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Integrationskurs für Eltern hilft über die Sprachbarriere – Kurs findet auf Wunsch türkischer Mütter in Stadtallendorf statt
(Pressemitteilung Nr. 450/2012 vom 14.11.2012)
Marburg-Biedenkopf – Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Das haben auch türkische Mütter von Kindern der Stadtallendorfer Waldschule erkannt. Auf ihren Wunsch und ihre Initiative hin ist deshalb ein Eltern-Integrationskurs entstanden. Das Ziel: Sprachbarrieren abbauen.

Die Mütter besuchen das Eltern-Café in der Waldschule. Sie treffen sich dort ein- bis zweimal in der Woche, um in gemütlicher Atmosphäre den Austausch über Freuden und Schwierigkeiten mit den Kindern zu pflegen, um sich über Erziehungsthemen zu informieren und Kontakt mit Lehrkräften zu suchen und auch um persönliche Anliegen zu besprechen. Dabei war ihnen schnell deutlich geworden, dass ihre Handlungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind, wenn sie die deutsche Sprache nicht (ausreichend) beherrschen.

Deshalb wollten sie ihre Handlungsmöglichkeiten gerne erweitern und auch ihre Kinder in der Schule besser unterstützen. „Damit sind sie auch ein gutes Vorbild für ihre Kinder, da sie sich um das Erlernen der deutschen Sprache bemühen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, der sich gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Sören Bartol beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und durch die Einbindung des Büros für Integration des Kreises für einen solchen Integrationskrus eingesetzt hat.

Ein erster Anlauf zu diesem Integrationskurs war im Frühjahr leider gescheitert. Die formalen Bestimmungen des BAMF und die Kombination von Eltern-Café, das ja weiter bestehen bleiben soll, und Integrationskurs, der einen bestimmten Zeitumfang je Woche haben muss, ließen sich zunächst nicht vereinbaren.

Da aber neben den Müttern auch alle anderen Beteiligten sich für den Erhalt des Cafés und den Neustart des Integrationskurses stark gemacht haben, konnte eine Lösung gefunden und der Kurs im Oktober auch unter formal richtigen Bedingungen gestartet werden. Hilfreich dabei war auch eine im Sommer beim BAMF neu eingeführte Kursform der Integrationskurse, der „Elternkurs an Schulen“, der den Bedingungen in Stadtallendorf entgegen kam. Träger des Kurses ist der Verein „Internationale Kultur und Bildung e.V.“.

Der „Eltern-Integrationskurs“ findet jetzt an vier Vormittagen pro Woche im Eltern-Café statt. Ein Termin davon ist eine Kombination aus Eltern-Café und Deutschkurs. Die Anwendung der deutschen Sprache bei Erziehungs- und Schulthemen steht hier im Vordergrund, nicht die Grammatik oder das Schreiben. Dies findet dann eher seinen Platz in den drei anderen Kursterminen, insgesamt kommen so 16 Unterrichtsstunden je Woche zusammen.

Träger des Integrationskurses ist der Verein „Internationale Kultur und Bildung e.V.“ (IKB). Am fünften Vormittag in der Woche findet weiterhin das Eltern-Café, oder auch Mütter-Café, da bisher nur Mütter gekommen sind, als offener Treffpunkt statt, an dem auch Erziehungs- und andere, die Mütter interessierende Themen, von den Begleiterinnen des Cafés vorbereitet und eingebracht werden.

Das Eltern-Café wurde in einer Kooperation der Grundschule II - Waldschule und des Projekts „VIP - Verbund Integration und Prävention: Aufsuchende Elternschule für Zuwandererfamilien mit Vorschulkindern“ des Kinderzentrums Weißer Stein und des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Herbst letzten Jahres gestartet. „Wir möchten damit die Kontakte zu Eltern nicht nur mit Migrationshintergrund intensivieren, um gemeinsam die Bildung, Erziehung und Förderung der Kinder verbessern zu können“, erklärte Dr. McGovern.

Dr. Thomas Weyrauch vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lobte das Stadtallendorfer Projekt: „Es gilt für uns als Modell für ganz Hessen!“ Er freue sich über die Fortschritte, die die Teilnehmerinnen bereits gemacht haben.
 

Kursleiterin Noushin Hamidzadeh (li.) vermittelt den Teilnehmerinnen des Kurses praktische Deutschkenntnisse.
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Kursleiterin Noushin Hamidzadeh (li.) vermittelt den Teilnehmerinnen des Kurses praktische Deutschkenntnisse.

Freuen sich über das gelungene Projekt: Ein Teil der Kursteilnehmerinnen (vorne) sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kreises, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Schule und des Trägervereins.
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Freuen sich über das gelungene Projekt: Ein Teil der Kursteilnehmerinnen (vorne) sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kreises, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Schule und des Trägervereins.

(Fotos: Landkreis)

 

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