfaserleitungen müssen im Landkreis verlegt werden. So soll sichergestellt werden, dass möglichst in den nächsten drei Jahren die flächendeckende Versorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit Glasfaser gestützter Internetversorgung realisiert werden kann, die im ersten Schritt eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde ermöglicht und weitere Optionen für weit höhere Geschwindigkeiten offen hält.
 

Nach der Gründungsveranstaltung der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH stellten sich die Vertreter der Städte und Gemeinden für ein Foto zusammen. Foto: Landkreis
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Nach der Gründungsveranstaltung der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH stellten sich die Vertreter der Städte und Gemeinden für ein Foto zusammen.
Foto: Landkreis

 

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