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Kreis treibt Vorbereitungen zum Aufbau von Notunterkünften voran – Landrätin: „Wir werden konkrete Informationen schnell weitergeben!“

(Pressemitteilung 430/2015 vom 30.10.2015)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf treibt die Planungen und Vorbereitungen zum Aufbau von drei Notunterkünften für Flüchtlinge in Kirchhain, Dautphe und Wenkbach weiter voran. Nach und nach werden in den kommenden Wochen an diesen drei Standorten winterfeste Leichtbauhallen für insgesamt bis zu 1.000 Flüchtlinge aufgebaut.

„Wir wissen derzeit leider selbst nicht, wann uns das Land diese 1.000 Menschen zuweisen wird. Daher können wir den Kommunen dazu auch noch keine konkreten Informationen geben“, sagte Landrätin Kirsten Fründt am Freitag. Dies sei den betroffenen Kommunen Kirchhain, Weimar und Dautphetal auch bekannt.

„Uns ist völlig klar, dass der Informationsbedarf in den Kommunen groß ist – aber wir können auch nur die Informationen weitergeben, die wir selbst haben“, machte Landrätin Fründt klar. Sie unterstrich nochmals, dass das gewählte Verfahren dazu diene, die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen im Rahmen der Not- oder Amtshilfe für das Land geordnet und koordiniert ablaufen zu lassen: „Das gibt uns allen – auch den Menschen in den Kommunen – eine gewisses Maß an Vorbereitungszeit!“

Sie betonte auch, dass Vorwürfe zu einer angeblich unzureichenden Informationspolitik des Kreises in der momentanen Situation nicht weiterhelfen würden. „Wir können diese Situation nur gemeinsam schaffen. Uns ist bewusst, dass die Einrichtung einer Notunterkunft für bis zu 400 Personen eine Herausforderung ist und dass auch die Bürgerinnen und Bürger Fragen, Sorgen oder sogar Ängste haben. Wir werden diese Fragen beantworten, die Sorgen sehr ernst nehmen und gemeinsam Lösungen finden“, versprach Kirsten Fründt. Als Beispiel nannte sie die Situation an der Hinterlandhalle: Das Ziel des Kreises ist es, dass die Halle selbst auch weiterhin für den Schul- und Vereinssport sowie für Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Lediglich bei den Parkplätzen direkt an der Halle werde es Einschränkungen geben. Hier arbeite der Kreis jedoch an einem Alternativkonzept, um Parkplätze in der Nähe anbieten zu können. „Das haben wir den Nutzern der Halle auch so bereits mitgeteilt“, so die Landrätin.

„Um zu verhindern, dass wir innerhalb von 24 oder 48 Stunden in einer Ad-hoc-Aktion 1.000 Flüchtlinge auf einmal unterbringen müssen, hat der Kreis dem Land Hessen ein Konzept vorgelegt, das die Errichtung von winterfesten Leichtbauhallen an drei Standorten vorsieht“, erläuterte die Landrätin nochmals die Pläne des Kreises. Die Einrichtung in Kirchhain sei zur Unterbringung von 400 Menschen, die in Dautphetal-Dautphe und Weimar-Wenkbach für je 300 Menschen vorgesehen. Die drei Standorte würden jetzt von einem Unternehmen nach und nach vorbereitet, das auch die Rolle des Betreibers an allen drei Standorten übernehmen könne.

Diese Planungen sollen einer geordneten Unterbringung dienen und darüber hinaus ein vernünftiges Verhältnis zwischen der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt und Gemeinde und den unterzubringenden Flüchtlingen im Blick behalten. Durch dieses Konzept kann eine Großeinrichtung mit 1.000 Plätzen und der Einsatz von Schulsporthallen und Bürgerhäusern vermieden werden. Diesem Konzept hat der Kreisausschuss in einer Sondersitzung zugestimmt.

Fachleute der Kreisverwaltung hatten zuvor unter großem Zeitdruck mehrere Standorte im Landkreis Marburg-Biedenkopf gesucht und auf ihre Eignung hin geprüft. Nach sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile habe sich der Kreis dann für die Standorte am ehemaligen Rewe-Markt in Kirchhain, auf dem kreiseigenen Parkplatz der Hinterlandhalle in Dautphetal-Dautphe sowie für ein Areal im Gewerbegebiet Weimar-Wenkbach entschieden. Ausschlag gebend dafür waren unter anderem die Größe des Gelände, deren kurzfristige Verfügbarkeit, die Verkehrsanbindung sowie die bauliche Infrastruktur.

Sobald es neue Erkenntnisse gibt und sobald bekannt sei, wann der Kreis die Menschen unterbringen müsse, werde er umgehend und fortlaufend auf verschiedenen Kanälen informieren: Presse und Medien, Internet (www.marburg-biedenkopf.de), Social-Media-Angebote des Kreises und der Landrätin (Facebook). Der Kreis plant zudem, möglichst bald in den betroffenen Orten Informationsveranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Hierbei werden Vertreterinnen und Vertreter des Kreises, der Kommunen und des Regierungspräsidiums Informationen vermitteln und auch den Fragen der Bürgerinnen und Bürger ausreichend Raum geben. „Sobald die Termine feststehen, werden wir diese bekannt machen“, sicherte die Landrätin zu. Außerdem hat der Kreis eine spezielle wir Telefonnummer (06421 405-1919) und E-Mail-Adresse ( asylfragen@marburg-biedenkopf.de ) für Fragen der Bürgerinnen und Bürger eingerichtet.

„Leider war eine frühzeitige und umfassende Einbindung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der kommunalen Gremien aufgrund des herrschenden Zeitdrucks nicht möglich“, unterstrich die Landrätin nochmals. Sie bedauere das ausdrücklich. Jedoch hätten schnell Standorte gesucht, diese überprüft und dann ebenso schnell eine Entscheidung getroffen werden müssen, damit die logistischen Vorbereitungen für den Aufbau getroffen werden konnten. „Alles, was für den Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft gebraucht wird – von Leichtbauhallen über Dusch- und WC-Containern bis hin zu Feldbetten – ist im Moment sehr begehrt und die Ressourcen bei den entsprechenden Anbietern sind endlich. Wir mussten uns also entscheiden“, betonte Landrätin Fründt.


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