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Vorbereitungen für Flüchtlingsnotunterkünfte laufen auf Hochtouren – Informationsveranstaltungen in Weimar, Dautphetal und Kirchhain waren gut besucht

(Pressemitteilung 443/2015 vom 12.11.2015)

Marburg-Biedenkopf – Die Vorbereitungen für die geplanten Notunterkünfte für Flüchtlinge in Kirchhain, Dautphetal-Friedensdorf und Weimar-Wenkbach schreiten weiter voran. Während im Wenkbacher Gewerbegebiet bereits Erdarbeiten im Gange sind, um die vorgesehene Fläche für die Leichtbauhallen vorzubereiten, beginnen am ehemaligen Rewe-Markt in Kirchhain die Umbauarbeiten und auch die notwenigen Erdarbeiten an der Hinterlandhalle in Friedensdorf werden in Kürze starten. Unterdessen haben Mitarbeiter der Kreisverwaltung gemeinsam mit Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner und Mitarbeitern der Kirchhainer Stadtverwaltung vor Ort Möglichkeiten besprochen, wie der geschlossene Kompromiss an der Kirchhainer Markthalle am besten umgesetzt werden kann.

„Wir wurden heute, am 12. November, durch das Land darüber informiert dass wir aller Voraussicht nach nicht mehr im November mit der Unterbringung von bis zu 1000 Flüchtlingen in Notquartieren im Landkreis zu rechnen haben“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Das erfolge wahrscheinlich Anfang Dezember, sicher aber noch vor Weihnachten. Dabei handle es sich um die ersten Informationen zu einer zeitlichen Einordnung der Zuweisung überhaupt. Landrätin Fründt begrüßte es, dass das Land nun konkretere Angaben macht. Damit habe der Kreis die Möglichkeit, dies in den weiteren Vorbereitungen berücksichtigen zu können. „Es ist in jedem Fall gut, dass wir uns bereits entsprechend unseres Konzepts vorbereitet haben. Die Arbeiten und Vorbereitungen laufen und ich bin nunmehr zuversichtlich, dass wir die Notunterkünfte für insgesamt bis zu 1.000 Flüchtlinge im Landkreis rechtzeitig fertigstellen können“, so Fründt.

„Die Landkreise in Hessen werden vom Innenministerium damit beauftragt, im Rahmen des Katastrophenschutzes Notunterkünfte kurzfristig zu erstellen, ohne genau zu wissen, wann die Flüchtlinge zugewiesen werden. Während andere Landkreise dafür nur 48 Stunden Zeit zur Verfügung hatten und uns im September in Stadtallendorf einmal sogar nur 24 Stunden dafür gegeben wurde, werden wir jetzt – sicherlich auch aufgrund unseres Konzepts – mehr Zeit für den Aufbau der Notunterkünfte haben“, sagte die Landrätin.

Diese Unterkünfte erstellt der Landkreis für das Land Hessen, das auch für alle anderen Fragen, wie etwa die der regulären Betreiberschaft an den Standorten verantwortlich ist. „Das, was wir machen, ist eine Hilfestellung für das Land und dient zugleich der Entlastung unserer Städte und Gemeinden, denn wir wollen schließlich solange wie möglich verhindern, Turn- und Veranstaltungshallen zu belegen, um den normalen Schul- und Vereinssport sowie Veranstaltungen dort zu ermöglichen!“, betonte Kirsten Fründt.

Die Menschen, die in diese Notunterkünfte kommen, verbleiben dort nach Aussage des Regierungspräsidiums in der Regel nur kurze Zeit und werden dann in andere Kreise und kreisfreie Städte in Hessen und darüber hinaus weiterverteilt.

In drei Informationsveranstaltungen in Kirchhain, Dautphetal-Friedensdorf und im Weimarer Ortsteil Niederwalgern haben in den vergangenen Tagen Vertreter des Kreises, des Regierungspräsidiums Gießen sowie des Polizeipräsidiums Mittelhessen über die Pläne des Landkreises und die Situation in Hessen informiert und standen für Fragen zur Verfügung. Intensiv diskutiert wurde dabei in Kirchhain die Frage, ob am und im ehemaligen Rewe-Markt 400 Flüchtlinge untergebracht werden sollen, wie es das Konzept des Kreises zunächst vorsah, oder ob der von der Stadt favorisierte Vorschlag mit einer Unterkunft an und in der Markthalle („Bullenhalle“) besser sei.

„Mit Zustimmung des Regierungspräsidiums haben wir während der Bürgerversammlung gemeinsam einen Kompromiss gefunden, der aus unserer Sicht tragfähig ist“, betonte die Landrätin. Danach sollen im ehemaligen Rewe-Markt nun 200 Menschen eine Unterkunft finden und für 200 weitere Menschen soll an der Markthalle Platz gefunden werden.

„In der Markthalle selbst werden wir keine Menschen unterbringen können. Das geht aus Gründen des vorbeugenden Brandschutzes definitiv nicht“, stellte die Landrätin klar. Gleichwohl könne die Markthalle aber als Aufenthalts- und Verpflegungsraum mit nur vorübergehendem Aufenthalt gut genutzt werden. „Es ist etwas anderes, ob Menschen dort dauerhaft untergebracht sind und auch in dem Gebäude schlafen oder ob sie sich nur vergleichsweise kurz darin aufhalten“, so die Landrätin. Direkt an der Markthalle sollen zusätzlich zwei Leichtbauhallen errichtet werden, die Platz für die 200 Menschen sowie für die notwendigen Sanitäreinrichtungen wie Duschen und Toiletten bieten.

Der Dienstleister, den der Kreis mit dem Bau der Notunterkünfte beauftragte, hat bereits damit begonnen, den ehemaligen Rewe-Markt umzubauen. Das dafür notwenige Baumaterial wurde bereits geliefert. In dem ehemaligen Supermarkt werden neben den Unterkunftsmöglichkeiten auch ein Verpflegungs- und Aufenthaltsbereich sowie Sanitäranlagen eingebaut. „Unser Konzept sieht vor, dass in der Halle nicht Feldbett an Feldbett steht. Wir schaffen einzelne Zimmer, die Platz für bis zu acht Menschen bieten. So können wir ein gewisses Maß an Privatsphäre für die Menschen schaffen“, erläuterte die Landrätin. Entsprechend werden auch die beheizbaren, wärmeisolierten und winterfesten Leichtbauhallen an den anderen Standorten aufgebaut sein.

Die Landrätin dankte auch den Bürgerinnen und Bürgern von Weimar und Dautphetal für die sachliche und konstruktive Atmosphäre während der Informationsveranstaltungen in den beiden Gemeinden. „Wir hoffen, dass wir mit unseren Informationen viele Fragen beantworten konnten. Es freut mich auch sehr, dass die Menschen in Weimar, Dautphetal und auch in Kirchhain dazu bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren“, sagte Kirsten Fründt.

Sie bat um Entschuldigung, dass die Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger nicht früher in den Planungsprozess eingebunden und an den Vorbereitungen beteiligt worden sind. Der Kreis habe jedoch unter großen Handlungsdruck gestanden und musste schnell Entscheidungen treffen. „Bürgerbeteiligung ist für mich ein sehr wichtiges Thema und wir praktizieren sie in der Kreisverwaltung täglich in den Bereichen, die wir selbst beeinflussen können“, sagte die Landrätin. Bei der Notunterbringung von Flüchtlingen werde der Kreis jedoch im Auftrag des Landes Hessen aktiv habe nur einen sehr begrenzten Gestaltungsspielraum.

Auf dem Podium in Dautphe informierten (v.l.n.r.) Ralph-Dieter Brede, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf, Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow,  Regierungspräsident  Dr. Christoph Ullrich, Bürgermeister Bernd Schmidt und Landrätin Kirsten Fründt zur geplanten Notunterkunft an der Hinterlandhalle. Alle standen auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. In ähnlicher Besetzung fanden auch die beiden anderen Informationsveranstaltungen statt. Foto: Landkreis

Auf dem Podium in Dautphe informierten (v.l.n.r.) Ralph-Dieter Brede, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf, Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow,  Regierungspräsident  Dr. Christoph Ullrich, Bürgermeister Bernd Schmidt und Landrätin Kirsten Fründt zur geplanten Notunterkunft an der Hinterlandhalle. Alle standen auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. In ähnlicher Besetzung fanden auch die beiden anderen Informationsveranstaltungen statt.

Foto: Landkreis

So wie hier in Niederwalgern gab es in auch in Kirchhain und Friedensdorf gut besuchte Informationsveranstaltungen zu den Notunterkünften für Flüchtlinge.   Foto: Landkreis

So wie hier in Niederwalgern gab es in auch in Kirchhain und Friedensdorf gut besuchte Informationsveranstaltungen zu den Notunterkünften für Flüchtlinge.

Foto: Landkreis


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