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Hinweise früh erkennen, Risiken einschätzen und richtig handeln: Hilfestellung für Lehrkräfte zum Schutz des Kindeswohls – Landkreis Marburg-Biedenkopf und Staatliches Schulamt haben gemeinsames Konzept auf den Weg gebracht

(Pressemitteilung 462/2013 vom 13. Dezember 2013)

Marburg-Biedenkopf – Ein neues Konzept für die Schulen ist ein weiterer Baustein für den Schutz des Kindeswohls im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Kreises hat in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Marburg dieses Konzept und einen Ablaufplan erarbeitet. Ziel ist es, den Schulen mehr Sicherheit und auch Hilfestellung zu geben, um Kindeswohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Entsprechende Vereinbarungen zum Schutzauftrag gab es zuvor bereits mit Kindertagesstätten und Trägern der freien Jugendhilfe.

„Dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung ist in den vergangenen Jahren eine besondere Bedeutung zugekommen. Dies hat uns dazu veranlasst, niedrigschwellige Hilfen und Angeboten intensiv auszubauen, um verlässliche Unterstützung vor Ort für betroffene Familien anzubieten“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete und Jugend- und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern.

Die Gefährdung des Kindeswohls kann viele Gesichter haben. Vernachlässigung, seelische Misshandlung, körperliche Misshandlung oder sexuelle Gewalt. In der neuen Arbeitshilfe für die Schulen werden Erläuterungen dazu gegeben, was Anhaltspunkte zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung sind und wer im Ablauf des Verfahrens verantwortlich zuständig ist. Außerdem sind auch umfangreiche Dokumentationsbögen enthalten. Die schwerwiegenden Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls, im Gesetzestext „gewichtige“ Anhaltspunkte genannt, sind die Auslöser für den Schutzauftrag des Staates nach dem Sozialgesetzbuch. Zur Einschätzung dieser Anhaltspunkte und des Gefährdungsrisikos erhalten die Lehrkräfte nun standardisierte Checklisten als Hilfestellung und als Ergänzung der eigenen Kompetenz. „Um gewichtige Anhaltspunkte erkennen zu können, ist es wichtig, wie der junge Mensch erlebt wird und wie dieser selbst handelt. Dabei sind seine Wohnsituation, die familiäre Situation, das elterliche Erziehungsverhalten, die individuelle Entwicklungsförderung oder auch das soziale Umfeld zu berücksichtigen. Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten jetzt in einer sehr schwierigen Situation mehr Sicherheit“, erklärten der Leiter des Staatlichen Schulamtes, Gerhard Müller, und die Schulrätin Jutta Wagner.

„Der Schnittstelle zwischen Schule und Jugendhilfe kommt eine besondere Bedeutung zu. Lehrerinnen und Lehrer nehmen Kinder und Jugendliche regelmäßig wahr, mit all ihren Veränderungen. Die pädagogischen Fachkräfte in der Schule werden im Schulalltag auch mit der Überlegung konfrontiert, ob bei Veränderungen im Verhalten und Wesen der Schüler gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen können. Durch das neue Schutzkonzept für Schulen soll durch standardisierte Verfahrensweisen im Bedarfsfall auch schneller die richtige Hilfe aktiviert werden“, betonten Dr. McGovern und Schulamtsleiter Gerhard Müller.

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