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Kreisausschuss stimmt dem Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen zu – Kreis organisiert drei Notunterkünfte für bis zu 1.000 Flüchtlinge

(Pressemitteilung 419/2015 vom 23.10.2015)

Marburg-Biedenkopf – Einstimmig hat der Kreisausschuss des Landkreises Marburg-Biedenkopf in einer Sondersitzung am Donnerstag dem Konzept zu Errichtung von Notunterkünften für Flüchtlinge zugestimmt. Damit stützt der Kreisausschuss den von Landrätin Kirsten Fründt eingeschlagenen Weg, die Notunterkunft von Flüchtlingen im Kreis in geordnete und koordinierte Bahnen zu lenken. Das Konzept sieht die Errichtung von drei Unterkünften für insgesamt bis zu 1.000 Flüchtlinge in winterfesten Leichtbauhallen in Kirchhain, Dautphetal-Dautphe und Weimer-Wenkbach vor.

Derzeit kommen rund 1.000 Flüchtlinge pro Tag in Hessen an. Diese Menschen verteilt das Land auf die Landkreise, die jeweils kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten für etwa 1.000 Menschen schaffen müssen. Während andere Landkreise dabei auf Turn- oder Stadthallen zurückgegriffen haben, verfolgt der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinem Konzept eine andere Strategie: Weg von kurzfristigen Hau-Ruck-Aktionen, hin zu einer geordneten und koordinierten Notunterunterbringung möglichst ohne Einschränkungen der Infrastruktur wie etwa Sport- oder Stadthallen.

„Der Landkreis wird nach Auskunft der Landesregierung ebenfalls den Auftrag bekommen, nochmals eine Notunterkunft für bis 1.000 Flüchtlinge bereit zu stellen. Wir wissen jedoch nicht, wann das sein wird. Deshalb möchten wir vorbereitet sei“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt. Daher habe der Verwaltungsstab des Kreises nach geeigneten Grundstücken und Gebäuden gesucht, um dort Leichtbauhallen aufzubauen. Der Kreis habe sich dann für das Gelände und das Gebäude des ehemaligen Rewe-Marktes in Kirchhain, für den Parkplatz an der Hinterlandhalle in Dautphetal-Dautphe und für ein Grundstück im Gewerbegebiet in Weimar-Wenkbach entschieden. Der Kreis weist nochmals darauf hin, dass die Hinterlandhalle für Schul- und Vereinssport sowie für Veranstaltungen auch weiterhin genutzt werden kann. Einschränkungen werde es lediglich bei den Parkplätzen geben. „Aber auch hier arbeiten wir bereits an Lösungen“, so die Landrätin

Dem Land liegt das Konzept des Kreises zur Prüfung vor, da das Land die Kosten für den Aufbau und den Betrieb der Notunterkünfte übernehmen muss. Landrätin Fründt berichtete, dass es zwar noch keine Zusage, gleichwohl aber positive Signale aus der Landeshauptstadt gebe. „Im Interesse eine menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge ist das Vorbereiten entsprechender Unterkünfte unumgänglich, auch um eine möglichst breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu bekommen“, betonte die Landrätin.

Der Kreis hat einen geeigneten Partner gefunden, der alle drei Notunterkünfte baut und einrichtet und auch – die Zustimmung der Landesregierung vorausgesetzt – die Rolle des Betreibers übernehmen kann, also für den reibungslosen Betrieb, die Logistik und die Infrastruktur innerhalb der Unterkunft sorgt.

Die Mitglieder des Kreisausschusses haben dem Konzept aus ausführlicher und konstruktiver Diskussion und unter sorgfältiger Abwägung aller Vor-und Nachteile zugestimmt. Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen wurden genauso wie die Öffentlichkeit bereits über die Pläne informiert.

Die Landrätin bat nochmals um Verständnis, dass die ersten Schritte und Entscheidungen sehr kurzfristig getroffen werden mussten. „Wir hatten in dieser Situation leider nicht die Zeit, die Kommunen und auch die Bürgerinnen und Bürger an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Wir mussten das Konzept sehr schnell auf den Weg bringen, auch um die Option der Leichtbauhallen nutzen zu können, die der Anbieter nicht unbegrenzt für uns reservieren konnte. Alles, was für den Aufbau und die Einrichtung von Notunterkünften gebraucht wird, ist auf dem Markt im Moment sehr begehrt“, erläuterte Kirsten Fründt.

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