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Erstes Treffen des Runden Tisches zum Thema „Erhalt der Geburtshilfe in Biedenkopf“ verlief positiv – Formen möglicher Kooperationen sollen geprüft werden
(Pressemitteilung Nr. 436/2012 vom 01.11.2012)
Marburg-Biedenkopf – Nach Bekanntwerden der Schließungspläne hatten Landrat Fischbach sowie der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern zu einem „Runden Tisch“ zum Erhalt der Geburthilfe in Biedenkopf eingeladen. Das hochrangig besetze Treffen mit insgesamt 21 Personen fand am 31.10.2012 im Landratsamt in Marburg statt. Neben Vertretern des DRK-Krankenhauses, des UKGM, der Belegärzte und Hebammen nahmen auch drei Bürgermeister aus der Region, Finanzminister Dr. Schäfer, Vertreter der Gesundheitsregion, des Gesundheitsamtes sowie als Einladende Landrat Robert Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern an dem Gespräch teil.

Landrat Fischbach fasste das Ergebnis des Gesprächs zusammen: „Zuerst einmal ist sehr positiv hervorzuheben, dass die Beteiligten alle Anstrengungen unternehmen werden, um die Geburtshilfe in Biedenkopf zu erhalten und an einer gemeinsamen Lösung weiterarbeiten wollen. In unserem zweistündigen Gespräch konnten die verschiedenen Sichtweisen der Beteiligten deutlich gemacht werden. Es geht darum, eine passende Struktur zu finden. Möglicherweise kann das in einem Kooperationsmodell erfolgen. Um diese Möglichkeiten auszuloten, soll am 16. November - auch unter Einbeziehung des Diakoniekrankenhauses in Wehrda - ein weiteres Gespräch stattfinden.“ Die Lösung der finanziellen Aspekte sei keine ganz leichte Aufgabe, aber insgesamt habe das Gespräch aus seiner Sicht positive Ergebnisse erbracht, auf denen man aufbauen könne.

Auch Willi Welsch, der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Biedenkopf und Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses in Biedenkopf zog ein positives erstes Fazit: „Wir hatten ein offenes Gespräch und haben hier nicht als Parteien, sondern als Partner diskutiert. Die Erhaltung der Geburtshilfe ist für das DRK notwendig, aber ein kleines Krankenhaus wie in Biedenkopf hat auch nicht die großen finanziellen Spielräume und darf deswegen nicht in finanzielle Schieflage geraten.“

Für das UKGM betonte Prof. Dr. Uwe Wagner, der Direktor der Gynäkologie, dass das UKGM ein Signal für eine mögliche Kooperation gebe: „Wir wollen die Geburtshilfe in Biedenkopf unterstützen.“ Allerdings sei wegen der ausgesprochenen Kündigungen der Hebammen aufgrund des engen Zeitfensters bis Ende März 2013 „Gefahr in Verzug“. In der nächsten Gesprächsrunde erhofft er sich aber bereits konkretere Vorschläge.

Aus Sicht der Belegärzte machte Dr. Manfred Hoffmann deutlich, dass deren Meinung nach, die Geburtshilfe in einem kleinen Haus wie in Biedenkopf nur mit einem großem Partner wie etwa dem Uniklinikum eine Zukunft habe. Es gehe nicht darum, nur die nächsten drei Monate abzudecken, sondern eine längerfristige Lösung mit dem Erhalt der Qualitätsstandards zu sichern.

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hob als Biedenköpfer Bürger hervor, dass sowohl die vorgeburtliche als auch die nachgeburtliche Betreuung nicht gefährdet seien. Es gehe - vereinfacht ausgedrückt – darum, den Kreißsaal in Biedenkopf zu erhalten sowie um die Aufgabe, zwar die Kosten zu reduzieren, aber dennoch einen ordentlichen Qualitätsstandard zu erhalten.

Gesundheitsdezernent Dr. McGovern verwies darauf, dass er das Problem auch in der Gesundheitskonferenz in Mittelhessen ansprechen will. Es gehe darum, eine Lösung unter schwierigen Rahmenbedingungen zu finden, um die Geburtshilfe in Biedenkopf zu erhalten.

Genau das wollen auch die Bürgermeister der Region, für die Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig deutlich machte, dass sie sich als Anwälte der Bürger der Region sehen und eine dramatische Verschlechterung der Situation verhindern wollen. Er begrüßte ausdrücklich die Initiative des Landkreises und hob den guten Ruf des DRK-Krankenhauses hervor.

Nach dem Treffen hatten Jasmin und Jürgen Schröder von einer Bürgerinitiative eine Liste mit 8.700 Unterschriften übergeben, die sie in nur zweieinhalb Wochen gesammelt hatten. Landrat Fischbach nahm diese für die Teilnehmer des Runden Tisches entgegen.

Er und Dr. McGovern hoben abschließend hervor, dass dieses erste Zusammenkommen natürlich noch nicht alle Probleme lösen konnte, aber das offen geführte Gespräch sei in einer sehr guten Atmosphäre geführt worden und habe - wenn auch mit aller Vorsicht zu formulieren - in einer möglichen Kooperation eine denkbare Lösung aufgezeigt. Die Sachlage sei sehr komplex und vielschichtig und vieles müsse noch besprochen werden. Es freue aber beide sehr, dass sich alle für den Erhalt dieser wichtigen Abteilung einsetzen wollen. Sie bedankten sich für die Mitwirkung der vielen Fachleute und Entscheidungsträger an dem ersten Gespräch und erhoffen sich für das zweite Gespräch eine weitere Konkretisierung. „Wir bleiben gemeinsam am Ball!“, sagte Landrat Fischbach.

 

Im Landratsamt in Marburg fand ein erster "Runder Tisch" zum Thema Erhalt der Geburtshilfe in Biedenkopf statt. Fotos: Landkreis
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Im Landratsamt in Marburg fand ein erster "Runder Tisch" zum Thema Erhalt der Geburtshilfe in Biedenkopf statt. Fotos: Landkreis
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Im Landratsamt in Marburg fand ein erster "Runder Tisch" zum Thema Erhalt der Geburtshilfe in Biedenkopf statt.
Fotos: Landkreis

 

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