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Personalauswahl in Zeiten des Fachkräftemangels: Potenziale erkennen statt Bestenauslese – Referent Martin Kersting gibt im Rahmen einer Impulsveranstaltung des Landkreises Marburg-Biedenkopf Tipps und Tricks zur Personalauswahl

(Pressemitteilung 410/2015 vom 20.10.2015)

Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen der „Qualifizierungsoffensive“ bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit dem Netzwerk der Weiterbildungsträger eine Impulsveranstaltung zum Thema Personalauswahl auf dem Arbeitsmarkt an. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Professor Dr. Martin Kersting, der für eine Fokusverschiebung bei der Bewerberauswahl plädierte. Rund 120 Gäste folgten der Einladung ins Marburger Technologie- und Tagungszentrum.

„Je weniger Top-Kandidatinnen und Kandidaten es auf dem Arbeitsmarkt gibt, desto schwieriger wird es für die Unternehmen, ihren Personalbedarf zu decken. Dies stellt die Funktionsfähigkeit von Organisationen in Frage“, erläuterte Kersting das thematische Grundproblem des Abends. Wenn Personalverantwortliche ähnliche Vorstellungen von ihrer Idealbesetzung im Kopf haben und mit ebenfalls ähnlichen Methoden im gleichen Teich fischen, werde dieser schnell leer sein, stellte der Professor für psychologische Diagnostik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen fest. Dies macht aus Sicht des Referenten einen Strategiewechsel der Unternehmen dringend erforderlich, auch in Hinblick auf den voranschreitenden demografischen Wandel in Deutschland sowie der hohen Zahl an Geringqualifizierten.

In Betrachtung der Geringqualifizierten wies Claudia Knobel vom Hessischen Wirtschaftsministerium auf die Initiative ProAbschluss hin, die in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf umgesetzt wird. Gefördert vom Land Hessen unterstützt ProAbschluss in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, an- und ungelernte Beschäftigte zum Berufsabschluss zu führen. Bildungscoach Heike Weichert erläuterte in einem Kurzvortrag die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Personalverantwortliche sowie Beschäftigte im Landkreis und die Fördermöglichkeit mit dem hesischen Qualifizierungsscheck, der auf bis zu 4.000 Euro aufgestockt wurde und gezielt für die Nachqualifizierung eingesetzt wird.

Professor Kersting betonte in seinem Vortrag auch, dass es an der Zeit sei, bei der Personalbeschaffung das Augenmerk auf Ältere, Frauen, Langzeitarbeitslose, Behinderte sowie Menschen mit Migrationshintergrund zu richten. „Das Schlaraffenland ist abgebrannt! Sie können keine Bestenauslese mehr betreiben, sondern müssen sich auf Potenzialerkennung konzentrieren.“ Er verdeutlichte den Teilnehmenden mit Tests und Praxisbeispielen, dass bei der Auswahl von Bewerbern Vorurteile und Stereotype eine massive Rolle spielen und empfahl den Personalverantwortlichen sprach- und kulturfreie Auswahlverfahren. Darüber hinaus appellierte der Referent, die Potenziale innerhalb der eigenen Organisation besser zu erkennen und zu nutzen. Das häufig praktizierte „Schmidt sucht Schmidtchen-Prinzip“, in dem immerzu ein ähnlicher Nachfolger gesucht wird, behindere den Entwicklungsprozess eines Unternehmens.

Im Anschluss an den Vortrag tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Impulsveranstaltung an drei moderierten Themeninseln von verschiedenen Bildungsträgern mit den regionalen Weiterbildungs-Experten aus. Außerdem boten das KreisJobCenter und die Qualifizierungsoffensive des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie die Agentur für Arbeit zusätzliche Informationen über deren Angebote.

Im Rahmen der „Qualifizierungsoffensive“ bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit dem Netzwerk der Weiterbildungsträger eine Impulsveranstaltung zum Thema Personalauswahl auf dem Arbeitsmarkt an. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Professor Dr. Martin Kersting, der für eine Fokusverschiebung bei der Bewerberauswahl plädierte. (Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

Im Rahmen der „Qualifizierungsoffensive“ bot der Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit dem Netzwerk der Weiterbildungsträger eine Impulsveranstaltung zum Thema Personalauswahl auf dem Arbeitsmarkt an. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Professor Dr. Martin Kersting, der für eine Fokusverschiebung bei der Bewerberauswahl plädierte.

(Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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