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Fachleute erklären den Weg zur passgenauen ärztlichen Versorgung – Ärztlicher Bereitschaftsdienst ist die richtige Adresse für leichte Erkrankungen und Verletzungen / Wegweiser wird an alle Haushalte im Kreis verteilt

(Pressemitteilung 454/2015 vom 27.11.2015)

Marburg-Biedenkopf – Wer erkältet ist, leichte Bauch- oder Rückenschmerzen hat oder sich bei der Gartenarbeit leicht verletzt hat, geht normalerweise in die Praxis des Hausarztes. Doch was ist abends oder an Wochenenden, wenn die Praxis des Hausarztes geschlossen ist?

„Noch immer besteht bei den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Marburg-Biedenkopf Unsicherheit darüber, welche Form der ärztlichen Versorgung bei Verletzungen oder Erkrankungen außerhalb der üblichen Sprechzeiten der Arztpraxen die richtige ist“, erläuterte Landrätin Kirsten Fründt. Dies führe dazu, dass immer wieder zum Beispiel die Zentrale Notaufnahme des Marburger Universitätsklinikums oder der öffentliche Rettungsdienst für Bagatellerkrankungen in Anspruch genommen werde und die Kapazitäten der Zentralen Notaufnahme oder des Rettungsdienstes unnötig belastet würden, ergänzte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises. „Wir möchten noch mehr Transparenz in das gute medizinische Versorgungssystem im Landkreis bringen“, so die Landrätin.

Um Missverständnisse aufzuklären haben Vertreter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, Standort Marburg, der Ärztlichen Bereitschaftsdienstgemeinschaft Marburg-Biedenkopf, der Ärztevereinigungen Prima und Ärzte der Region, des Diakonie-Krankenhauses Wehrda sowie des Roten Kreuzes jetzt noch einmal deutlich gemacht, welcher Weg zur ärztlichen Versorgung für die Patienten der richtige ist.

„Notarzt und Rettungsdienst sind dafür da, bei lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen schnelle medizinische Hilfe zu leisten“, unterstrich PD Dr. Clemens Kill, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Marburger Universitätsklinikum. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn ein Betroffener bewusstlos oder kaum noch ansprechbar ist, wenn eine akute Atemnot vorliegt, akute Schmerzen in der Brust neu auftreten, starke Kopf- oder Bauschmerzen vorliegen, akute Lähmungserscheinungen auftreten oder eine offensichtliche schwere Verletzung vorliegt. „In diesen Fällen sollte über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst verständigt werden“, unterstrich Dr. Kill. Gleiches gelte für die Zentrale Notaufnahme des Universitätsklinikums. Dort seien Patientinnen und Patienten mit ernsthaften Erkrankungen oder Verletzungen richtig und gut aufgehoben. Der Mediziner machte auch deutlich, dass der Name Notaufnahme schon darauf hinweise, dass die Patienten im Regelfall auch stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

„Für leichte Verletzungen oder Erkrankungen mit denen Betroffene normalerweise den Hausarzt aufsuchen würden, ist außerhalb der üblichen Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte der Ärztliche Bereitschaftsdienst die richtige Adresse. Die Mediziner in der Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes entscheiden dann, ob eine weitere Untersuchung oder Behandlung im Krankenhaus notwendig ist oder ob sie den Patienten selbst behandeln können“, erläuterte Dr. Barbara Fröhlich, die den Dienst in der Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes organisiert.

Die Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Diakonie-Krankenhaus in Marburg-Wehrda ist montags, dienstags und donnerstags von 18:00 Uhr bis 24:00 Uhr, mittwochs und freitags von 13:00 Uhr bis 24:00 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 8:00 Uhr bis 24:00 Uhr geöffnet. Betroffene können direkt und ohne telefonische Voranmeldung während der Öffnungszeiten in die Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes kommen.

„Wer einen Hausbesuch, eine telefonische Beratung oder medizinische Hilfe außerhalb der Öffnungszeiten der Zentrale benötigt, soll sich an die zentrale Telefonnummer 116 117 wenden. Diese Telefonnummer ist montags, dienstags und donnerstags von 18:00 Uhr bis 07:00 Uhr, mittwochs und freitags von 13:00 Uhr bis 07:00 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen durchgehend von 07:00 Uhr bis 07:00 Uhr erreichbar“, erklärte Dr. Fröhlich.

Als Wegweiser haben die Verantwortlichen ein Informationsblatt entworfen, das jetzt flächendeckend an alle Haushalte im Landkreis Marburg-Biedenkopf verteilt wird. Dieses Informationsblatt steht auch Internet unter www.marburg-biedenkopf.de/fachbereich-gesundheitsamt zum Herunterladen bereit.

Patientenströme lenken: Kreisbrandinspektor Lars Schäfer (v. li.), Dr. Barbara Fröhlich (Ärztlicher Bereitschaftsdienst), Landrätin Kirsten Fründt, Dr. Birgit Wollenberg (Leiterin des Gesundheitsamtes) und PD Dr. Clemens Kill (Leiter des Zentrum für Notfallmedizin am Marburger Universitätsklinikum) präsentieren das neue Informationsblatt, das an alle Haushalte im Kreis verteilt werden wird. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Patientenströme lenken: Kreisbrandinspektor Lars Schäfer (v. li.), Dr. Barbara Fröhlich (Ärztlicher Bereitschaftsdienst), Landrätin Kirsten Fründt, Dr. Birgit Wollenberg (Leiterin des Gesundheitsamtes) und PD Dr. Clemens Kill (Leiter des Zentrum für Notfallmedizin am Marburger Universitätsklinikum) präsentieren das neue Informationsblatt, das an alle Haushalte im Kreis verteilt werden wird.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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