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Gemeinsame Pressemitteilung: Fahne vor dem Landratsamt ist deutliches Zeichen gegen Gewalt Internationaler Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“

(Pressemitteilung 481/2016 vom 25.11.2016)

Marburg-Biedenkopf – Landrätin Kirsten Fründt und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragen Claudia Schäfer und Dr. Christine Amend-Wegmann sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches „Keine Gewalt an Frauen und Kindern im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ haben sich am 25. November, dem internationalen Aktionstag, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt.

Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung haben sie vor dem Landratsamt die Fahne mit dem Aufdruck „NEIN zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ gehisst und mit Bannern diesen Satz auf Arabisch, Englisch, Französisch, Persisch, Spanisch und Türkisch demonstriert. Auch die Universitätsstadt Marburg, die Außenstelle der Kreisverwaltung in Biedenkopf und weitere Gemeinden im Landkreis beteiligen sich an dieser Aktion und sind damit bundesweit in guter Gesellschaft. Zu den Gemeinden im Landkreis gehören Stadtallendorf (die Gemeinde und Standorte des Beratungszentrums LOK), Fronhausen, Wohratal, Lahntal und Steffenberg.

Landrätin Kirsten Fründt wies auf die vielfältigen Formen von Gewalt hin, denen Frauen weltweit und in Deutschland ausgesetzt sind. „Dazu gehören häusliche Gewalt, sexuelle Belästigungen und Übergriffe, Missbrauch, Zwangsverheiratung und Menschenhandel oder auch Diskriminierung, Diffamierung und Ausgrenzung als subtilere Form von Gewalt.“ Alle, die hinsehen und Hilfe organisieren, wenn sie Zeuge von Gewaltandrohungen oder -handlungen werden, würden einen wertvollen Beitrag leisten. „Heute geht es darum, ein ganz deutliches Zeichen zu setzen, dass all diese Formen von Gewalt absolut inakzeptabel sind, gegen geltendes Recht verstoßen und geahndet werden“, betonten die Landrätin und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Die Landrätin honorierte die aktive und engagierte Netzwerkarbeit des Runden Tisches, der das vielfältige Präventions- und Unterstützungsangebote in Stadt und Landkreis organisiert.

„Jede vierte Frau erlebt in ihrem Erwachsenenleben mindestens einmal körperliche oder sexuelle Übergriffe durch den eigenen Partner. Häusliche Gewalt ist in allen Bevölkerungsschichten die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen. Mit der diesjährigen Fahnenaktion ,Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen‘ weisen wir deshalb besonders auf die wichtige Rolle der Frauenhäuser im Hilfesystem bei häuslicher Gewalt hin“. erläuterte die Frauenbeauftragte des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Claudia Schäfer. Eine aktuelle Herausforderung bestehe darin, Frauen mit Beeinträchtigungen oder in unsicheren Lebenssituationen wie beispielsweise einem fehlenden Aufenthaltstitel, entsprechende Schutzmöglichkeiten zur Verfügung stellen zu können, sagte Schäfer.

Dr. Christine Amend-Wegmann, Leiterin des Gleichberechtigungsreferates der Stadt Marburg, betonte: „Ein wesentliches Ziel solcher öffentlichen Aktionen besteht darin, Frauen, die Gewalt erfahren haben, Mut zu machen, sich zu wehren und vor allem Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wir erleben immer wieder, dass das den betroffenen Frauen sehr schwer fällt.“ „Deshalb ist es so wichtig, dass sie professionell unterstützt werden. In Stadt und Landkreis gibt es vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote, die untereinander gut vernetzt sind und wertvolle Arbeit leisten“, ergänzte der Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Am Runden Tisch „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ haben sich zahlreiche Institutionen und Beratungsstellen als Netzwerk zusammengeschlossen, Die Mitgliedseinrichtungen sensibilisieren mit ihrer Arbeit für die Wahrnehmung der vielfältigen Ausprägungen und Auswirkungen von Gewalt, sie beraten und unterstützen Betroffene und ihre Helferinnen, bieten Programme für Täter an und arbeiten an der Verbesserung von Hilfsangeboten und ihrer Bekanntmachung. Präventionsangebote und deren Weiterentwicklung sind ebenfalls ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt.

Schwerpunkte der intensiven Netzwerkarbeit sind derzeit unter anderem die Unterstützung geflüchteter Frauen, die in den Krisengebieten, auf der Flucht oder auch in Deutschland Gewalt erfahren haben oder erfahren. Sexuelle Gewalt und Belästigung ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt. Der Frauennotruf Marburg e. V. führt aktuell eine Informationskampagne zu sogenannten K.O.-Tropfen durch. Immer stehen aber auch Hilfsangebote für Kinder im Blick, die beispielsweise häusliche Gewalt miterleben und davon negativ geprägt werden oder selbst direkt Gewalt erfahren.

Nähere Informationen: Frauenbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Telefon 06421 405-1311, E-Mail: frauenbuero@marburg-biedenkopf.de und Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg, Telefon 06421 2011377, E-Mail gleichberechtigungsreferat@marburg-stadt.de .

Gemeinsam mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten von Universitätsstadt und Landkreis, Vertreterinnen und Vertretern des Runden Tisches „Keine Gewalt an Frauen und Kindern im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ sowie einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungen setzten Landrätin Kirsten Fründt und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.  Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Gemeinsam mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten von Universitätsstadt und Landkreis, Vertreterinnen und Vertretern des Runden Tisches „Keine Gewalt an Frauen und Kindern im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ sowie einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungen setzten Landrätin Kirsten Fründt und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.


Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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