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Exponat des Monats gibt Einblicke in das Frisörhandwerk – Haartrocknerbürste, Lockenwickler und Haarnetz im Hinterlandmuseum

(Pressemitteilung 450/2016 vom 31.10.2016)

Marburg-Biedenkopf – Das Exponat des Monats November im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Es besteht aus einer Haartrocknerbürste, einem 107-teiligen Lockenwicklerset und einem Haarnetz. Bei den Stücken aus den 1950er bis 1970er Jahren handelt es sich allesamt um Gegenstände aus dem Frisörbedarf einer umfangreichen Schenkung des Ehepaars Kraft.

Der „Frisörsalon Kraft“ kann auf eine lange Firmentradition zurückblicken. Wilhelm Justus Kraft und seiner Frau gründeten den Salon im Jahre 1879 im Mühlweg in Biedenkopf. Während Wilhelm Justus Kraft die umliegenden Hüttenwerke aufsuchte, um die Arbeiter in ihren Werkspausen zu frisieren und zu rasieren, war seine Frau im Salon vermutlich als erste Frisörin im Hinterland tätig. Im Jahre 1902 zog das Geschäft in die Hainstraße 4 um, in der es bis heute unter dem Namen „Friseursalon Kraft“ besteht. Die Schwiegertochter von Wilhelm Justus Kraft eröffnete dort 1924 den ersten Damensalon im Hinterland. Bis zu seiner Verpachtung war das Geschäft ein Familienbetrieb.

Die Haartrocknerbürste besteht aus einem weißen Kunststoffgriff und einem Bürstenaufsatz aus Holz mit mehreren Borstenbüscheln. Die Lockenwickler aus Metall haben sechs verschiedene Größen. Das Haarnetz besteht aus hellblauen Netzstoff, durch Nähte wird der Stoff zu einer leichten Haube geformt.

Frisöre haben Lockenwickler, Haartrocknerbürste und Haarnetz kombiniert verwendet: Das feuchte Haar wurde mit Hilfe von Lockenwicklern unterschiedlicher Größe zu einer Wasserwelle gelegt. Anschließend ließ man die Haare unter einer Trockenhaube komplett trocknen. Zur zusätzlichen Fixierung der Lockenwickler sowie zum Schutz des Haares vor zu viel Wärme wurde zum Trocknen ein Haarnetz um den Kopf gelegt. Danach konnte das Haar mit der elektrischen Haartrocknerbürste zusätzlich in Form gebracht werden. Diese funktioniert durch Löcher zwischen den Borsten, durch die heiße Luft strömt.

Öffnungszeiten des Hinterlandmuseums: 1. April bis 15. November; Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Nach telefonischer Voranmeldung kann das Hinterlandmuseum auch während der Winterpause vom 16. November bis 31. März von Gruppen ab zehn Personen besichtigt werden.

Anschrift

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf
Im Schloss 1, 35216 Biedenkopf,
Telefon: 06461 924651
E-Mail: Hinterlandmuseum@marburg-biedenkopf.de

Helmut Kraft hat die Ausstellungsstücke aus dem Frisörhandwerk dem Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf gestiftet.  (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Helmut Kraft hat die Ausstellungsstücke aus dem Frisörhandwerk dem Hinterlandmuseum im kreiseigenen Schloss Biedenkopf gestiftet. 

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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