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Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt mit Fahnenaktion ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern

Marburg-Biedenkopf – Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf anlässlich des internationalen Tages „NEIN zur Gewalt an Frauen!“ am 25. November wieder an der Fahnenaktion, die von der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ 2001 initiiert wurde. Mittlerweile begleitet der auf den Fahnen gedruckte Slogan „frei leben – ohne Gewalt“ zahlreiche Aktionen, Veranstaltungen und Vorträge rund um den Aktionstag, die von einer Vielzahl von Institutionen und Akteuren organisiert werden.

„Mit dem Hissen der Symbolflagge vor der Kreisverwaltung in Marburg und Biedenkopf setzen wir uns jährlich an dem Aktions- und Gedenktag für ein Ende der Diskriminierung sowie jeder Gewalt an Frauen und Kindern ein“, teilte Landrat Robert Fischbach mit. „Auch andere Gemeinden und Städte aus dem Landkreis beteiligen sich an der Aktion, darunter Stadtallendorf, Amöneburg, Wohratal und die Stadt Marburg“ ergänzte die Frauenbeauftragte des Landkreises, Claudia Schäfer

Im Rahmen einer zweiwöchigen hessenweiten Kampagne von Mitte bis Ende November wurden dieses Jahr die Apotheken als Botschafter gegen häusliche Gewalt gewonnen. Das Frauenbüro des Landkreises hat diese Aktion zusammen mit Akteuren des runden Tisches „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“ in unserer Region organisiert. Allein aus dem Landkreis beteiligen sich 67 Apotheken an der Aufklärungsaktion, die in Kooperation mit dem Hessischen Apothekerverband e. V. und der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros insgesamt in 1.550 hessischen Apotheken durchgeführt wird. Mit dem Slogan „Stopp häusliche Gewalt“ und regionalen Informationen zu Hilfs- und Unterstützungseinrichtungen wird das Thema öffentlich gemacht. Betroffene und Menschen, die helfen möchten, erfahren, was genau getan werden kann und was dabei zu beachten ist.

2012 wurden in Hessen 7.600 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Laut Statistik des Polizeipräsidiums Marburg-Biedenkopf gab es 2012 im Landkreis Marburg-Biedenkopf 246 Fälle von häuslicher Gewalt. Davon in Stadtallendorf und der Stadt Marburg 104 Fälle. Im Vergleich zum Vorjahr ist mit einem Plus von 28 Fällen eine leichte Steigerung zu verzeichnen.

Gewalt an Frauen hat jedoch viele Gesichter. Weltweit erleiden etwa 35 % aller Frauen Prügel, Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder andere Taten, wie aus einer im Juni 2013 von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten Studie hervorgeht. Laut der aktuellsten Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erlebten 40 % der in Deutschland befragten Frauen schon einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Allein in Deutschland finden jährlich etwa 160.000 Vergewaltigungen oder andere schwere Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung statt. Nur in 5 % der Fälle wird die Tat angezeigt. Das sind 8.000 Anzeigen jährlich, wie die Studie des BMFSFJ aufzeigt, so eine Zusammenstellung von statistischen Daten von Terre des Femmes. Deshalb wurde von Terre des Femmes bundesweit für 2013 der Schwerpunkt sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung in den Fokus gesetzt. Der Notruf Marburg e. V. mit Sitz in Marburg dient im Landkreis als zentrale Beratungsstelle für vergewaltigte und belästigte Frauen (Tel.: 06421 21438).

Grund genug, dass sich der Landkreis weiterhin gegen verschiedene Formen von Gewalt engagiert und den runden Tisch „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ unter Leitung des Frauenbüros als Netzwerk gegen Gewalt leitet und koordiniert.

„Prävention und Information über Hilfen für Opfer von Gewalt sind das zentrale Anliegen. Sie holt häusliche und sexualisierte Gewalt aus dem Privatbereich heraus und thematisiert sie in der Öffentlichkeit und im Alltag“, sagte Frauenbeauftragte Claudia Schäfer. Landrat Robert Fischbach wünscht sich, dass sich ein solches Engagement in naher Zukunft aus Mangel an Gewalttaten selber überflüssig machen möge.

Weitere Informationen und die Bestellung des Flyers „Nein zu häuslicher Gewalt“ in deutsch, türkisch und russisch sind möglich beim Frauenbüro des Landkreises unter 06421 405-1311.

Der Landkreis beteiligt sich wieder gerne an der Fahnenaktion, die als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu verstehen ist.  Archivbild: Landkreis
Der Landkreis beteiligt sich wieder gerne an der Fahnenaktion, die als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu verstehen ist.
 
Archivbild: Landkreis

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