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Gemeinsame Pressemitteilung des Unterhaltungsverbandes Obere Lahn und des Landkreises Marburg-Biedenkopf: Erster Bauabschnitt des sogenannten "Lahnprojekts Biedenkopf" wurde fertig gestellt – Gemeinsames Projekt dient vor allem dem Hochwasserschutz
(Pressemitteilung Nr. 452/2012 vom 12.11.2012)
Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins konnte in Biedenkopf das „Lahn-Projekt Biedenkopf“ mit dem jetzt fertig gestellten neuen Nebenarm zur Lahn sowie die Umgestaltung der Aue vorgestellt werden. Für das vom BUND Biedenkopf initiierte und von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf fachlich begleitete sowie aus Naturschutzmitteln finanzierte Projekt hatte der Unterhaltungsverband Obere Lahn die Bauausführung übernommen.

„Hochwasserschutz ist eine sehr wichtige Angelegenheit. Gerade solche Maßnahmen wie diese hier in Biedenkopf helfen besonders bei Hochwasserlagen, von denen wir in den letzten Jahren einige erlebt haben. Diese sind bei uns vergleichsweise immer noch glimpflich ausgegangen. Aber wie schnell durch Hochwasser etwas passieren kann, haben nicht nur die Hochwasserkatastrophe 2002 in unserem befreundeten Landkreis Nordsachsen gezeigt, sondern auch das Hochwasser 1984 bei uns. Wasser hat eine unglaublich zerstörerische Kraft“, sagte Landrat Fischbach. Er bedankte sich beim BUND Biedenkopf, dem Unterhaltungsverband Obere Lahn, der Unteren Naturschutzbehörde aus der Kreisverwaltung und allen anderen beteiligten für die aus seiner Sicht gelungene Maßnahme.

Für den Unterhaltungsverband Obere Lahn erläuterte Lahntals Bürgermeister Manfred Apell diese Maßnahme und betonte die Bedeutung für die an der Lahn liegenden Städte und Gemeinden: „Jeder Hochwasserschutz am Oberlauf der Lahn dient allen Anrainern der Lahn, weil es zu einer deutlichen Entspannung bei Hochwasserlagen führen könne.“

Nachdem eine Studie des Regierungspräsidiums Gießen geeignete Örtlichkeiten an der oberen Lahn ausfindig gemacht hatte, die sich einerseits für Renaturierungen eignen und andererseits dem Hochwasserschutz dienen könnten, hatte der BUND Biedenkopf die Initiative ergriffen und Zusammenkünfte mit Behördenvertretern organisiert. Dabei hatte der BUND angeboten, eine tragende Rolle bei einer Projekt-Realisierung zu spielen.

Das Projekt besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen:
So geht es einerseits um die Organisation einer naturschutz-orientierten Beweidung. Hier ist es das Ziel, eine landwirtschaftliche Nutzung im Projektgebiet auch unter den Erschwernissen einer Renaturierung zu erhalten. Konkret soll mit der Beweidung sichergestellt werden, dass die Talaue offen gehalten wird. Gleichzeitig soll damit eine großflächigen Bewaldung verhindert und eine Ausbreitung von eingeschleppten Pflanzenarten (wie etwa Drüsiges Springkraut, Riesen-Bärenklau) vermeidet. Auch soll damit ermöglicht werden, dass sich der neue Lahnarm durchaus verändern kann.

Andererseits gehe es mit der Anlage eines neuen Nebenarms zur Lahn auch darum, das Leitbild einer „natürlichen“ Lahn anzustreben, die sich in ihrem Oberlauf durch mehrere, spontan entstandene ‚Parallel-Gerinne’ auszeichnen würde. Diese natürliche Gewässerstruktur wurde früher durch aktive wasserbauliche Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten verändert, das heißt die Lahn wurde im Bereich des Projektgebiets in einem ausgesteinten Gewässerbett „festgelegt“. Renaturierung der Lahn heißt deswegen in diesem Fall auch, der Lahn ihre Natürlichkeit wiederzugeben.

Volker Haupt, der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes obere Lahn, ergänzte die Aussagen um einige Zahlen. Demnach beträgt die Länge der Gewässerausbaustrecke (Nebenarm zur Lahn) ungefähr 450 Meter. Die Bodenbewegungen zur Herstellung des sogenannten Gerinnes, für die Gestaltung der Aue und die Anlage von Geschiebedepots hatte ein Volumen von circa 6.500 Kubikmeter. Die Baukosten beliefen sich auf 123.000 Euro, die aus Mitteln des Naturschutzes finanziert wurden (hundertprozentige Förderung). Die Bauausführung erfolgte in der Zeit vom 4.09. bis zum 17.10.2012 durch die Firma Scheld aus Biedenkopf. Die Bauleitung für den Unterhaltungsverband übernahm Dipl. Ing. Hartmut Klingelhöfer. Der 2. Bauabschnitt mit der "Umgestaltung des Hüttenmühlenwehrs" sei für 2013 geplant, so Haupt.
 

Das Lahnprojekt Biedenkopf mit der Errichtung mehrere sogenannter Gerinne dient besonders dem Hochwasserschutz und der Renaturierung. Foto: LandkreisDownload Druckversion
Das Lahnprojekt Biedenkopf mit der Errichtung mehrere sogenannter Gerinne dient besonders dem Hochwasserschutz und der Renaturierung.
Foto: Landkreis

Im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins konnte in Biedenkopf das "„Lahn-Projekt Biedenkopf"“ mit dem jetzt fertig gestellten neuen Nebenarm zur Lahn sowie die Umgestaltung der Aue vorgestellt werden (v.l.n.r.): Bürgermeister Manfred Apell (für den Unterhaltungsverband Obere Lahn), Landrat Robert Fischbach und Bürgermeister Joachim Thiemig. Foto: Landkreis
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Im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins konnte in Biedenkopf das "„Lahn-Projekt Biedenkopf"“ mit dem jetzt fertig gestellten neuen Nebenarm zur Lahn sowie die Umgestaltung der Aue vorgestellt werden (v.l.n.r.): Bürgermeister Manfred Apell (für den Unterhaltungsverband Obere Lahn), Landrat Robert Fischbach und Bürgermeister Joachim Thiemig.
Foto: Landkreis

 

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