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Runder Tisch Geburtshilfe in Biedenkopf findet Lösung für ein Jahr und öffnet damit Zeitfenster für tragfähige Lösung – DRK-Krankenhaus, UKGM und Belegärzte übernehmen gemeinsam Verantwortung / Geplantem Förderverein kommt wichtige Rolle zu
(Pressemitteilung 462/2012 vom 16.11.2012)
Marburg-Biedenkopf – „Alle Beteiligte haben heute zweieinhalb Stunden hart gerungen und sind am Ende zu einer Lösung gekommen, die vorbehaltlich der Zustimmung verschiedener Gremien, eine starke Absichterklärung darstellt. Das DRK-Krankenhaus Biedenkopf, das UKGM und die Belegärzte werden zunächst für ein Jahr die Geburtshilfe in der bisherigen Form weiter betreiben und die Mehrkosten von mindestens 200.000 Euro selbst schultern“, sagte Landrat Robert Fischbach. Er dankte allen Mitwirkenden für diese Lösung die erst einmal ein Jahr Zeit bringt, um in Ruhe mit allen Beteiligten eine längerfristige Lösung anzustreben. Getragen von dem Willen, die Geburtshilfe Biedenkopf weiter zu betreiben, seien alle Beteiligten an die Grenzen des finanziell Machbaren gegangen, so fasste Fischbach das Ergebnis des Gesprächs zusammen.

Der Zeitdruck war im Vorfeld so groß, weil die Kosten vor allem für die Versicherungsprämien so extrem gestiegen waren, dass aus finanziellen Gründen dem DRK-Krankenhaus und den Belegärzten eine Fortführung nicht möglich erschien.

Für Willi Welsch vom DRK-Krankenhaus ist dieser jetzt gefundene Lösungsvorschlag ein sehr gutes Ergebnis. Das Belegarztsystem sei attraktiv und die sich abzeichnende Lösung für ein Jahr böte Entwicklungschancen: „Wie wollen das Jahr nutzen, um uns mit allen Leistungserbringern neu aufzustellen.“

Dr. Gunther Weiß vom UKGM betonte, dass vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien, das UKGM sich an der Lösung beteiligen werde: „Durch unseren Beitrag stärken wir die bereits vorhandene Kooperation und helfen dabei, Zeit zu gewinnen, um eine Lösung für die Geburtshilfe in Biedenkopf zu finden.“

Für die Belegärzte betonte Dr. Manfred Hofmann: „Ich bin froh über diese Tendenz einer Lösung. Es müssen aber weitere Gespräche geführt werden.“ Die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Uwe Wagner vom UKGM, für der er sich ausdrücklich bedankte, werde auch weiterhin eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe in Biedenkopf ermöglichen.

Ein wichtiger Baustein ist die Gründung eines Fördervereins, der mit den dort zu sammelnden Spenden ebenfalls zum Erhalt der Geburtshilfe in Biedenkopf beitragen soll. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer verwies in diesem Zusammenhang auf die über 8.000 gesammelten Unterschriften der Bürgerinnen und Bürger aus der Region, die sich für die Fortführung stark machten. „Indem die Menschen das DRK-Krankenhaus aufsuchen, stärken sie auch die Region, denn schließlich wird die Geburtshilfe vor Ort letztlich auch an der Zahl der Geburten gemessen“, so Dr. Schäfer, der sich zusammen mit Landrat Fischbach darum kümmern will, dass diesem Förderverein Gelder zufließen.

Die Menschen vor Ort wollen in die Entscheidung eingebunden werden und sie haben die Gelegenheit das auch zu zeigen, indem sie den Förderverein unterstützen, so war die einhellige Meinung aller Beteiligten.

Für die Bürgermeister der Region sagte Bürgermeister Joachim Thiemig, dass er sich beim Kreisausschuss und dem Land sowie allen Mitwirkenden für das Engagement und den „Runden Tisch“ bedanke. Die Lösung für ein Jahr solle genutzt werden, um möglichst eine tragfähige Lösung zu finden.

Auch Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern zeigte sich über dieses Ergebnis erfreut, zumal die Rahmenbedingungen bundesweit derzeit sehr negativ für den Erhalt der Geburtshilfen seien.

Alle zusammen verstehen diese angestrebte Lösung für ein Jahr als große Chance, um über weitere Gespräche zu einer langfristigeren Lösung zu kommen und nicht voreilig - aufgrund der gestiegenen Kosten - durch eine Schließung Fakten zu schaffen, die nicht wieder rückgängig gemacht werden könnten.

  Im Landratsamt in Marburg verlief das zweite Treffen zum Erhalt der Geburtshilfe erfolgreich.  Foto: Landkreis
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Im Landratsamt in Marburg verlief das zweite Treffen zum Erhalt der Geburtshilfe erfolgreich.
Foto: Landkreis

 

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